Bellevue
768 Bellerophon
Spitze der ftanz. )lrmcen, um die Heere Maria Theresic's zu bekämpfen. Ernahm Prag durch Sturm, mußte sich aber zurückziehe», als der König so»Preu-ßen einen besondern Frieden geschlossen hatte, und machte diesen Ruckzug mitbewundernswürdiger Klugheit. Im Dec. 1744 warder, aufeinerdiplomatischenReise nach Berlin, in Elbingerode von dem hanöverischen Amtmann verhaftet undnach England geschickt, 174V aber ausgewechselt. 1747 nöthigte er den östr.General Browne, der von Italien aus in das südliche Frankreich gedrungen war,die Belagerung von AntibeS arffzuheben und über den Var zurückzugehen. 1748erhob ihn der König zum Herzog und Pair des Reichs, auch erhielt er das Kriegs-departement, schaffte bei dem Militair eine Menge Mißbrauche ab, vergrößertedie Militairschule und veranlaßte die Stiftung eines Verdienstordens. Metz er-hielt durch ihn eine Akademie. Er starb 1761.
Belleropho »(ursprünglich Hipponoos), iLohn des Glaukus und einerTochter des SisvphuS, Königs von Korinrh, tödrete ohne Vorsatz seinen Bruderund flüchtete zu PrötuS, Koniz von ArgoS, der den Verwandten gastfreundlichaufnahm und sühnte. Aber die Königin Antea faßte bald eine sträsiiche Liebefür den Jüngling, und als B. aus Achtung für das Gastrecht ihre Neigungnicht erwiderte, rächte sie sich durch Verleumdung des Unschuldigen bei ihremGemahl. PrötuS schickte ihn zu seinem Schwiegervater Iobates, König vonLvcien, mit einer Tafel, worauf dem Überbringer verderbliche Zeichen eingegra-ben waren. Iobates bewirthete den Ankömmling, nach gastfreundlichem Hel-dengebrauch, 9 Tage, ehe er ihn um seine 'Aufträge befragte, und als er amzehnten die Zeichen erkannte und die Absicht der ganzen Sendung verstanden hatte,da scheute auch er sich, Hand an den Fremdling zu legen. Er befahl ihm aberdie feuerspeiende, dreizestaltete Ehimära (s. d.) zu erlegen, weil er überzeugtwar, daß auch der Tapferste diesen Kampf nicht zu bestehen vermöge. Aber B.bekämpfte sie auf dem Pegasus, den Pallas ihm geschenkt hatte, aus den Lüf-ten, und seine starke Hand erlegte das Ungeheuer. Hierauf bezwäng er die So-lvmer und endlich die mannhaften Amazonen. Da erkannte Iobates des Jüng-lings göttlichen Ursprung, vermählte ihm seine Tochter Philenoe und theilte dasReich mit ihm. Mit seiner Gemahlin erzeugte B. den Isandros, den Hippo-lochos und die Hippodamia. Endlich wollte er, aus wahnsinnigem ilbermuth,sich auf dem Flügelrösse zum Olvmp emporschwingen; da traf ihn, nach Eini-gen, der Blitz des Zeus, nach Andern warfihn der Pegasus, von einer Bremsegestochen, ab, und er durchirrte menschenscheu die Wüste von Aleia in Cilicien ,wo er vor Hunger umkam.
Bellev u e. Diesen Namen (reizende Aussicht) führen mehre Lustörterund Schlösser, vorzüglich aber ein reizendes Lustschloß in der Nahe von Paris aufdem Bergrücken gelegen, der sich von St.-Cloud nach Meudon zieht. Mad. dePompadour (s. d.) ließ es mit einer seltenen Geschwindigkeit auffuhren. DerBau wurde im Juli 1748 begonnen und war am 20. Nov. 1750 ganz vollendet.Ludwig X V. besuchte es wenige Tage nachher und war so entzückt von der Lageund der Einrichtung, daß er es selbst zu besitzen wünschte. Indessen ließ erden Gebrauch seiner Favorite. Nach dem Tode Ludwigs ,XV. erhielten es dieTanten Ludwigs XVI., Mesdames de France, zu ihrer Benutzung. Die erstenfranz. Künstler ihrer Zeit, Eoustou, Adam, Lralu, Pigalle, Gragenard, Laprenue,hatten alle ihre Talente aufgeboten, Bellevue zu verschönern, und dieses Lust-schloß wurde zu dieser Zeit für das reizendste in Europa gehalten. Nach derRevolution decretirte der Nationalconvent, daß Bellevue auf Kosten der Nationunterhalten und zu Volksbelustigungen dienen sollte. Dessenungeachtet kames im höchsten Revolutionssiurme unter den Hammer, und ein Herr Lenchöre,Postmeister in Paris , erkaufte und demolirte es im Geiste der bau cke uo il e (s. d.).