Bartcls
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stehen. Sie sind schwarz, trocken, hart und einzeln bei jähzornigen Männern,die im reifen Aller stehen, ferner bei den Bewokmern heißer und trockener Länder,wie die Araber, Äthiopier, Indier, Italiener, Spanier. Dagegen haben Perso-nen von wässeriger Beschaffenheit, junge Leute, die Bewohner kalter und feuchterLänder, wie die Holländer, Engländer, Schweden , gewöhnlich einen blonden,dichten, wenig krausen Bart. Je nachdem dabei die Umstände zusammenwirken,erzeugt sicb eine unendliche Mannigfaltigkeit. Die Nahrung erzeugt in der Beschaf-fenheit der Haare sehr merkliche Veränderungen. Bei einer guten, kraft - und saft-vollen Nahrung ist der Bart weich und sanft; er ist hart und spröde, wenn dieNahrung dürftig, wecken und unverdaulich ist. Die Farbe scheint größtentheilsvon zufälligen Ursachen abzuhängen.— Im Allgemeinen ist von jeher und bei allenVölkern der Bart als eine Zierde des Mannes, als Zeichen der Weisen und Prie-ster angesehen worden; den Juden verbot Moses das Scheren desselben; bei denalten Deutsche » war die Beraubung des Bartes eine streng verpönte «chmach, beiden Indiern eine schwere Strafe. Noch jetzt ist bei vielen Völkern, besonders imDrieni, der Bart ein Zeichen besonderer Würde und Hoheit, z. B. bei den Türken.Das gegenwärtig in ganz Europa übliche Abscheren des Bartes schreibt sich von denZeiten Ludwigs XIII. und XIV. her, die Beide noch unbärtig auf den Thron ge-langten. Damals ließen sich die Hofleute und Bürger scheren, um ihren Königenähnlich Zu sein, und nachher ward eine, immer allgemeiner gewordene Sitte daraus,welcher sich wenigstens der Vorzug größerer Sauberkeit nicht absprechen läßt; wo-gegen aber auch wol nicht zu leugnen sein Möchte, daß der durch das tägliche Ab-schneiden des Barthaars so ungemein beförderte Wachsthum desselben dem übrigenKörper nothwendigerweise einen Theil derjenigen Säfte rauben müsse, deren erzu seinem Gedeihen bedarf, daß folglich die Sitte des Bartscherern; als eine mit-wirkende Ursache der gegenwärtigen Verweichlichung des Menschengeschlechtes an-gesehen werden könne.
Bürtels (Johann Heinrich), vr. der Rechte, seit 1798 Senator und seit1820 Bürgermeister der freien Stadt Hamburg , geb. daselbst 1761, studirte inGöttingen, machte 1786 eine Reise durch Deutschland und Italien und gab 1787— 89 seine ebenso scharfsinnigen als vollständigen, größtentheils neuen Beobach-tungen und von den ersten Männern des Landes empfangenen authentischen Nach-richten über das südliche Italien und über Sicilicn in den mit allgemeinem Beifallvom Publicum aufgenommenen „Briefen über Calabrien nnd Sicilien" (2 Bde.)heraus (2. AuSg. des 1. Bds. von 1791), die stets classischen Werth behalten wer-den. Sie sind, ohne Bartels zu nennen, in Gourbillon's „Vo^a^e » I'IA» 2 " (2.Thl., 1820) sehr benutzt worden. — Seine Mitarbeiten an der „Jen. Allg. Lit.-Zeit." und die Muße zu den literarischen Beschäftigungen in den ersten Jahren nachder Heimkehr in die Vaterstadt wurden durch juristische Praxis und durch den Rufzu der gcschäftsvollen Mitverwaltung dieses republikanischen Staates unterbro-chen , in welcher er sich durch ausdauernde Thätigkeit und in mehren schwierigenLagen Hamburgs während der franz. Herrschaft und in der herannahenden Krisisihrer Befreiung, durch männliche Festigkeit in den Verhandlungen, sowol mit denfranz. als auch mit andern Militärbehörden auszeichnete. Auch in der franz. Occu-pationsperiode sungitke er mit Ehre im Hamburgischen Oberjustizhofe und in derMitleitung der trefflichen Wohlthätigkeits-und der Departemenkalstrafanstalten,soweit es die damalige Desorganisation vieles Guten erlaubte.— Seit der wieder-hergestellten Verfassung dieses Freistaates übernahm er die Verwaltung der städti-schen Polizei, in welcher der Senator Abendroth ihm dann 1821 folgte. B. leitetedie Polizei bis zu seiner Erhebung zur Dürgermeistcrwürde mit Energie und klugerUmsicht und führte u. A. eine zweckmäßige Medicinalordnung und eine neue Feuer-eassenordnung ein.
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