580 Autographisch Autopsie
?lutographisch oder Autographa (griech.), Handschriften, die derVerfasser selbst geschrieben hat, ;nm Unterschied von Abschriften. Man achtet siehöher als letztere, nicht nur als interessante Überbleibsel, sondern auch, weil mansie für richtiger und minder fehlerhaft halten kann als Abschriften vonfremderHand.
Autokratie, Selbstherrschaft, Eigengewalt. In der Moralphilosophie:Selbstbeherrschung oder die Herrschaft der Vernunft über die widerstrebenden Nei-gungen; in derPolitik Alleinherrschaft.
Autokrator, ein Selbstherrscher, der alle Staatsgewalt in sich vereinigt.(«.Selbstherrscher.)
Auto m a t, ein sich selbst bewegender lebloser Körper, überhaupt jede Ma-schine, welche ihre bewegende Kraft in sich verborgen hält und sich also von selbst zubewege» scheint, «chon Hans Slottheim um 1581 und Christoph Schifiler, fastum eben die Zeit, verferiigten dergleichen Maschinen; besonders Achilles Langen-bucher, welcher wegen seiner Geschicklichkeit 1610 in Augsburg das Bürgerrechterhielt. Seine Hauptarbeiten waren selbstspielende musikalische Instrumente; ermachte sogar eins, welches eine ganze Vesper von 2000 Takten von selbst schlug.(Man sehe Stetten's „Kunstgeschichte der Stadt Augsburg ".) Unter die bewun-dernswürdigsten Aüiomate geboren die von Vaucanson «s. d.). Die beiden«eh weiter, (Gebrüder Drvz (s. d.), haben es in der Kunst, Automate z„ verfer-tigen, nicht weniger weit gebracht. Eins derselben stellt ein Kind von 2 Jahrenvor, das, sitzend an einem'Pulte, seine Feder eintaucht, das Überflüssige ausschüt-tet und Alles, was man ihm in franz. Sprache vorsagt, niederschreibt, welchesfreilich ohne versteckte menschliche Beihülfe nicht möglich ist. Der Schachspielerdes Herrn v. Kempelen (st d.) gehört nach dem Freiherr» v. Raknitz („Über denSchachspieler des Hi n. v. Kempelen und dessen Nachbildung") nicht unter die Au-tomate, weil nach ihm die Hülse eines (versteckten) Menschen dabei nöthig ist.Eins der merkwürdigsten Automate ist des Hrn. v. Kempelen Sprachmaschine, überwelche derselbe eine vortreffliche Schrift herausgegeben hat. Zu den neuesten Au-tomaten gehören: Siegmeier'S Flötenspieler, Mälzl'S und Kauftnann'S Trompe-ter; vor allen aber vielleicht eine von dem Bürger Frizard zu Biel für den damali-gen ersten Consul Donaparke verfertigte antike Vase, welche sich bei Berührungeiner Feder zu einem Palmbaume entfaltet, unter dem eine spinnende Schäferin sitzt.S. Romershausen'S Art. Automat in der „Ersch-Gruber'schen Encvklopädie".Man vgl. überhauptBusch's „Handbuch der Erfindungen" (Eisenach 1802, Bd. 1,S. 315 fg.).
Autonomie, in dem StaatSrechte, das Recht, seine eigene Gesetzgebungund Verwaltung zu haben; in der Moralphilosophie die eigene Gesetzgebung des2MlenS, oder diejenige Beschaffenheit eines vernunftgemäßen Willens, wodurch ersich selbst Gesetz ist, sich selbst bestimmt, ohne Einfluß äußerer Triebfedern. Ihrentgegen stellt die Hekeronomie des Willens, wenn derselbe einer fremde» außeiHrVernunft liegenden Federung folgt. Als Sinnenwesen betrachtet, ist der Menschfreilich den Naturgesetzen unterworfen, aber als Vernunftwesen (Intelliaenz) stehter unter Gesetzen, die von der Natur unabhängig, bloß in der Vernunft gegründetsind. Unabhängigkeil von den bestimmten Ursachen der Sinnenwelt ist Freiheit innegativer Bedeutung, und mit dieser steht diese Autonomie des Willens in unzer-trennlicher Verbindung, mit ihr aber das allgemeine Princip der Sittlichkeit; da-hingegen unter Hekeronomie so unendlich verschiedene hrpoibensche Federungenund BestiMiiiungsgrunde begriffen sind, als es Narurursachen, Neigungen u. s. w.geben kann. Frei, autonomisch und sittlich gut handeln, ist gleichbedeutend.
Autopsie (von selbst, und oep-s. das Sehen), die eigne Beobach-
tung irgend eines NarurgegenstandeS, im Gegensatze der Kenntniß, welche mandurch Beschreibung, Erzählung w. davon erhalten kann. In der Naturwissenschaft