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Erster Band. A bis Bl.
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795
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Berg (Günther Heinrich v.) Bergakademien 195

dem tilsiter Frieden zu dem Großherzogthum Berg geschlagen wurde, war seingrößtes Leiden, daß ihm der Absatz nach Frankreich fehlte. Dies war das einzigedeutsche Land, das wegen seiner in Frankreich geschätzten Fabricate die Vereinigungmit Frankreich wünschte, so lange eü einen Theil des von Frankreichs Kaiser vor-mundschastlich regierten GroßherzogthumS Berg ausmachte. Mit Preußen seit

1814 wieder vereinigt, hat es wenigstens die alte Verbindung mit dem übrigenDeutschland wieder erlangt, und seine zahlreiche Bevölkerung ernährt sich weni-ger voit dem höchst sorgfältig genutzten Boden als von seinen zahlreichen Fabrikenin Eisen, Stahl, Gewehren, Tuch, Linnen. Leder, Seife, Taback, Papier, Tapeten,Essig, Hanf, Seide und Baumwolle. Elberfelter und andre unternehmende Fa-brikherren des Bergischen faßten die Idee der Rhe inisch-. westind i scke nComp agnie (s. d.). Gegenwärtig ist Cleve-Berg die 9. Provinz der preuß.Monarchie; sie zählt auf 158 lüM. 983,000 Einw. in 2 Regierungsbezirken,Düsseldorf und Köln .

Berg (Günther Heinrich v.), herzogl. oldenburgischer Geh.-Rath, zweiterMinister und OberappellationSgerichtS-Präsident, geb. den 27. Nov. 1765 zuSchweigern bei Heilbronn, studirte von 1783—86 in Tübingen die Rechte undging dann nach Wetzlar und Wien , um die reichsgerichtliche Praxis zu lernen.Auf einer literarsscken Reise mit Pütter in Göttingen bekannt geworden, ward erauf dessen Veranlassung bestimmt, nach ihm den Lehrstuhl des deutschen Staats-rechtS einzunehmen, und 1793 zum außerord. Pros. der Rechte und Besitzer desSpruchcollegiumS ernannt, aber 1800 nach Hanovcr als Hof- und Kanzleirakhund Tstvol-,ltu5 p.'M üw (Consulent des Ministeriums) berufen, wo er bis 1803,als die stanz. Occupation erfolgte, in glücklicher Thätigkeit lebte. Unter mannig-faltigem Druck blieb er auf s. Posten bis 1810, wo die westfälische Besitznahmevon Hanover und die Auflösung der Iustizkanzlei ihn bewog, als Regierungs-präsident in fürstl. schainnburg-lippische Dienste zu treten. Als schaumburg-lippischerund waldeckischer Bevollmächtigter ward er zum wiener Eongreß ernannt, wo er anden Verhandlungen der vereinigten Fürsten und freien Städte lebhaften Antheilnahm und bei der Abfassung der deutschen Bundesacte nicht ohne Einfluß war.

1815 nahm er die Oberappellationsgerichts-Präsidentenstelle zu Oldenburg au,ward aber zugleich zum Gesandten am deutschen Bundestage ernannt, wo er bigzum Juli 1821 die 15. Stimme für Oldenburg, Anhalt und Schwarzburg führte.Seine literarische Thätigkeit war immeraufsPraktische gerichtet. Sein „DeutschesPolizeirecht" und die Abhandlungen über die rheinische Bundesacte verdienen aus-gezeichnet zu werden, sowie unter seinen anonymen S chriften: „Vergleichende S chil-derung der Organisation der franz. Ltaatsverwalrung in Beziehung auf das Kö-nigreich Westfalen und andere deutsche -Ltaaten" (1808), und „Über die Wieder-herstellung des politischen Gleichgewichts in Europa " (1814).

Bergakademien, Ber geadelte nhätlser, Bergschulen,Institute, woselbst junge Leute in den Bergwerks w isse nschaften (s. d.)unterrichtet und zu künftigen Berg-, Hurten- und «Lalinenbeamken gebildetwerden. Daß diese Akademien, sowie sie jetzt sind, den Zweck nickt vollstän-dig erreichen, davon hat uns die Erfahrung belehrt. Die theoretische und diepraktische Ausbildung müssen so viel als möglich gleichzeitig, und zwar durchLehrer geschehen, welche sich auf ähnliche Art gebildet haben. Die praktischeAusbildung muß nothwendig in den Gruben und Hütten vorgenommen werden;zu der theoretischen wird aber mehr als das bloße Anhören von Vorlesungen er-fodert. Laboratorien-, Mineralien-, Modell- und technische Sammlungenmüssen die Anleitung unverdrossener Lehrer unterstützen. Das eigentliche aka-demische Leben ist für den Praktiker nur in seltenen Fällen zu empfehlen.Bergwerksinstitute findet man zu Freiberg in Sachsen, zu Schemnitz in Un-