Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Bajazct I. Bajuö

seiner Vertheidigung des jungen Ist. Cölius für nöthig hält, sich selbst zu rechtfer-tigen, daß er einen Menschen in Schuh nehme, der Bajä gesehen hat". Vielleichthaben die Dämpfe seiner heißen Quellen zum Theil die Ungesundheit verursacht,von der man in Cicero'? Briefen schon zweideutige Anklagen findet, die jeht aber beidcr Unbewohntheit der Gegend, bei der Versumpfung der Wasserabzuge, in denenFlach? geröstet wird, bedeutend zugenommen hat. Doch unvernlgbar ist der Reizseiner Lage am Golf, auf dem einzelne Fischerbarken an die Flotten erinnern, dieeinst, aus dem julischen und mifenischen See auslaufend, hier vorüberzogen, imAngesichte von Puzzuoli, den Inseln und dem hochgelegenen Castelle, einem Wer-ke des Vicekönigs Peter von Toledo. 19.

Baja ; et 1., türkischer Kaiser, folgte 1389 seinem Vater Amurath 1., derin der Schlacht bciKassova gegen die «vertier geblieben war. Er ließ seinen älternBruder Jakob, der ihm den Thron streitig machte, erdrosseln: eine Barbarei, dienachher am türkischen Hofe fast zur Gewohnheit geworden ist. Er machte großeund schnelle Eroberungen; daher sein Beiname: der Blitz. In 3 Jahren ero-berte er die Bulgarei, einen Theil von-Lrerbien, Macedonien, Thessalien, und un-terwarf sich die Staaten in Kleinasien . Erschloß selbst Konstant,nopel 10 Jahrehindurch ein und glaubte es durch Hunger zu bezwingen. Um Konstantinopel zuretten, brachte König Sigismund von llngani (nachmaliger deutscher Kaiser) eingroßes Heer zusammen, bei welchem sich auch sranz. Truppen unter Ansuhrung desHerzogs v. Nivey, mit 2000 Edelleuten befanden, und griff die an der Donau gelegene Stadt NikopoliS in der Bulgarei an. Allein B. eilte herbei und errangüber die verbundenen Ungarn, Polen und Franzosen d. 28. Sept. 1395 einen ent-scheidenden Sieg. Sigismund entging verkleidet durch eine schleunige Flucht derGefangenschaft. Die Franzosen , durch deren ungestüme Hitze die Schlacht verlo-ren ging, wurden größtentheils gefangen, und B. ließ sie fast alle hinrichten. Erwurde nun wahrscheinlich das griechische Kaisenhum ganz gestürzt haben, wennnichtTimur (Tamerlan , s. d.) s. Besitzungen in Natolien (1100) angegriffenhätte; B. zog ihm entgegen und erlitt am 16. Juni 1402 bei Ancvra in Ma-larien eine gänzliche Niederlage. Er selbst fiel in die Gewalt seines Besiegers, derihn jedoch mir Großmuth behandelte; denn die Erzählung, daß er von Timur ineinem Käfig herumgeführt worden, ist ohne historischen Beweis. B. starb 1403,in Timur's Lager in Karamanien; sein Nachfolger war Loliman I.

Bajazzo, von dem italienischen buch, ein Spaß, und u-ijaeois, eineinfältiger Spaß, ist der bei Seiltänzern, Kunstreitern und ähnlichen herumzie-henden Gesellschaften gewöhnliche Spaßmacher.

Bajonnei, s. Bayonnet.

Bajus oder de Bay (Michael), geb. 1513 zu Melin im Hennegau , zuLöwen gebildet und seit 1551 Profi der Theologie auf dieser Universität, 1563 und1564 Mitglied der Kirchenversammlung zu Tricnt, gehörte zu den größten Theo-logen der katholischen Kirche im 16. Jahrh. Er gründete die systematische Theolo-gie, mit Beseitigung der scholastischen Methode, unmittelbar aus die Bibel unddie Kirchenvater. Die Schriften des h. Augustinus hatte er neun Mal gelesen, undbewegte sich daher ganz in dem Ideenkreise dieses Kirchenvaters, dessen Lehren vonder gänrlichen Unfähigkeit des menschlichen Willens zum Guten und von der Un-verdienstlichkcir guter Werke er gegen die geselligere Moral der Jesuiten zuerst gel-lend machte. Die Behauptung, daß der Wille des Menschen, so lange er sichselbst überlassen wäre, nur sündigen könne, daß auch die Mutter Jesu nicht freivon Erb- und wirklicher Grinde gewesen, daß jede Handlung, die nicht aus reinerLiebe zu Gott komme, Sünde, und kein Werk der Buße zur Rechtfertigung desSünders wirksam, sondern Alles allein der Gnade Gottes in Christo zu verdankensei, und andre Sätze zogen ihm Verketzerungen von Seiten der alten Scoristen und