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Aufstand , Aufsteigung
Urkunden ausgefertiget, und Derjenigen, an die sie besonders gerichtet sind. DieGeistlichen harren im ganzen Mütelalter die Aufnahme der Urkunden, daher diedamalige große Stylallgemeinheir in der ganzen Christenheit. Aber man glaube^nicht, daß die unkundigen damaligen Notarien je sich einfallen ließen, einen ge-wissen abweichenden Styl für verschiedene Kasten der Regierenden oder Regierten inÜbung zu bringen. Alles, was darüber mancheDiplomatik fabelt, ist bloße spaterehppokhetische Concordanz der Gelehrten, welche früher und jetzt das Mittelalter (diePeriode des höchsten Eigennutzes inS Leben eingeführt) durchaus zu einem denken-de» machen wollten, weil Aristoieles's Subrilitäten unter den damaligen Gelehr-ten Glück machten, die, außer der Religion, nichts das menschliche Nachdenkentheoretisch Anziehendes kannten, und über das Praktische nachzudenken, kaum desGelehrten würdig hielten. Wich ein Heller Kopf von dieser Unsitte des damaligenJahrhunderts einmal ab, so wurde er wie eine Eule von den Vögeln des Tags,die nur allein das Tageslicht zu erblicken glaubten« bald als Ketzer, bald als Zau-berer, bald als NcuerungSsiichriger verfolgt, und was er sagte und that, hat unsdie damalige untreue amtliche und kirchliche Geschichte entstellt genug aufbewahrt.Nur das Einzige ist wahr, daß der >L7tolz im Kanzleistyl dem höchsten irdischen,deni päpstlichen, immer näher rückte. Wahr ist ferner, daß man bis ins 10. Jahrh.,nach damaliger Einfachheit, nur einen Taufnamen führte, bis auch hier die mensch-liche Auszeichnungssucht prunkvoller in d'er Pluralität auftrat, und daß man vordem 12. oder 13. Jahrh. dem christlichen Taufnamen einen Familiennamen beizu-gesellen für etwas Heidnisches hielt. Der Gelehrte befreundete sich damals wolnoch mit dem Heidenthum und seinen Gebräuchen; der Vornehmere, weil er un-wissender war, haßte und verfolgte Alles, was daraus Bezug beute, und ahmtegewiß kein heidnisches Beispiel nach. Die damals mit üe beim Namen der Taufeangefügte Formel bezeichnete gewiß nicht die Familie, sondern den Aufenthalts-und Geburtsort, wahrscheinlich wegen der Namcnidentitär eines andern, demAusfertiger bekannten Individuums. Dem Tausnamen ließ man gern das öffent-liche Amt folgen, vermutblich auch nur wegen Bezeichnung einer Amtshandlung.Das Wort tlvu,inu8 bezeichnete einen Allodialbesitzer, niemals das Anusaut. DieFormel I)<ü gi.ulia war anfangs ein Demuthstitel, den Regenren und Regiertebeliebig brauchten. Die diplomatische LUibtilikäk der neuern Zeit ging so weit, daßdie Kaiserin Maria Theresia eine eigne Untersuchung anstellen ließ, ob die nachge-borenen Erzherzoge befugt wären, sich von Gottes Gnaden zu nennen. Kurzerkonnte die Autokratie hier selbst den Titel bestimmen, ohne Nachfrage des Herkom-mens. — Die Urkunde» im Mittelalter, für Jedermanns oder auch nur für ge-wisser Personen oder Corporationen Kenntniß, hakten eine Gleichheit der Einlei-tung, die für die Einheit des Formularlcistens spricht, indem jede Varietät vondes Ausfertigers Willkür abhing. Das Begrüßen schloß sich an, weil den Geist-lichen die apostolische Begrüßung der Nachahmung werth schien, und es der Eitelkeitschmeichelte, wie die Apostel allgemeinen Unterricht zu ertheilen.
Aufstand, s. Insurrection.
Aufsteigende Linie, s. Absteigende Linie.
Aufsteigung (usecnsio). In der Sternkunde versteht man unter ge-rader Aufsteigung eines Gestirns denjenigen Bogen des GleichcrS, welcher zwi-schen dem Frühlingspunkte und dem Abweichungskreise dieses Gestirns entkalkenist, unter dem Äquator mit ihm zugleich aufgeht oder mit ihm gerade aufsteigt.Durch die gerade Aufsteigung und Abweichung wird der Stand der Gestirne amHimmel ebenso bestimmt, wie die Lage der Drter auf der Erde durch die Länge undBreite. Unter schiefer Aufsteigung versteht man denjenigen Bogen des Giebchers, welcher zwischen dem Frühlingspunkte und dem mit einem Gestirne zugleichaufgehenden Punkte des Bleichers enthalten ist.
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