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Bartheloiny (Fran^ois)
Jugend aussiebte er das Studium der alten Sprachen, sogar der ältesten orientali-schen, und der Alterthümer überhaupt. Sein unermüdeter Fleiß und der Scharf-sinn, womit er alle Gegenstände der mühsamsten und trockensten Untersuchung er-forschte, setzten ihn bald in den^tand, den Gelehrten in diesem Fache neue Ent-deckungen mitzutheilen, unter welchen das palmyrenische Alphabet, das er (1758)bekanntmachte, eine vorzügliche Stelle behauptet. Schon 1717 ward er Mitgliedder pariser Akademie der Inschriften, nachdem er bald nach seiner Ankunft in Paris (1714) dem Aufseher des königl. MedaillencabinetS zum Gehülfen beigesellt wordenwar. Um diese Zeit machte er die Bekanntschaft des Grafen Stainville (nachmal.Minist. Choiseul), welcher eben im Begriff stand, als Gesandter nach Rom abzu-gehen, und B. einlud, ihn dahin z» begleiten. Dieser, seit 1758 Obcraufseherdes MedaillencabinetS, nahm das Anerbieten an und ging 1764 nach Rom . Erdurchwanderte ganz Italien , sammelte neue Alterthumsschätze und beschäftigtesich nach seiner Rückkehr mit gelehrten Arbeiten und mit der Einrichtung des ihmanvertrauten EabinetS, das er mit einer großen Anzahl kostbarer und seltener Me-daillen vermehrte. Unter seinen Privatarbeiten zeichnete sich keine durch Gelehrsam-keit und schöne Darstellung so sehr aus als die „Reise des junge» Anacharsis nachGriechenland ", an der er von 1757 an 30 I. arbeitete. Er selbst war bescheidengenug, dieses Werk eine unbehülfliche Eompilation zu nennen, während alle geist-reiche Köpfe Frankreichs und des Auslandes dasselbe mit der größten Hochachtungaufnahmen und die glückliche Darstellungsgabe des Vers. nicht genug bewundernkonnten, der die ungleichartigsten Theile des griechischen Alterthums aus verschie-denen Zeiten in ein so schönes Ganzes verwebt und mit eben so viel Gelehrsamkeitals Geschmack verarbeitet halte. B., welcher noch in seinem Alter ein vollständigesVerzeichnis des königl. MedaillencabinetS ausarbeiten wollte, aber durch die 1788sich erhebenden RcvolutionSstürme daran verhindert wurde, blieb bei seinen eig-nen Arbeiten stehen und erwartete ruhig den AuSgang der öffentlichen Angelegenhei-ten, an denen er nicht den geringsten Antheil nahm. 1789 erhielt er eine Stelle inder Ao-ulöinie irane-Ase. Zwar raubte ihm die Revolution den größten Theil sei-nes bedeutenden Einkommens; allein er ertrug diesen Verlust mit Gelassenheit.Am 20. Aug. 1793 ward er von einem Beamten bei derNationalbibliothek desAristokratismus beschuldigt und am 2. Tept. verhaftet, jedoch bald darauf in Frei-heit gesetzt und wieder unter die Zahl der Bibliothekare aufgenommen. Der Dor-fall hatte aber auf seine ohnedies schwächliche Gesundheit die nachtheiligsten Folgen.'.Als der Hberbibliothekar der Nationalbiliothek, der berüchtigte Earra, am 31.Dct. 1793 guillotinirt worden war, trug man ihm die Stelle an; er lehnte sie aberab, um seine wenigen Lebenslage ruhig zuzubringen. Er starb am 30. April 1795mit dem Ruhme eines durchaus rechtschaffenen Mannes, eines vielseitigen Gelehr-ten und ausgezeichneten Schriftstellers.
Barthölemy (Fraiwois), des Vorigen Neffe, Pair von Frankreich, geb.um 1750, hatte unter der königl. Regierung mehre Gesandtschaften an auswärtigeHöfe als Secrerair begleitet, war lange Zeit Gesandter am schwedischen Hofe undwurde beim Ausbruch der Revolution in dieser Eigenschaft nach London gesendet.Im Tec. 1791 ward er nach der Schweiz geschickt, vertrat dort mir Eifer Frank-reichs Sache. schloß den Frieden zwischen Frankreich und Preußen in Basel undbald darauf auch mit Spanien und dem Landgrafen von Hessenkassel. Seine Un-terhandlungen mit Wickham, dem engl. Gesandten in der -Lchweiz, hatten nichtdenselben Erfolg. 1796 rief ihn ein höherer Posten in sein Vaterland zurück. Manhatte ihn im Rathe der Alten an die Stelle Letourneur'S zum Mngliede des voll-ziehenden Direktoriums gewählt. Alle Parteien waren mit dieser Wahl zufrie-den, und schon wurden Anstalten gemacht, den künftigen Director feierlich einzuholen; der bescheidene B. vernncd aber dieses Gepränge und kam in aller Stille