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Bayle
Dich". Der Engländer gab ibm seinen Degen; B. reichte ihm sogleich den sei-nigen mit den Worten hin: „Ich bin Barard und Euer Gefangener, wie Ihrder memige". Dies sinnreiche und kübne Benebmen ward dem Kaiser und demKönige von England hintei bracht, welche entschieden, daß B. keines Löscgeldesbedürfe, und das beide Gefangene gegenseitig ihres Wortes entbunden seien.Als Franz !. den Thron bestiegen batte, sandte er B. in die Dauphin-', um sei-,nem Heere den Weg durch die Alpe» und Piemont zu öffnen. Prosper Colonitüerwartete ihn auf dem Zuge und hoffte ihn zu überfallen, aber B. nahm ihn ge-fangen. Diese glänzende That war das Vorspiel zu der Schlackt von Marignano,in welcher D. Wunder der Tapferkeit an des Königs Seite verrichtete und denSieg entschied. Nach diesem ruhmvollen Tage ließ Franz sich von B. mit dessenSchwerte zum Ritter schlagen. Als Karl >. mit einer großen Macht in Cham-pagne eingebrochen war und in das Herz Frankreichs vorzudringen drohte, eilteD. herbei und vertheidigte das schwach befestigte Mezü res gegen alle 'Angriffe,bis Uneinigkeit die feindlichen Heerführer zum Abzüge nöthigte. B. ward in Pari?als der Retter des Vaterlandes begrüßt, der König ernannte ihn tum Ritter desOrden? des heil. Michael und »bergab ihm eilte Compagnie von 100 M., um siein seinem eignen Namen anzuführen : eine Ehre, die bisher nur Prinzen vom Ge-blüt ertheilt worden war. Bald daraus stand Genua gegen Frankreich aufz B.'SGegenwart unterwarf es. Nach der Einnahme von Lodi aber wandte sich dasGlück, und die Heere Francreichs wurden aus ihren Eroberungen vertrieben.Bonnivet mußte sich durch das Aostathal zurückziehe»; sei» Nachtrab ward ge-schlagen und er selbst schwer verwundet; B. sollte das Heer retten. Es kam daraufan, im Angesichte eines überlegenen Feindes über die Sesia zu gehen; B., stetsder Letzte auf d-un Rückzüge, griff mit Nachdruck die Spanier an, als ein auseinem Doppelhaken geschossener Stein ihn in die rechte Seite traf lind ihm dasRückgrat zerschmetterte. Mit den Worten: „Jesus, mein Gott, ick bin desTodes!" sank der Held nieder. Dia» eilte herbei. „Setzt mich unter jenen Baunrhsagte er, „also daß mein Gesicht den Feind sieht": Dann küßte er, in Ermange-lung eines Crucifixes, das Kreuz seines Schwertes, beichtete seinem Stallmeister,tröstete seine Diener und Freunde, empfahl ihnen sein Lebewohl an seinen Königund sein Vaterland, und starb von Freunden und Feinden umringt, die sämmtlichThränen der Bewunderung und Rührung vergossen, am 30.April 1524. DerLeichnam, der in den Händen der Feinde geblieben war, ward von denselben ein-balsamii t, den Franzosen übergeben und in der Kirche eines Minoritenklostersun-weit Grenoble beigesetzt. Sein Grabmal besteht in einem einfachen Brustbilde miteiner latein. Zuschrift. S. „UG. cl<> st. 1'c-rnül. <li> W i'.liev. N-igurcl.xour ,-t r.ii>5 1 -I-Pi.iobc", von Gavard de Berville (neue Ausg., Paris 1824).
Bavl e (Pierre), geb. zu Carkat in der Grafschaft Foix (Languedoc ) 1647,empfing den ersten Unterricht von s. Vater, einem reform. Geistlichen. Früh gaber Proben eines bewundernswürdigen Gedächtnisses und einer besondern Lebhaftig-keit des Geistes. Mit 19 I. begab er sich auf die -Lcbule von Puv-Laurens, umhier seine Studien zu vollenden. Die Leidenschaft, mir der er studirte, schwächtes. Gesundheit für immer. Alle Bücher waren ihm gut; s. Geschmack an der Dia-lektik zog ihn besonders zu den religiösen Streitschriften; aber Amvot'S Plntarchund Montaigne waren s. Licblingswerke. Letzterer schmeichelte ohne Zweifel seinemHange zum Skepticismus; Beide theilten vielleicht seinem Ltyl jene Lebendigkeit,jene Freiheit des Ausdrucks und jenen altfränkischen Anstrich mit, die darin wahr-zunehmen sind. In Toulouse studirte er die Philosophie bei den Jesuiten . DieArgumentationen seines Professors, noch mehr aber die freundschaftlichen Dispu-tationen mit einem kathol. Geistlichen, der neben ihm wohnte, bestärkten ihn in sei-nen Zweifeln gegen die Orthodoxie des Protestantismus so, daß er die Religion zu
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