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Bayle
vertauschen beschloß. Sein Übertritt war ein Triumph für die Katholiken. SeineFumMe wandte jedoch Alles an, ihn wiederzugewinnen, unk er kehrte nach 17 Mo-naten zu ihnen zurück. Um sich der Strafe des ewigen Bannes, womit die kathol.Kirche damals die Abtrünnigen belegte, zu entziehen, ging er nach Genfund vonda nach Copet, wobei GrafDohna ihn, tie Erziehung s. Söhne anvertraute, undwo er die Philosophie des Descartcs studirte. Nach einigen Jahren aber kehrte ernach Frankreich zurück und ließ sich in Rouen nieder, wo er Unterricht ertheilte.Von da kam er nach Paris , wo ihn die Gesellschaft gelehrter Männer für die Be-schwerden einer Beschäftigung schadlos hielt, der er sich zum dritten Male unter-ziehen mußte. 1675 erhielt er den Philosoph. Lehrsiuhl zu Sedan, auf welchem ermit Auszeichnung bis zur Aushebung dieser Akademie 1681 lehrte. Er ward hier-auf in derselben Eigenschaft »ach Rotterdam berufen. Veranlaßt durch die Er-scheinung eines Kometen 1680, der ein fast allgemeines Schrecken verursacht hatte,gab er 1682 s. „l'ensües diverses snr Is eonx te" heraus, ein Merk voll Gelehr-samkeit, in welchem tausend Gegenstände aus der Metaphysik, Moral, Theologie,Geschichte lind Politik abgehandelt werden. Diesem folgte die „(Utigne ge>x',.-dede I'lnstoi, e (In uulvinizine (!<> lUniinlinnry". Dieses Merk. das von Katholikenund Protestanten gleich beifällig aufgenommen und von Maimbourg selbst mitAchtung gekannt wurde, erweckte die Eifersucht des Theologen Jurieu, feine? Col-lege », dessen „UösnMlio» cl» ?. 5I.-dxd.<>»r<,-" kein Gluckgemacht hatte, und ver-wickelte B. in viele Streitigkeiten. Er unternahm indeß eine periodische Schrift:„dxx,e<l!es de !i> röpnliinjne des letixs" seit 1684. Ein darin aufgenomme-nes Schreiben aus Rom reizte den Unwillen der Königin Christine von Schweden ,die ihm 2 heftige Briefe schreiben ließ. B. rechtfertigte sich, und seine Entschuldi-gungen genügten der Königin so vollkommen, daß sie seitdem einen literar. Brief-wechsel mit ihm führte. Der Tod s.Varer ? und s. beiden Bruder, verbunden mitden Religionsverfolgungen in Frankreich , veranlaßten ihn zudem „('.(xxnx-nlidx!jdxßvxgddgue sur ees p.ixdes dc I kxuxgile: (ilonlxdns les d'exlrei ", der we-der in Ansehung des Stvls noch des Tons seiner würdig ist. Auch wollte sich B.nicht dazu bekennen. Jener Jurieu aber, der an dem Eifer, womit die Glaubens-duldung in diesem Werke vertheidigt wurde, den Verf. erkannt haben mochte, griffdasselbe mit Wuth an. Sein Haß wartete nur aufeinen Vorwand, um cffentlichgegen B. selbst auszubrechen; diesen gab ihm der „.Vvis -,»x rekuJes", ein Werk,worin die Protestanten mit wenig Schonung behandelt sind. Jurieu beschuldigteB. nicht nur, der Vf. dieser Schrift zu sein (die gewiß nicht von ihm ist), sonderner stellte ihn zugleich als die Seele einer Frankreich ergebene» Parrei gegen die Pro-testanten und vereinigten Mächte dar. In 2 Schriften widerlegte B. diese Be-schuldigungen; aber die Verleumdung siegte. 1693 entsetzte der Magistrat vonRotterdam B. seines Amtes und verbot ihm sogar Privatunterricht zu geben. Daer stell auf diese Weise von allen Geschäften frei sah, die Arbeit aber seinem rastlosthätigen Geiste Bedürfniß war, widmete er jetzt seinen ganzen Fleiß der Abfassungs. ,,Oieii(xxxd,e Id-iorigne et critigne", das er zuerst 1696 IN 2 Bdn., Fol.,herausgab. Dieses Werk war das erste, das unter s Namen erschien. Jurieu tratabermals als B.'s Gegner auf und veranlaßte das Consisiorium, bei dem er in nurzu großem Ansehen stand, dem Vf. heftige Vorwürfe zu macben. B. versprachzwar Alles, was das Consistorium anstößig gefunden, zu vertilgen; da er indeßfand, daß die Welt andre Ansichten habe, und ihm mehr an der Zuftiedenheit seinerLeser als s. Richter gelegen war, so ließ er das Werk, bis aufcinige Kleinigkeiten,unverändert. Zwei neue Feinde erhoben sich gegen ihn in Jacguelot und Leclerc,die Beide seine Religion angriffen; Andre verfolgten ihn als einen Feind s. Reli-gionsparkei und s. neuen Vaterlandes. Diese Streitigkeiten vermehrten s. Körper-leiden. Seine Brust entzündete sich. D. wollte keine ärztliche Hülfe gegen eine