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Erster Band. A bis Bl.
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Arzneikuride Arzt -151

Römern gewisse Priester, welche aus den Opferkhieren und den Eingeweiden denselben die Zukunft zu erforschen vorgaben. Außerdem achteten sie auch auf diedas Opfer begleitenden Umstände und weissagten daraus, z. B. aus der F'amme,dem Rauch, dem Betragen des Opferthiercs rc. Sie stammten aus Hetrurien,wurden von Romulus in Rom eingeführt und behielten ihr Ansehen bis auf denKaiser Konstantin (331 n. Chr.), der alle Wahrsagern bei Todesstrafe verbot.Ihre Anzahl belief sich zuletzt auf 10; ihr Vorsteher Hieß8um»iu» k>i »^,s.x oder

bliijgi^ter ziublioug.

Arzneikunde, 1) die Summe von Kenntnissen, deren der Arzt bedarf,um Krankheiten ihrem Entstehen, Verlauf und AuSgang nach richtig zu erkennen,von andern zu unterscheiden und zu behandeln, um sie zu heilen oder doch zu lindern;2) im engern Sinne die Kenntnisse der Arzneien und ihre Anwendung auf den kramken Körper. (S.Medicin und Kurt Sprengel's insFranz. undItal. übers. ,.Ncrs.einer pragmatischen Gesch. der Arzneikundc", 5 Thle., 3 A., Halle 1821—28 .

Arzt, Derjenige, welcher im Besitz aller zur Erhaltung der (Gesundheit undAbwehriuig oder Erkenntniß und Heilung der Krankheit gehörigen Wissenschaftenund der Kunstfertigkeit, sie anzuwenden, ist. Der Besitz der Heilwissenschaft alleinmacht den theoretischen, der llbergang des Wissens in wirkliches Heilen, oder dochdas Streben nach diesem Ziele, den praktischen Arzt, den Heilkünstler. Der wabreArzt in diesem Sinne muß also nicht bloß im Besitze der Heilwissenschaft, sondernauch der Heilkunst sein. Beide stehen in gleichem Verhältniß, wie Wissenschaft undKunst (im höher» Sinne) überhaupt. Wissenschaft erzeugt und leitet die Idee,Kunst sucht diese in der Wirklichkeit herzustellen. Die Kunst muß da, wo dieWissenschaft nur allgemeine Gesetze angibt, die Regeln für den bestimmten Fallselbst erfinden, vorzüglich in den Fällen, wo der Verstand nicht nach einfachen undganz bestimmten Grundsätzen, sondern nach vielen zusammengesetzten und verän-derlichen Umständen schließen, wo er sich statt der Gewißheit oft mit Wahrschein-lichkeit begnügen muß. Die Kunst beruht demnach auf Genie, als dem höchstenGrade selbstschaffenderGeisteSthätigkcit überhaupt, oder dem Harnionischen Vereinvon vorzüglichem Verstand und thätiger Einbildungskraft, als Schöpferin neuerIdeen. Gegenstand der Heilkunst ist der Mensch als lebendes geisiigeS Wesen,und welche unendliche Mannigfaltigkeit beut die Individualität der Menschen dar,welche Verschiedenheit i n Stande der Gesundheit, welche Abweichungen von diesemStande, durch Alter, Geschlecht, äußere Einflüsse, innere Geistesbewegungenbestimmt. Hier gibt die Wissenschaft dem Verstände nur wenige bestimmte, aberdesto mehr schwankende, bedingte, zusammengesetzte Grundsätze; in volleni Maßemuß die Kraft, aus dem gegebenen Bekannten das Verborgene zu finden, dieGrade der Wahrscheinlichkeit zu messen und schnell das Richtige zu bestimmen, her-vortrete». Die Heilkunst crfodert also ebensowol Genie als die Kunst überhaupt,und zwar in vorzüglichem Grade, weil das Feld der Wissenschaft hier schon so groß,der Spielraum der Kunst aber unermeßlich ist. Die Anlage zum Arzt beruht abernicht t'owol auf Genie im gewöbnlichen Sinne und auf einer vorwaltenden beson-dern Fertigkeit oder Geistesfähigkeit, sondern vielmehr auf höherer Genialität, aufdem Verein aller Geisteskräfte in vorzüglichem Grade, besonders des Verstandesund der Einbildungskraft. In Rücksicht des erster» muß der Arzt philosopkischeS,in Rücksicht des zweiten dichterisches Genie besitzen. Der philosophische Geist führtden Arzt von dem Sichtbaren auf das Verborgene, von guten Beobachtungen aufrichtige Schlüsse und endlich zu allgemeinen Grundlagen. Das Dichtergepie zeigtsich bci dem Arzte dadurch, daß er, wo die Wissenschaft für den besondern Fall nichthinreicht, durch selbflschaffende Thätigkeit der Einbildungskraft sich das Bild derKrankheit entwirft, neue Ideenverbindungen schafft, nicht nach dem Lebrbuccheder Wissenschaft, sondern für das Individuum den Heilplan schnell entwirft. Was

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