Barometer
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hervorbringt. Ein barocker Geschmack ist sonach der, der das Barocke wählt undliest. Der Geschmack am Barocken wird herrschend, wenn der Sinn für das Ein-fache und Natürliche verloren geht, und man zum Auffallenden, Ungewöhnlichen,Überladenen und stark Eontrastirenden, als Reizmittel der Aufmerksamkeit und desGmuffes, seine Zuflucht nimmt. Wenn jedoch Einige das Barocke in der Musikinsbesondere durch eine in schwer zu intonirenden Intervallen fortschreitende Melo-die, durch verworrene Harmonie und einen mitDissonanzen und ungewöhnlichenAusweichungen überladenen Satz bezeichnen: so sind damit mehr die Mittel ge-nannt, an welchen sich dasBarocke in der Musik vornehmlich zeigt, alsdiese Art desBarocken selbst erklärt, ja das Erstere würde fast von jeder neuern Musik gelten.—Größere Übereinstimmung findet sowol in Hinsicht auf die Bedeutung als in Hin-sicht auf den Ursprung dieses Wortes statt. Nach Rousseau's Vermuthung (im„Uioiinnnsii o <Ir »Iiu-ikjue"), welcher Viele beigetrcten sind, soll dieser Ausdruckaus dem li-iroeeo oder ft-iroeo der scholastischen Logik herkommen. Durch ftornce»wird nämlich eine Schlußart bezeichnet, welche der zweiten Schlußfigur angehörtund, von der gewöhnlichen Gedankenstellung abweichend, etwas sehr Gezwungenesha:, was bei der Verwandlung in die durch jene Buchstaben bezeichnete Schlußartder ersten Figur sich ganz vorzüglich zu Tage legt. Man habe, wird daher behauptet,den Namen jener Schlußart auf alles Schiefe und von der natürlichen Norm Ab-weichende übergetragen. Indessen ist doch der Einfiuß der logischen Terminologieauf das gemeine Leben nie so groß gewesen, daß eine solche Entlehnung derBenen-nungen aus derselben sehr wahrscheinlich wäre, zumal da die angegebene Bedeutungjenes li-n neen mit der Bedeutung von barock nur wenige Ähnlichkeit hat. Natür-l'cker ist es, diesen Ausdruck von dem franz. burogue abzuleiten, welches Wort dasVerschobenrunde oder Schiefrunde bezeichnet und besonders von Perlen gebrauchtwird, welche von der reinen und schönen Form abweichen, weßhalb Menage denAusdruck von dem latein. vernc,-,, die Warze, hergeleitet hat. Wenigstens ließesieb hieraus ebenso gut als aus jenem Ausdruck die Übertragung auf Das erklären,was auf eine wunderliche, willkürliche und ans Närrische grenzende Weise von demNatürlichen und Gewohnten abweicht. 44.
Barometer, ein Werkzeug, um den Druck der Luft und seine Verände-rungen zu messen. Gewöhnlich besteht es aus einer oben luftleeren und verschlosse-nen Glasröhre mit Quecksilber. Bei stärkeren Drucke der Luft steigt darin dasQuecksilber, bei geringerm sinkt es. Evangelista Torricelli, ein Schüler Galilei's und dessen Nachfolger in dem Lehramte der Mathematik zu Florenz , ist derErsinderdes Barometers. Er kam gegen die Mitte des 17. Jahrh, auf den Gedanken, daßdieselbe Ursache, welche das Wasser nur 32 Fuß hoch treibe und erhalte (s. At-mosphäre) — eine Entdeckung Galilei's — auch das 14 Mal schwerere Queck-silber, und zwar nur Fuß oder 27j Zoll treiben und halten werde. Er schmelzteeine Glasröhre, die einige Fuß lang war, an dem einen Ende zu; durch die am an-dern Ende noch vorhandene Dffnung füllte er sie mit Quecksilber, kehrte sie dann mitVorhaltung des Fingers um und setzte sie, indem er den Finger von der Öffnungwegnahm, in ein Gefäß mit Quecksilber. Er fand sich in seinerErwartung nicht ge-täuscht. Das Quecksilber floß aus dem obern Theil der Röhre ab und blieb in einer27j Zoll hohen Säule stehen. Den bei diesem Versuche leer werdenden obern Theilder Röhre nannte man seitdem die Torricelli 'sche Leere. Einiges Nachdenken brachteTorricelli zu der Überzeugung, daß die Erhaltung der Quecksilbersäule von 27; Zollvon nichts anderm als von dem Drucke der auf der Quecksilbersäule im Gefäßerubenten und sich bis an die Grenzen der Atmosphäre erstreckenden Luftsäule her-rühre. Während sich Torricelli noch mit diesem Gegenstände beschäftigte, über-eilte ihn 1647 der Tod. Die beschriebene Vorrichtung, die das Barometer selbst ist,führt von ihm den Namen der Torricellstschen Röhre. — Pascal machte sich Tor-