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Erster Band. A bis Bl.
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Barbareöken (Geschichte)

dessen Bejahung er sich ganz verlassen konnte, und hielt die Stadt nebst der unru-higen Turkenmiliz durch 50 Kanonen in Ordnung. Er behandelte die europäischen Consuln und die fremden Kaufleute mit empörender Willkür und Grausamkeit.Sein Nachfolger, Hussein, seit d. I.März 1818, hat ebenfalls um s. Sicherheitmillen jenes-Lchloß zu s. Residenz gewählt. Der Dey von Algier hat eine unum-schränkte Gewalt, obgleich die ersten Staatsbeamten und Ofstcicre einen Divan bil-den. DieWahl desDey hängt ganz von gemeinen Soldaten ab. Sie muß einstim-mig fein, daher gewöhnlich eine Partei die andre zum Beitritt nöthigt. Der Ge-wählte muß die Stelle annehmen. Der neue Dey läßt nicht selten, um s. Anhängermit Stellen zu belohnen, alle Beamte seines Borgängers umbringen. Der Dcykann über Alles verfügen, außer über Religionsangelegenheiten. Er hält täglich Ge-richt, außer Donnerstags und Freitags, wobei sämmtliche Beamte zugegen sind. Alleswird schnell abgethan, und die Urtheile werden auf der Stelle vollzogen. Der vorigeDey bewaffnete die Eingeborenen desLandes, Mobrcn und Neger, gegen die eignenLandsleute, die türkische Miliz, und erkaufte ihre Anhänglichkeit durch den heiligenSchah im alten Schlosse, dessen er sich bemächtigt hakte. Die britische Regierungwird von diesen Barbaren mehr gefürchtet als jede andre. Sie beobachten die mitEngland geschlossenen Verträge, und in Marocco hat seit dem Vertrage von 1121der britische Eonsul stets in großem Ansehen gestanden. Auch ist der Zustand derSkla-ven, wenigstens inMarocco und Tripolis , stetSleidlich gewesen, und ihre Auslösunghat nieSchwierigkeiten gehabt; seit aber auch inMaroeco die Lklaverei der Christenabgeschafft worden, sollen schiffbrüchige u. a. Europäer , die in die Hände der Araberlind türkischen Freibeuter sielen, oft ermordet worden sein, wenn man sie nicht in dasZnncre von Afrika schleppen konnte. Die meisten Christensklaven sind Italiener;aber auch die üal. Staaten behandeln die gefangenen Mohren als Sklaven. 1821verlangte Frankreich für s. voni Dev beleidigten Consul und wegen andrer UnbildenGenugthuung. Aufdeffen Weigerung ward ihm der Krieg erklärt, und Algier 1828fg. blokirr. — DerStaat von Algier (4218 mir 2-sM>il. E.) liegt zwischenTunis und Fez. Nach dem Frieden von 1816 zahlt Neapel jährlich an Algier 24,000Piaster und gibt für jeden gefangenen Neapolitaner 1000 Piaster (1300 Thlr.) Löse-gcld. Die Amerikaner haben sieb von diesem Tribute befreit. Denn nachdem sie am20. Juni 1815 die algierischeE?cadre bei Carthagena völlig geschlagen, mußte derDey einen Vertrag mit ihnen abschließen, in welchem er allem Tribut entsagte undsogar für die ausgebrachten anierikan. schiffe einen Ersatz von 60,000 Piasternleistete. Über das Verhältniß Algiers zu England s. Sklavenhandel. 10,000Mann, meistens türkische Miliz, bilden das Hee-r; im Norhfalle können 100,000M. zusammen gebracht werde». Die Hauprst.Algier (ItO Seemeilen von Gi-braltar ) mit 80,000 Einw., darunter 10,000 sluden, ist von der Seeseite starkbefestigt. In den Provinzen, unter welchen Constanrme (zugleich die volkreichsteStadt nach Algier, mit alten Denkmälern) an Tunis grenzt, regieren Beys despo-tisch; die Dörfer haben eigne Scheichs; befiehlt ein Scheich über mehre Dörfer,so heißt er Emir. Über Tunis, Tripolis, das Reich Fez und Marocco ,die Landschaften Biledulgerid und Barka s. d. A. — Die -Leemacht dersmimtl. nortafrikanischen Staaten ist von jeher, im Vergleich mit den europäischen Flotten, unbedeutend gewesen. — Über die Berbe rei vgl. man Blaquiere'ü „sieltei8kioni lbc äleeliterraueii» containin^ a eieil n<> politle.il neceinut ol 8ieilv,1'ripoli. 'I'uui.e anel äl-ilt.i" (London 1813, 2Dde., mitKpfrn.); des verst. Ri-chard Tully's (brit. Consuls) anziehende „dzarr-eiive oka ten veai8 resnlenee !,t.1 ripolsi an nocount e>l tlie elomertic manners ol'tlie äloors, Arabs anet siurlcz"(London 1816, 4.); Keaking's „l'iave Ü8 in siurogi.i nnel Alrica, evilli ,1 p.-irlieulur.-ecount ok älaroeeo" (London 1816, 4.) und Macgill'S „Veeount uk 'siuniG(Glasgow 1811). K.