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Berg (Herzogthum)
Aufdem Lande war der zum Theil verschuldete Adel froh, seine ObcrhLfe vcrtheil-haft zertheilen zu können. Frohnenvcrmehrung kannte man dort nicht, noch nenigerderen Erneuerung, wenn sich eine Gemeinde einmal von den gutSherrlichenAlgabenfrei gekauft hatte. Bäche zu Fabrikmühlen und Steinkohlen, Beides Bedürfnisseeiner großen Fabricatur, gab hier die Natur, und die Geldmittel, sowie Fabrik-arbeiter, brachten die Belgiermir. Diesseits desRheinS endlich war der angewedelteFabrikant vor dem KriegSgetümmel sicher, das die spanischen Niederlande verkcerte;da nu» Spanien seine Schatze aus Amerika , sowie die Insurgenten ihreEoonial-und Seebeute zum Theil für Armeebedürfnisse an Montur und Armatur m ver-wenden sich gezwungen sahen, und deren Anschaffung am nächsten im neitralenBergischen oder Lüttichschen fanden: so blühete hier zuerst die Fabricatur in allenHeerbedürfnissen auf, in Pulver, Blei, Eisen, >Ltahl, Tuch, Leinwand, Lider rc.Als 1609 der bergisebe Regentenstamm auSstarb , machte der östreich. Hof ass dasLand als ein Reichslehen Anspruch und wollte es durch einen Erzherzog seguestrirenlassen, wobei -Lpanicn Hülfsleistung versprach. Dies war nun weder dem sächs.Hause gelegen, welches seit dem 15. Jahrh, eine Anwartschaft aus diese Lande er-langt hatte, wenn der männliche Stamm des Hauses Iülich-Berg erlöschen sollte,noch den Häusern Pfalz-Neuburg und Kur-Brandenburg, die sich aus das ,» ivi-lechnni li.nlnlltutiiiniz vom 1. 1546, vom Kaiser Karl V. der weiblichen Nachkom-menschaft desHerzogü Wilhelm II. ertheilt, beriefen, als jener Herzog seines Bru-ders Ferdinand I I. Tochter Maria ehelichte, und solches auf deren männliche Nach-kommen ausdehnte. Beide Bewerber aus dem Hause Pfalz-Neuburg und Kur-Brandenburg erlangten die Zustimmung der Landschaft zu ihrer genieinschastlichenRegierung, welche von den Ständen anerkannt und von der Republik der Nieder-lande garantirt wurde, weil diese es ihrem Interesse angemessen fand, hier keinenkathol. Landesberrn und Allürten Spaniens zu dulden. Diese bis 1666 fortgesetztegemeinschaftliche Regierung schützte das Land, kraft der holländ. Garantie, vor deinK riegStheaker, und behielt einen geringen Tarif der Abgaben an die Landesfürstenbei, die sich bei vorgeschlagenen Erhöhungen weder unter einander noch mit denStänden vereinigen konnten. Gerade im Anfange des dreißigjähr. Krieges windendie strengen Grundsitzeder dortrecbkerSvnode, welche dieRemonstranten und unterderen Namen die strengen Republikanerin den 7 vereinigte»Provinzen der Nieder-lande verfolgte, die meistens antioranisch waren, eine neue O.uelle zahlreicher Aus-wanderungen reieher.Niederlander auS den nördlichenProvinzen in das nahegelegeneBergische, die freilich großentheils später zurückkehrten, indeß, so lange sie im Ber-gischen verweilten, die umlaufenden Fabrckcapitale sehr vermehrten. — Ungern ga-ben die Landstände dieser Lande die von den Regentenhäusern beschlossene LandeS-theilimg 1666 zu, und wirklich steigerten die Pfalzgrafen , denen das Bergische beider Theilung zugefallen war, etwas ihre Donativfoderungen an die treuen Stände,aber das Land war reich geworden und konnte erhöhte Steuern jetzt eher als 100Jahre früker tragen. Als Ludwig XIV. das Edict von Nantes aufhob, dawarenes wieder die beraischen Lande, denen wegen ihrer Religion? - und bürgerlichen Frei-heit viele gewerbfleißige und oft wohlhabende Franzosen zuwanderten. Sie grün-deten in der dortigen Fabricatur den Geschmack der franz. Industrie, in Seide undBaumwolle, in Bleicherei , in Spitzen, feinem Linnen :c. So war in dem langenZeitalter des Königs Ludwig XI V. dies Land beständig neutraler Boden, indek imsüdl. Belgien fast immer der Krieg wüthete. Auch im 18. Jahrh, begünstigte dieseLande die Neutralität, eine gute Verfassung und ein mildes Verwaltungssystem;das östliche Deutschland bezog von hier viele Bedürfnisse, und die strengen Con-scriptionSgeseße der Nachbarschaft vermehrten die Bevölkerung und die Theilungdes Bodens. Düsseldorf wurde mit ein Hauptsitz der franz. Emigrirten. 1806verlor Berg seine Dynastie durch Tausch an die Krone Preußen; als cS aber nach