Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Bardesanes Bardiet ß5ü

Tapferkeit anfeuerten, demselben zum Kampfe voranscbritten und während derSchlacht die Streitenden beobachteten, um die Tbaten der Gegenwart dem Anden-ken der Nachkommen im Liede zu überliefern. Sie waren fo heilig geachtet, dasder hitzigste Kamvf stille stand, wenn sie sich zwischen die Kampfenden stellten. DieCelten, welche zu Cäsar'S Zeiten zwischen der Rhone undGaronne wohnten, brach--ten sie mit nach England. Allein sie wurden von da nach Irland, Schottland und in die umliegenden Inseln gedrängt. Hier, besonders in der nördlichen SpitzeSchottlands , erhielt sich ihre Sprache und mir ihr der Bardengesang am längsten.Ein solcher Barde war Ossi an (s. d.). Man nennt die schottischen Barden auchcaledonische, und Ossian vorzugsweise den caledonischen Barden, von den frühernBewohnern Schottlands , den Caledcniern, deren Wohnsitze die Galen einnahmen.Die Barden verschwanden mit der wachsenden Herrschaft des Christenthums; eben-so die Druiden oder Priester der Galen, zu deren Orden sie gehört haben sollen.Die alten Sänger der Germanen oder Deutschen werden mit diesem Namen beikeinem griechischen oder lateinischen Schriftsteller des Alterthums bezeichnet, underst in neuern Zeiten ist es gebräuchlich geworden, die ältesten Sänger der Vorzeitüberhaupt, und namentlich der vaterländischen, Barden zu nennen. Ruhs inseiner Erläuterung der 10 ersten Capitel des TaeituS meint, die Deutschen hättenkeine abgesonderte Dichterclasse unter diesem Namen gehabt, sondern die Sängeroder Barden, die zur Harfe oder Zither sangen, hätten zu allen Ständen gehört.(S. auch Skalden .)

Bardesanes, der Gnostiker, ein Svrer, i» der 2. Hälfte des 2. Jahrh,in Edessa, Günstling des Königs Abgar Dar Maanu, ist durch die Eigenthümlich-keit seiner Gnosis merkwürdig. Sie war nicht dualistisch, sondern betrachtete dasBöse in der Welt nur als eine vorübergehende Reaction der Materie. Alles Lebenerklärte Bardesanes durch absteigende Zeugungen oder Emanationen männlicherund weiblicher Äonen; aus Gott, dem unerforscblichen Grunde aller Substanzen,und seinem Weibe sollten Christus, der Lwhn des Lebendigen, und ein weiblicherheil. Geist, aus diesen wieder die Geister oder Biltungskräfte der vier Elementeausgegangen sein, sodaß hieraus die heil. Acht oder die Gottesfülle entstand, derensichtbare Nachbilder er in Sonne, Mond und Sternen fand und diesen daher alleVeränderungen in der Natur, sowie den Wechsel menschlicher Schicksale zuschrieb.Der weibliche heilige Geist, befruchtet vom Sohne des Lebendigen, war ihmSchöpfer der Welt, die menschliche Seele, ursprünglich von der Natur der Äonen,nur zur Strafe des Abfalls in den materiellen Leib eingeschlossen, doch der fatali-stischen Regierung der Gestirne nicht unterworfen. Zesum, den zur Erlösung derSeelen genannten Aon, hielt er nur für einen Scheinmenschcn und s. Tod für einenScheintod, seine Lehre aber für das sichere Mittel, die Seelen mir Sehnsucht nachihrer himmlischen Heimath zu erfüllen und zu Gott zurückzuführen, was gleich nachdem Tode und ohne Auferstehung des irdischen Leibes geschehen sollte. B. verbrei-tete diese Lehre durch syrische Hymnen und ist in dieser Eprache der erste Hymnen-dichter. Sein Sohn Harmonius studirte in Athen und suchte seiner Lehre eben-falls durch Hymnen Beifall zu verschaffen. Doch trennten sich die Bardcsanistennicht förmlich von der rechtgläubigen christlichen Kirche. Sie erhielten sich bis indas 5. Hahrh. Valentinus stand als Gnostiker dem Bardesanes am nächsten, ohnesein Anhänger zu sein. B.'s astronomische und ethnographische Kenntnisse ersiehtman in einem bei Eusebius („llrriepar. Stande!.", Buchk, Cap. 10) in griechischerSprache erhaltenen, gedankenreichen Fragment seines Werks über das Schicksal.Als Mensch lebte er unbescholten. Bruchstücke seiner syrischen Hymnen, die voneiner reichen und feurigen Phantasie zeugen, findet man in den gegen dieselben ge-richteten Hymnen des syrischen Kirchenvaters Ephraim. 31.

Bardiet (auch Bardit — der und dos). Diese Benennung ist auf eine

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