Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
604
JPEG-Download
 

604 Baden (Bäder)

DasLand hat in dem Innern seiner Gebirge vielerlei Mineralien, jedoch Salz nichthinreichend. Aus dem Rheine wäscht man Gold, woraus ehemalr Baden Dukatenschlagen ließ mit der Umschrift: 8io kuluent litnr.i Illicni. Die Fabriken sind nichthinreichend und beschäftigen ungefähr 10,000 Personen. Die meiden sind inMan-heim, Pforcheim und Karlsruhe. Bekannt sind die Bijoutcriesibriken tu Pforz-heim (jetzt 21), welche jährlich für 600,000 Gldn. Waaren lieürn. Ein eigen-thümlicher Gewerbzweig der Schwarzwälder ist die Verfertigung hölzerner Uhren,welche fast 700 eigentliche Uhrmacher beschäftigt, die jährlich übe- 100,000 Uhrenliefern. Der Eigenhandel des Landes besteht mehr in Ausfuhr derNaturerzeugnissealsdesGewerbfielsseS, und wird durch guteKunsistraßen und die schiffbarenFlüsseRhein, Neckar undMain befördert. Wegen der Lage zwischenDe ufchland, Frank-reich und der Schweiz hat Baden viele Vortheile vom Transito- und Spedikions-handel. Die Mehrzahl der Einw. gehört der kathol. Kirche am der Regent be-kennt sich zur lutherischen. (Über die neue evangelische Gemeint» zu Mühlhansens. Henhöfer .) Für den Unterricht der Protestant. Jugend in der überall bestehen-den Landschulen werden Lehrer in dem Seminarium zu Karlsruhe gebildet. Die ge-lehrte Bildung befördern die latein. Schulen, Pädagogien, Gnnnasieii und dieUniversitäten zu Heidelberg und Freiburg . Der jetzt regierende Gioßherzog hat den3. März 1819 die Eintheilung des Staats so festgesetzt, daß die ResidenzstadtKarlsruhe zu keinem Kreise gehört, sondern unmittelbar dem Min sterialdepart. desInnern untergeordnet ist, und daß der übrigeStaat aus 6Kreiser besieht: 1)DerMurg- und Pfinzkreis mit 11 Ämtern, Hauptort Durlach ; 2) ssinzigkreis, mit14Ämt. (darunter Achern, Hornberg, Triberg und Bühl ); 3)Treisam- und Wie-senkreis, niit 15Ämt.; 4)See- und Donaukreis, mu15Ämt.: 5) ssseckarkreis,mit 14, und 6) der Main - und Taubezkreis, mit 8 Ämt. Seitdem wurde, inFolge der Convention mit Baiern und Ozbreich (Frankfurt , den 10. Juli 1819),die bisherige östreich. GrafschaftHohengcroldseck (am Schwarzualde, 2ä. OM.,4500. E., 34,000 Gldn. Eink.) mit Baden vereinigt, wogegen Baden (s.T c rr i-torialpolitik) einen verhältnißmäßigen Theil des Amtes Werkheim an Ostreichabtrat. Baiern erhob jedoch 1827 eine andere Entschädigungsfodetung für den vonBaden abgetretenen Theil derGrafsch. Sponhcini. S. „Über dic'cknfpr. der KroneBaiern anLandesih. des Großherzogth. Baden" (Manh. 1828). — Bade» hat:1) den Hausordcn der Treue, gestiftet 1715 und erneuert am 8. Mai 1803, wel-cher in Großkreuze und Commandeure abgetheilt, und dessen Ordersherr und Groß-meister jedesmal der Großherzog ist; 2) den Karl-Friedrich-Militairverdienstoi den,vomGroßherzog KarlFriedrich am 4.April 1807 gestiftet, dessen Großmeister derGroßherzog ist, und der aus drei Classen, Großkreuzen, Commandeuren und Rittern,besteht; 3) den Orden des zähnnger Löwen, gestiftet vom Großherzog Karl Lud-wig Friedrich am 26.Dec. 1812. Er besteht ebenfalls aus Großkreuzen, Com-mandeuren und Rittern, und hat den jedesmaligen Großherzog zum Großmeister.Vgl. Frdr. Dittenberger's (großh. bad. Ministerialfecret.) „Geogr. statist. topogr.Darsiell. des Großherzogth. Baden" (Karlsruhe 1826).

Bade n. Drei durch Bäder berühmte Städte: 1) Baden in Ltchwaben,mit 418 H. und 3200 E.; bei den Römerir ('.ivilru; .inreli.r sgnensir, späterhingegen 600 I. lang die Residenz dcrMarkgrafen von Baden, liegt in einem reizen-den Thale, 2 Stunden vom Rhein . Das Schloß bietet nach allen Seiten hindie herrlichsten Ansichten. Es enthält eine Menge unterirdischer Gewölbe, die, derSage nach, der Feme zum Sitz gedient haben und wahrscheinlich ein Werk derRömer sind. DieAntiguitätenhalle (tlu^einu j^I.iro-iccbnicum) enthält römi-sche Denkmäler, die um Badcir her gefunden worden sind. Das Conversations-hans, ehedem ein Iesuitenkloster, ist ein Unterhalkungsort, wo man vorzüglichzu Spiel und B.stlcn zusammenkommt: es hat eine herrliebc Lage. Die Collegiat-