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Erster Band. A bis Bl.
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Attribut

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wählt zu diesem Zwecke Gegenstände, welche bald an sich eine gewisse innere, noth:wendige Verbindung oder wirkliche Ähnlichkeit mit den darzustellenden Gegenstän-den und Begriffen haben, bald durch Gewohnheit und Übereinkommen mir iknenverknüpft zu werden pflegen. Letztere gebraucht man als Zeichen jener Eigenschaf-ten und Umstände, und fügt sie derFigur bei (daherAttribute), um dadurch denin irgend einer Hinsicht noch unbestimmten-Lin» derselben zu bestimme», möglicheZweideutigkeiten zu heben und auf die wahre Bedeutung leichter Hinzufuhren. Er-stere nennt man wesentliche, letztere zufällige oder willkürliche (auch conventionneile)Attribute. Wesentliche Attribute können und werten auch solche Gegenstände sein,welche, für sich allein gesetzt, schon bezeichnend (Sinnbilder) sein würde», t. B. dieBiene das S innbild des Fleißes, der Mob» das Sinnbild des Schlafes, der Schlan-genring, Krone und Scepter. Im vorzüglichen Sinne aber und dem Wesen desKunstwerks am angemessensten werden Attribute oder anhängende Symbole dieje-nigen Sinnbilder genannt, welche nur durch Verbindung mit einer Figur bezeich-nend sind, oder derselben gerade diese besondere Bedeutung geben, für sich gesetztaber nicht verständlich feui würde», und daher gleichsam zur Figur selbst gehören,z.B. dieFlügel der Genien, derFinger auf dem Munde des Harpokiates, dieBrusteder Natur ic. Denn auf diese Weife erscheint das Attribut nicht als ein äußererZusatz, sondern verschmilzt gleichsam mit der Figur, und das Kunstwerk behauptetsomit die ihm nothwendige Einheit. Zufällige oder conventionneile Attribute beru-hen auf einer zufälligen Verbindung, z. B.'die Schlange als Sinnbild der Arznei-kunst, der Anker der Hoffnung, die Wage der Gerechtigkeit, der Palmzweig desFriedens, das Kreuz als Attribut des Glaubens. Aus dem Gesagten wird auch ein-leuchtend sein, warum das Attribut vorzüglich in allegorischen und symbolischenDarstellungen (s. Allegorisch und Symbolisch) vorzukommen pflegt und dieFiguren selbst oft zu allegorischen erhebt; dem; diesen Darstellungen fehlt — wie über-haupt den Phantasiebildern im Gegensatze der historischen — größtentheils die spre-chende Individualität, weshalb sich der Künstler zu Attributen zu greifen genöthigtsieht. Die Bestimmung des Attributs ist demnach nur, die Bedeutung eines Ge-genstandes erklären zu helfen, nicht aber für sich da zu sein oder den charakteristi-schen Ausdruck der Figur entbehrlich zu machen, wodurch die wahre Bedeutung der-selben herabgewürdigt werden müßte. Die Figur muß vielmehr, so viel es durchHaltung, Physiognomie, Körperbau, Farbe, besonders aber durch Gebärden undMienen möglich ist, ihre» Charakter selbst ankündigen, und der Künstler zeigt sichum so großer, je mehr seine Figuren sich selbst erklären, und eines den Mund dersel-ben erst gleichsam öffnenden Attributs entbehren können, oder doch wenigstens zudem >Linne des Attributs insoweit Hinstreben, daß ihnen der Charakter nicht erstvon Außen her oder durch Beiwerke gegeben zu werden braucht. Daher z. B. nachForster'S Bemerkung in der AuSgießung des heiligen Geistes dieBegeisterung schonaus den Gesichtern der Apostel sich malen und nicht bloß als Flammchen über ihrenHäuptern schweben muß. Dtt hat der Gebrauch der Attribute auch nur in der per-sönlichen Beschränktheit des Künstlers ihren Grund, indeß im Gegentheile der ge-niale Künstler die Schwierigkeiten, welchen Jener nicht entgehen kann, durch sinn-reiche Anordnung und Erfindung natürlicher Motive (wo nicht bloß von Darstel-lung einzelner Figuren die Rede ist), vor Allem aber durch charakteristische» Ausdrucküberwindet. Einen einzigen Fall gibt es, wo der Gtkwaiich des Attributs vor dersichtbaren Darstellung eines Umstandes oder einer Handlung, welche dadurch be-zeichnet werden kann, vorzuziehen ist: wenn nämlich, bei der gegebenen Wahl, die-selben durch Attribute anzudeuten oder sichtbar auszuführen, die sichtbare Ausfüh-rung uninteressant sein und den Schönheitssinn des Zuschauers beleidigen müßte,oder die sichtbare Handlung sich durch sich selbst noch nicht erklären wurde. Woaber der Künstler dcs AttriburS bedarf, da hak das wesentliche den Vorzug vor dem