Artillerie
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nung. (Vgl. Geschü tz.) Unbestimmter ist die Eintheilung in LinienPositions-und Reserveartillerie, obgleich man unter ersterer meist auch die (beschütze von leich-term Caliber, die, den Truppenabtheilungen beigegeben, die Schlackn eröffnenund uuf der ganzen Linie gebraucht werden, unter Posirionsgeschütz aber die mebrzur Entscheidung im kritischen Moment anzuwendenden, unter Reserveartillei >edie unter einem Befehlshaber und an einem schicklichen Ldrte vereinten Batterienbegreift. Stets sind die schweren Batterien, meist auch einige reitende, bei d>eserReserve befindlich. 3) Versteht man unter Artillerie alle Mannschaft, die zurBedienung der Geschütze gebraucht wird, sowie alle Einrichtungen bei derselben.In diesem Sinne bildet die Artillerie, im Gegensatz zum Fußvolk und der Reiterei,die dritte Waffengattung jedes wohleingerichteten Heeres. Die innere Einrichtungdieses TruppentheilS hier zu erkläre», ist wegen der großen Verschiedenheit, diefast in allen Staaten dabei stattfindet, unmöglichz doch sind die Artilleristen überallin Compagnien, deren Starke jedoch auch verschieden ist, vertheilt, und 10, 12bis 16 solcher Compagnien bilden eine Brigade oder ein Regiment. Ebenso hatman fast überall 2 Hauptabrheiliingcn dieser Waffe, nämlich Fußartillerie undreitende. Die Fußartillcrie, die sich zur reitenden gcwöbnlich wie 3 oder 4: 1verhält, hat zur Bedienung der Geschütze Leute, die nach Art der Infanterie be-waffnet und bekleidet sind und den Marsch zu Fuß machen; die Mannschaft bei derreitenden Artillerie ist dagegen beritten und gleich den Cavaleristen bewaffnet.Der Vortheil der letzter» ist, daß sie schnell von einem Punkt zu dem ander», woman sie zur Entscheidung bedarf, bewegt werden und den Feind dort überraschenkann. Seit 1159, wo Friedrich der Große bei Landshut zuerst reitende Batterienorganifirte, hat diese Waffe ihre Zweckmäßigkeit in jedem Feldzuge mehr bewährt.Die üstreicher und, irren wir nicht, die Bester», haben als Surrogat derselbeneinigen leichten Batterien Wagen beigegeben, die nach Art der Wurfiwage» einge-richtet sind, und auf denen die Bedienungsmannschaft der Geschütze denselben nach-fährt. In neuester Zeit hat selbst die leichte Fußartillerie, wenigstens bei der preuß.Armee, einen Theil des Charakters der reitenden angenommen, indem die Einrich-tung getroffen ist, daß sämmtliche zu einem Geschütz gehörige Mannschaft theilsaus den Pferden der Bespannung, theils auf der Protze und Laffekte Platz zumSitze» findet, und es so möglich wird, daß diese Geschütze, mindestens kurze Stre-cken, mit derselben Schnelligkeit als die reitende Artillerie zurücklegen können. Manhat daher auch den Nutzen der reitenden Artillerie überhaupt angefochten: einStreit, in den einzugehen uns der Raum verbietet.
Wenn auch die innern Einrichtungen der Artillerie verschiedener Armeen höchstungleich sind, so findet das doch nicht bei den Federungen, die man an jede machenkann, statt, und man darf nach der jetzige» Ausbildung dieser Waffe von jeder Ar-tillerie verlangen, daß ihre Geschütze möglichst zweckmäßig eingerichtet sind, d. h.mit der Fähigkeit, weit und richtig zu schießen, Leichtigkeit, Dauer und Wohlfeil-heit verbinden, daß die Bespannung gut, das dazu gehörige Geräkb zweckmäßigund dauerhaft und die Mannschaft mehr ausgebildet sei, als die Soldaten andrerTruppengattungen, besonders aber, daß die Dfnciere unbedingt eine ausgezeich-nete wissenschaftliche Bildung besitzen müssen. Fertigkeit im Schießen, TreffenundManoe.ivriren, durch besondere Übungen erlangt, und genaue Bekanntschaftmit möglichst zweckmäßiger Fertigung der Munition versteht sich von selbst. Legtman diesen Maßstab bei Beurtbeilung der verschiedene» europäischen Artillerie an,so findet man, daß die preußische sich durch gute Einrichtung der Geschütze,höchstmögliche Ausbildung der Leute und Bftciere und sebi gute Bespannung aus-zeichnet, wennauch wegen der entschiedenen Tendenz der Sparsamkeit am Geschirr,Wagen, kurz,,, dem ganzen Materiale Manches nicht so gut gefertigt ist, als es wolsei» sollte. 'Ähnliches gilt von dem östreichischen Geschützwesen, an dem manCv»versalioiiL>Lexico». Bd. I. 29