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Deutlichkeit, im Gegensatze der logischen, d. i. von der Deutlichkeit, welche durchsinnliche Anschauung oder Beispiele erlangt wird — oder durch dasselbe bestimmtwird (in dieser Beziehung redet man von einem ästhetischen Urtheil und von ästhe-tischer Urtheilskraft, Geschmack im wettern Linne); 2) in engerer Bedeutung,->) was unabhängig von allen andern Beziehungen, lediglich durch die Anschauungseiner das Gemüth (vornehmlich Verstand und Einbildungskraft) in harmonischeThätigkeit setzenden Form Lust zu erregen fähig ist, oder was gefällt, oder dasSchone in weiterer Bedeutung nach Kam'scher Bestimmung: der Gegenstandeines Hähern, nothwendigen Wohlgefallens. In dieser Bedeutung redet man auchvon ästhetischen, d. i. solchen Gefühlen, welche nicht durch den Stoff (das Mate-rielle) oder durch den Begriff vom Werthe der Dinge, sondern bloß durch die ange-schaute (harmonische), in sich vollendete Form eines Gegenstandes, welche dieKräfte des Geistes in harmonische Thätigkeit versetzt, erregt sind; I.) was durchein Gefttbl dieser Art bestimmt und von demselben abhängig ist (daher ästhetischesWohlgefallen, ästhetisches Urtheil oder Geschmacksurtheil, ästhetische Urthcilskraft,d. i. Geschmack im,engern Sinne, und sein Gegenstand Geschmacksobject); 8) waszu dem Kreist der Ästhetik gehört, oder von ihr, als Wissenschaft des Schönen, ab-hängig sein und auf ihre Grundsätze wenigstens zurückgeführt werden sollte. Nachdieser Bedeutung haben die Ausdrücke ästhetisches Urtheil, ästhetische Beurtheilung,Recension, ästhetische Kritik noch einen Hähern Sinn, als Viele meinen, von wel-chen sie doch sebr häusia gebraucht zu werden pflegen. 1'.
A st r ä a oder Dyke (bei den Römern Justitia), des Zeus und der Themis Tochter, die Göttin der Gerechtigkeit. Im goldenen Weltalter wohnte sie unterden frommen Menschen, im ausartenden silbernen kam sie nur selten einnial vonden Gebirgen herab; als aber das eherne Geschlecht sich Waffen schmiedete und denPflugstier erschlug, da flog sie zuletzt zum Himmel, wo sie im Thierkreise als Stern-jungfrau leuchtet. Denn später war sie beflügelt. (Vgl. Hören.) Einer andernFabel zufolge bezeichnet jedoch das Lternbild der Jungfrau die Erigone, welche ausVerzweiflung über den Tod ihres Vaters, Ikarus, sich erhing, und vom Zeus ,zur Belohnung ihrer kindlichen Liebe, in jenes Sternbild versetzt ward.
Astrachan , ein russ. Königreich vom 46 — 52° N. B. (14,635 mM.,2,600,000 E.), mit 3 Gouvernements: Astrachan (3142 lüM., 300,000 E.),Saratow, Orenburg , und der Provinz Kaukasien. Es ist begrenzt im N. von demLande der Bulgaren und Baschkiren, im L. vom kaSpischen Meere, im W. vonder Wolga , die es von den Nogaier-Tatarcn und den konischen Kosacken trennt,und im O. von einer,großen Gebirgskette, die es von der großen Tatarei scheidet.Der Sommer ist lang und sehr heiß, der Winter währt 3 Monate und ist überausstreng. Der reiche und fruchtbare Boden wird von den Tataren nicht angebaut.Auf der West- und Südseite der Wolga sind große Heiden, welche ein schönes,feines Salz im Überfluß liefern. — Die Hauptst. Astrachan (65° 4B O, §,und 46° 2V N. B.) liegt aus der Wolgainsel Scitza, 6 Meilen vom Einfluß derWolga in das kaspische Meer. Sie ist der Lutz eines gricch. ErzbischosS und einesarmen. Bischofs, hat 25 griech., 1 luther., 2 armen. Kirchen, 26 tatar. Med-scheds, e. indischen Tempel, e. Gymnasium, e. Priesterseminar, e. botanischenGarten, viele Fabriken, hat mit den Vorstädten 1 Meile im Umfang und zähltmit den Armeniern, Tataren, Persern und HintuS 38,000 E., ohne die Fremden,und 20,000 E., die der Fischerei halber dort lange Zeit weilen, in 3800 H. DieHäuser sind von Holz, schlecht und unbequem. Die Umgegend ist niit Gärten undWeinbergen bedeckt. Dir in der Wolga hier gefangenen Störe gehen gesalzen undim Winter frisch fast durch ganz Rußland . Die Kaviarbereitung ist wichtig. Auchsängt man viel Seehunde, Hausen :c. Dom Juli bis Oct. sind Heuschreckenschwärmenicht ungewöhnlich. Sonst handelte Astrachan nach Khiwa und Bochara; jetzt be-