Beckedorff Becken 135
zische Gegenstände; sein reichhaltige- geschichtl. Werk: „Anleitung zur Kennt-niß der allgemeinen Welt-und Völkergesebiebte" (1187 — 1806, 4 Bde.), biszur Entdeckung von Amerika , und die 1. Abrh. des I.BtS. 1813 in einer umge-arbeiteten reuen AuSg.; sein „Grundriß der Archäologie zur Kenntniß der Gcsch.der alren Kunst" (Lpz. 1816), s. zahlreichen gelehrten Programme, s. Übersehun-gen von Goldsmith's „Geschichte der Griechen", Ferguson'- „Geschichte der rö-mischen Republik" und s. für Theologen wichtigen „<>un,i>enr,rH Iis-Umie! üe-cueliu »m i (stn et !»> >»»!:><: I.»il,ki." (Leipz. 1800), welche
alle ebensowol von ungemeiner Belescnheit als von seltener Schärfe und Feinheitdes kritischen Urtheils zeugen. Mir großer liteiarileber Umsicht redigirt er das„Allgem. Repertorium der neuesten in - und ausländischen Literatur" feit 1819und arbeitet in seinem großen Wirkungskreise, wozu auch das Tensoramt gehört,mit unermüdlichem Fleiße und Eifer fort. 1825 gab er die Professur der Ge-schichte ab und nahm dagegen die der gricch. und römischen Literatur wieder ein.Seine neuesten Programme enthalten Aufäße zu FabriciuS'S griech. Bibliothek.Erinnerungen aus seinem Leben gab er in einem Programme 1828. Zu seinemMagister-Jubiläum (21. Fcbr. 1828) erhielt er vom In-und Auslande vielfacheBeweise dankbarer Verehrung. Im Mai 1829 feierte er sein Jubiläum als aka-demischer Lehrer.
Beckedorff (Georg Phil. Ludolf), II., k. preuß. Geh. Dber-Reg.-Rathund vortragender Rath im Ministerium der geistlichen, Unterricht--und Medicinal-angeleaenheite», auch Regierung-bevollmächtigter bei der Universität, geb. zu Hano-vcr 1778, vertauschte das Studium der Theologie mit der Medicin, in der er zuGötkingeu 1799 die Doctorwürde erhielt. Später widmete er sich der Erziehung.1810 wurde er Hofmeister des Kurprinzen von Hessen , drang jedoch nach wenigenMonaten auf s. Entlassung, worauf ihm die Führung des Erbprinzen von Bernburg angetragen wurde, derer bis zu Ende 1818 vorstand. Im folg. I. in k. preuß. Diensteberufen, ward er als Mitglied des neu errichteten Dbercensureollegiumsund nachherals Rath im Ministerium der geistlichen und Unterricht-angelegenheiten angestellt,worin er die Angelegenheiten des Volk-schulwesens bearbeitet. 1827 erhielt er seineEntlassung, weil er zu Regensburg öffentlich zur kathol. Religion übergetreten war;doch behielt er die Hälfte s. Gehalts. Er lebt aufs. Gute Grünhoff in Hinterpom-mern. Einige kleine Abhandl. ungerechnet, trat B. 1815 zuerst als Schriftsteller auf.«Leine gegen Lchleiermacher gerichtete Schrift: „Zur Kirchenvereinigung", mehreAussähe in Adam Müller's „Staat-anzeigen", unter denen der über Leibeigen-schaft ihm manchen Tadel zugezogen hat; sein „Briefwechsel zweier Geistlichen beiGelegenheit der Versuche zur Kirchenvereinigung", weshalb ihm Hinneigung zumkathol. Dogmenfrstem vorgeworfen wurde, und eine Abhandl. über das Turnen,im 5. Bde. der „Wiener Iahrb.", welche wir für B.'S vorzüglichste lirerarifche Ar-beit halten, sind weniger bekannt geworden als sein durch Koßebue'S Ermordungveranlaßter „Aufrufan die deutsche Jugend", der ihm Freunde und Feinde gemachthat. In Gottschalk's „Deutschen Lagen und Volksmärchen" findet sich noch vonihm eine Abhandl. über Volkssagen, auch wird er für den Vf. der gegen de Wette'gActensammlung gerichteten anonymen Schrift gehalten. Seit 1825 gab er „Jahr-bücher des preuß. Volk-schulwesen-" heraus. In s. Lchreibark erkennt man dasStreben nach klarer und geordneterDarstellung; übrigens mißbilligt er alle ultra-liberale Ideen, die er jedoch, wie Einige meinen, zuweilen mit auch in einer Mon-archie vollkommen zulässigen echt liberalen Grundsätzen verwechseln möchte.
Becken, in seiner anatom. Bedeutung, eine am untern Theile des Unter-leibes bei Menschen und Thieren befindliche, aus 4 Knochen zusammengesetzte,oben völlig offene, unten unterbrochene und bis auf die Steißbeine meist unverän-derliche Höhle. Auswendig ist dieselbe rundlich, oben breiter, unter schmaler.