Band 
Erster Band. A bis Bl.
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660
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Bardili

Baring (Aamilie)

bestrittene Stolle des TacituS (<7<-rn>. 7.) gegründet. Selbst Henne wagte nichtzu entscheiden, ob dort bsrültus oder b-neilen, oder lx>, lins zu lesen sei. Adelung ^in seiner „Ältesten Geschichte der Deutschen >c." (Leipz. 1806), S. 387, zieht I>->e>- iIn, vor, versteht darunter sehr richtig das Kriegsgeschrei, den Schlachtruf der Gere !nianen, und leugnet, daß es bei ihnen den Namen der Karden gegeben habe.Andre, welche !>u,<Iil>i5 lesen, denken an denHardengesang in der Schlacht und >neknien daher auch Karden bei den Deutschen an, wohin die Stelle aber auch selbstnur dieftrLesart nicht zu deuten ist. TacituS spricht auch am a. Ort. (Cap. 2 und 3) ^von alte» Gesängen der Germanen, welche den Ursprung und die Thaten ihres Ge-pschlecktS besangen, ohne doch irgendwo diese Sänger Barden zu nennen. Das vonftlopstock zuerst gebrauchte Wort Kardiet, als Gattung der Dichtkunst, bezeichnetein Lied, i» dem vorgestellten Charakter eines Karden oder ältesten Sängers derNationolvorzeit gedichtet, besonders ein religiöses und kriegerisches Lied, oder einen 'Schlachtgcsang in dem wildkräfti^en Tone der Urzeit, vorzüglich der germanischen 'Dclker, wovon das in Ton und Sitten gebildetere KriegSlicd unserer bürgerlichenZeit sehr verschieden sein muß. Die Dichter, welche zu Klopstock's Zeit das Kar-,biet bis zum Uberdrusse erschallen ließen, ahmten in demselben meiste»theils dieempfindsame Weichheit Hssian's, der eben durch Macpherso» wieder erweckt wordenwar, nach, oder ihre Gesänge arteten in kunstloses Gebrüll aus, über welches sichschon Hölty (s. d.) und seine Freunde durch Parodien lustig machten. J,n Gau -.zeir konnte diese Gattung nicht lange gefallen, weil sie entweder nur Nachahmungeines sehr unbestimmten und nebelhaften Urbildes sein konnte, oder dem gebildetenneuern Leser zummhete, sich einige prüfen zurückzustellen und die Mine der deut-,sehen Rohheir anzunehmen, welches bei dem Mangel individueller Züge, oder beider Einmischung einer rohen Mythologie, die erst der Erklärung bedurfte, ohnegroßen Vortheil zu sein schien. Doch müssen wir diese Ausartungen der neuernPoesie nicht mir den, wenn auch zum Theil mißlungenen, Versuchen Klopstock'sund einiger seiner Freunde zusammenstellen. Klopstock nannte seine drei Her-mannsdramen Kardiet. Denis und Gerstenberg behandelten diese Gaüung inlyrischer Form; Kretschmann in epischer. Letzterer bildete sich auch eine Regel fürdas Kardier, in welcher er den Bardengesang schon sehr idealisirt, und ü»' da«neuere nachgebildete Kardiet Gegenstände bestimmt, die dessen historischen Cha-rakter aufheben müßten. Siehe K. F. Kretschmann's „Sämmtl. Werke", 1. Bd.,Leipzig 1734; Klopstock's Aufs. im 8. Bd. s. Werke. '1.

Bardili (Christoph Gottfried), s. Deutsche Philosophie.

Karezzi (Srefano), Maler in Mailand , hat sich durch die Eisindungbekanntgemachr, alte Frescogemälde von der Mauer abzunehmen, indem er einStuck Leinwand, das mit einem besondern Kitt überzogen ist, darauf .'efestigt,dadurch die Farben loslöst, dann auf eine dazu vorgerichtete Holztafel ülerträgt,auf welcher sie nach Wegnehmung der Leinwand vollkommen fest aufgetracen blei-ben. Im Ausstellungssaale des Palastes Brera sieht nian von ihm ein mf dieseArt unversehrt auf die Holztafel gebrachtes Gemälde des Aurelio Luino, du Marterdes heil. Vincenz.

B a r f u ß e r m ö n ch e, Mönche, die sich keiner Schuhe, sondern ünfacherSohlen, oder gar keiner Fußbekleidung bedielten. Zn mehren Bettelordm, z. K.unter den Carmelirern, F'-anciScanern, Augustinern, gibt es Congregatioren vonBarfüßern und Barfüßerinnen, doch nirgends einen besondern Barfüßerocke».

Karlng (Alexander), Bankier in London , Parlamentsglied, einei derDi-rectoren der ostind. Comp. und der englischen Bank, ist der zweite Sohn ies verst.Kaufmanns und Baronets Sir Francis B. und demselben an Geist, Kenitnissen,Thätigkeit und Handclsglück unter seinen Brudern am ähnlichste». De ausge-dehnten Handels- und Wechselgeschäfte des alten Baring'schen Hauses ru>en mei-