Band 
Erster Band. A bis Bl.
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592
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592 Bacchius Bacchus

B a c ch i u s, B a c ch ü u s, s. Rhythmus.

Bacchus (griech. Dionysos ), der Gott des Weins, zwar von einer sterb-lichen Mutter geboren, aber dennoch von s. Geburt an einer der himmlischenGötter. Seine Geschichte gehört zu den verwickeltsten in der griech. Mrthologie.Zeus hatte ihn mitderSemele (s.d.) gezeugt. Die Mutter aber ward vor seinerGeburt ein Opfer des arglistigen Rathes derHere. Zeus eilte mindestens die nochunreife Frucht seiner Umarmungen zu retten, und verschloß sie bis zur Zeitigungin seine eigene Huste. Dann übergab er den Knaben dem Hermes, der ihn zu Znound Athamas und in der Folge zu den Nymphen von Nysa in Indien brachte, woer gedeihlich aufwuchs. Als sein Lehrer und Erzieher wird sein nachmaliger be-ständiger Begleiter SilenuS genannt. In Nysos Thälern war es, wo B. ausden Trauben einen Trank zu bereiten erfand und die Pflanzung des Weinstockslehrte. Um seine Erfindung nicht auf einen kleinen Bezirk einzuschränken, durch-zog er fast die ganze damals bekannte Erde und breitete mit seiner Wohlthat zu-gleich seine Verehrung aus. Gezogen von Löwen (Andre nennen Panther, Tigeroder Luchse), begann er seine, einem Siegesgepränge ähnliche Reise mit einem gro-ssen Gefolge von Männern und Weibern, Silenen, Satyrn, Mänadcn. Begeistertdurch die Nähe des Gottes, laut aufjubelnd, den ThyrstiS schwingend, mit Rebenund Epheu bekränzt, schwärmten und tanzten sie um ihn her, jauchzend scholl ihrE»oe! EleleuS'. durch Gebirg und Thal, und in den jauchzenden Ruf mischte sichphrvgisches Flotengekön und wirbelnder Paukenklang. In Theben wollte man seineGott heit nickt anerkennen, und Penrheus rüstete sich sogar wider ihn. B. beschloß,den Frevel zu rächen; eine wilde Wuth trieb die Weiber aus den Häusern aufden Berg Evtharon, wo sie umherschwärmten; PeniheuS aber ward von seinereignen Mutter und deren Schwestern, denen er ein WildesThier fchie», zerrissen.Auf ähnliche Weise strafte er deS Mynias Töchter, die seine Feste nicht feiern woll-ten, mit Raserei und Verwandlung. Als er nach Naros übersetzte, gedachten dietvrrhenischen Schiffer ihn nach Italien zu entführen, weil sie aus seinem Purpur-gewände auf einen KenigSsobn schlössen. >Lie fesselten ihn; aber die Fesseln mlenab, Reben und Epheu umschlangen taSLächiffund hielten cS mitten im Meere fest,der Gott verwandelte sich in einen Löwen, und die Schiffer, von Raserei ergriffen,stürzten sich ins Meer, wo sie in Delphine verwandelt wurden. Dagegen belohnteerDiejenigen, die ihn gastlich und mir Ehrfurcht empfingen, B. den MydaS(s. dä, der ihm den verlorenen, treuen Silen wieder zugeführt hatte. — SeineLiebe gewannen Mehre; aber nur Ariadne (s. d.), die er auf Naros verlassenfand, erhob er zu seiner Gemahlin. Sie ward durch ihn der Unsterblichkeit theil-haftig. Um ei» Gleiches seinerMuttcr Semele zu gewahren, stieg er in die Unter-welt hinab und führte sie, die fortan Thyone hieß, zum Olymp. In dem furcht-baren Gigantenkriege focht er als Held und rettete die Getrer vorn nahen Verder-ben. Nach Andern entging er der ihn indiefemKainpfe umringenden Gefahr nurdadurch, daß er sich in einen Löwen verwandelte. Da er als Sieger durch denOlomp jauchzte, rief der gerettete ZeuS ihm freudig zu: „Euan Euie!" („Schön,mein Sohn!"), mit welchen Worten B. nachher gewöhnlich begrüßt wurde.Abgebildet finden wir ihn in den runden, weichen und anmuthigen Forme» ehereiner schönen Jungfrau als einem Jünglinge ähnlich. Eine ihm eigenthümlicheZierde ist die Srirnbinde; die langen wellichren Haare sind hinken in einen Knotengeschürzt und mit Ephcuranken und Weinlaub umkrän;t. Gewöhnlich ist er ganzunbekleidet; zuweilen bar er eine weite Palla nachlässig umgehängt; manchmalhangt ihn, auch ein Rehfell guer über der Brmi. Der bärtige B. ist eigentlichindischen oder agvptischen Ursprungs. Die goldenen Hörner (das Symbol unbe-siegter Kraft) auf dem Haupte pflegte die Bildnerkunst der Griechen zu versteckenoder ließ sie nur wenig verschimmeln. Die dem B. geheiligten Feste hießen