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Baden
Badajoz
die Physiologie und Chemie waren damals noch in einem zu unvollkommenen Zu-stande^ als daß er nicht in große Irrthümer hätte verfallen müssen. Die Rechts-wissenschaft hatte er nicht als bloßer Rechtsgelehrrer, sondern auch als Gesetzgeberund Pksilosooh betrachtet. Man hat von ihm Aphorismen, ebenso merkwürdigdurch Tiefe der Gedanken, wie durch die Kraft und Genauigkeit des Ausdrucks.Von der Moral handelt eins seiner schönsten Werke, „Lernn,neu tl>I>4<^" betitelt,ein Schatz der tiefsten Kenntniß des Menschen und der menschlichen Verhältnisse,vorgetragen in einem blühenden, kraftvollen iLtvl. Als Geschichtschreiber hat er inseiner „Geschichte Heinrichs VII. u. Vlll." nur wenig geleistet. Von seiner Kennt-niß des Alterthums aber zeugt sein Werk über die Weisheit der Alten, worin er dieFabeln der alten Zeit durch sinnreiche Allegorien erklärt. Die einzige Wissenschaft,in der D. weniger gründliche Kenntnisse besaß, war die Mathematik, und diesemMangel ist es zuzuschreiben, daß er, der allenthalben die Irrthümer des menschlichenGeistes entdeckte und die richtigen Lehrarten anzeigte, das Kopcrnicanische Systembestreiken konnte. In diesem Punkte allein stand er tiefer als die aufgeklärten Män-ner seiner Zeit. In allen übrigen Theilen der menschlichen Forschung hatte er sich zueiner Höhe emporgeschwungen, daß keiner seiner Zeitgenossen die Kraft seines Ge-nies, die Richtigkeit seiner Ansichten und dieWichtigkeit seiner Arbeiten vollkommenzu würdigen vermochte. Er allein war sein Richter, und mit gerechtem Stolze sagter in seinemTestament: „Meinen Namen und mein Andenken vererbe ich denNatio-neu des Auslandes und meinen eignen Mitbürgern, wann einige Zeit verflossen seinwird". — Die schönste Ausgabe seiner sämmtlichen Werke ist zu Londen 1765 in5Bdn., 1., erschienen, «ie sind theils in englischer, theils in lat. Sprache.
Badajoz (bei d.Röm. ?.nx.4npm;i,i), befest. Hauptst. der spanischen Pro».Estremadura, am linken Ufer der Guadiana , über welche eine steinerne Brucke von22 Bogen führt, unfern der portug. Grenze, mit 14,000 Einw., einer Stückgieße-rei u. einemBisthum. Sie ward im letzten Kriege von den Engländern 3 Mal be-lagert. Nach der Vertreibung Masssna's aus Portugal und dessen Ruckzuge durchEstremadura mußte es eine Hauptsorge des brit. Feldherrn sein, Badajoz , das dieFranzosen seit k. 10. März 1811 besaßen, sowie Ciudad-Rodrigo und Almeida, wie-derzunehmen. Nach der Eroberung von Olivenza (16. April 1811) ließ Welling-ton Badajoz einschließen, mußte aber, da Soult zum Einsah anrückte, die Belage-rung schon am 14. Mai aufheben. Nach den Schlachten von Fuentes d'Onor undan derAlbuhera lP d.) ward Badajoz am 25. Mai zum zweiten Male eingeschlos-sen; nach mehren vergeblichen Stürmen aber hob Wellington , am 16. Juni 1811,die Belagerung auf. Nach Eroberung Ciudad-Rodrigos (19. Jan. 1812) unter-nahm Wellington mir 16,000 M. am 17.Märzdie dritte Belagerung und erobertein der Nacht nun 7. April und am Morgen die Stadt, nach einem mörderischenKampfe, mitL-turm. Die Besatzung mit dem commandirenden General Philippenward gefangen. Die Belagerer verloren bei dieser Belagerung 72 Pssiciere, 963M. an Todten, 866 Ldfneiere, 3483 Man Verwundeten.— Im Frieden zuBadajog, geschlossen zwischen Spanien und Portugal den 6. Juni 1801, ver-sprach Portugal seine Hären den Engländern zu verschließen; Spanien behielt daseroberte Olivenza und dessen Gebiet an der Guadiana. (S. P ortuga l.)
Baden, Großherzogthum, das von einem Fürstenhause beherrscht wird,welches seinen Ursprung aus dem Geschlechte Gottfrieds ableitet, eines Herzogsder 'Alemannen, der sein Vaterland bis an seinen Tod 709 gegen die Übermachtder fränkischen Oberhofmeister vertheidigte. Ein Abkömmling desselben, Gerold,sowie sein Sohn Berthold erscheinen in Urkunden gegen Ende des 8. Jahrh, alsGau- oder Landgrafen m der Baar (die Landgrafschaft Baar, darin Donaueschin-gen, besitzen jetzt die Fürsten von Fürstenberg unter badischerHoheit). Späterhinkommt ein Berthold (der von jenem Berthold in der Baar abstammen soll) als