Auteuil
Autodidakten
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Gaben für das Fach naturwissenschaftlicher Thätigkeit. Feurige Vorstellungskraftund ein außerordentliches Gedächtniß begünstigten seine Studien. Nachdem erDoctor geworden, machte er eine Reise nach Nordamerika . Vom gelben Fieberbefallen, allein und ohne Hülfe, rettete er sich selbst durch einen kühnen Aderlaßvom Tode. Nach seiner Rückkehr wurde er Professor der Arzneikunde, besondersder Anatomie und Klinik, in Tübingen . Hier wirkt er-unausgesetzt durch geist-volle Vortrüge, sowie durch eifrige Krankenbehandlung. Nicht weniger thätig alsSchriftsteller, hat er besonders Zeitschriften, theils allein, theils in Gemeinschaftmit Reil, herausgegeben. Der König von Würlemberg verlieh ihm tenDrdc» desCivilverdiensies und ernannte ihn zum Kanzler der Universität Tübingen .
Auteuil, am Eingänge des Holzes von Boulogne , eine kleine Meile vonParis , daher oft literarisch berühmte Männer dort wohnen. Noch zeigt man daselbstdasLandhauSdesDichtersBoileau (s. d.)., wo Frankreichs scheue Geister fleißigbeim skeptischen Boileau schmausten. Einst vom Weine im nächtlichen Schmauseerwärmt, bejammerten die Litcratoren das zurückgehende Zeitalter und fanden, eö seiein Unglück, daß man geboren worden sei, und ein Glück, eine so verdorbene Weltbald zu verlassen. Alle wurden eins, sich in die nahe Seine zu stürzen, und schonwandelte die Blüthe der franz. Gelehrten nach dem Flusse. Da siel cS Molare ein,eine so schöne Handlung berubmter Männer müsse nicht in nächtlicher Finsternißvollbracht werden. Die Fröhlichen hielten inne und fanden, daß er Recht habe.Der gemüthliche Chapelle schlug nun vor, sich morgen bei Tage zu ersäufen undzum Mahle zurückzukehren, um die noch übrigen Flaschen zu leeren. Der witzigeAndrieux brachte diese Anekdote im „äluüäre e.ela ses ,insts. r>u lc snnzier !l Gi-leui!" auf die Bühne. Während der Arzt Gendron das Haus besaß, besuchteVoltaire diesen seinen Freund und setzte folgende Zuschrift: „Gest ioi le v,r>> I'er-»nsse ste; vrnis enßins st'.bz>nll»u. — üons le iiixn >Ic Uoilc.iu ces lieux vircutIloisae; Lscnilnpe v zrnrnit sous cel»! ste 6enstrcu>".— Zuletzt besaß MadameHelvetius als Witwe diesen Landsitz und verschönerte ihn durch ihre Abendcirkel.Alles, was Ruf hatte durch Literatur oder Thaten, war dort stets willkommen, ermochte Franzose oder ein Fremder sein. Frei war dort Zeder. Man nannte dieGesellschaft deßhalb „I..i sex-ißtä lünr- <Ies «Hoisie-.". 1'98 und 1199 gefiel sichdortDonaparte schr in der Mitte freisinniger Menschen und spazierte fleißig mit derberühmten Eigenthümerin in ihren, Garten, die seinen schon damals lebhaftenEhrgeiz kannte und ihm lächelnd vorwarf: „Vous ne vous stouie? pns enn>bm,> <>nzx'ut Irnuver <Ie bonlxnir cbins li»,s arxens -Iv lcrre". — Aucb Monumenteberühmter Todten sieht man aufdortigcm Kirchhofe - u. a. vom Präsidenren Nieo-lai von der Ginnst»« ,1«-s rn,nj>t>s. und von dem als Civilist und Vertheidiger derMenschenrechte bekannten Kanzler d'Aguesseau.
Authentisch heißt urschriftlich, was eine Person eigenhändig geschriebenhat; dann glaubwürdig, gewiß, echt.— Authentische Gesetzerklärung,welche von dem Gesetzgeber selbst ertheilt wird; Uwe .intlienligue. eine öffent-liche, beglaubigte Urkunde. — Authentica heißt in der römischen Rechtswissen-schaft ein Auszug einer Novelle (s.CorpnS Zuris), wodurch ein Gesetz des Co-dex entweder abgeändert oder ganz aufgehoben ist. Sie wurden von den ersten Be-arbeitern des röm. Rechts im Mittelalter aus einer Handschrift der Novellen (>i bro.lullx-uliuo) gezogen, den abgeänderten Stellen des Codex beigesetzt, und sind so inden Ausgaben des Corpus ZuriS geblieben. Auch einige Gesetze der Kaiser Fried-rich l. und I I. sind auf diese Weise eingetragen worden.
Autodidakten (a. d. Griech.), Selbstbelehrte, Diejenigen, die sich inirgend einer Kunst und Wissenschaft ohne schulgerechte Beihülfe Andrer Kenntnißund Fertigkeit elivorben haben.
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