Bergbaukunde Berge 191
wobei man gewisse Grundsätze und Regeln befolgt, welche die Bergbaukunsi(s. d.) lehrt. — Der Bergbau ist ein Gegenstand der ffinanzverwaltnng. Ein un-mittelbar und schnell bereicherndes Gewerbe ist wenigstens der europäische Berg-bau weder für die Grubenbesitzer, noeb für die StaatScaffen, sondern sein wichtig-ster Nutzen besteht darin, daß er theils unmittelbar und mittelbar eine MengeMenschen erhält und folglich auf die Bevölkerung und die Gewerbe einer Gegendhohen Einfluß hat, theils daß seine Erzeugnisse unentbehrliche Hülfsmittel fast allerGewerbe (besonders Eisen und Steinkohlen) sind, und daß er endlich dem Staatefeine Vertheidigungsmittel verschafft.
Bergbaukunde ist der technische Tbeil der Bcrgwer kskunde, welcher dieGewinnung und Zugutemachung der nutzbaren Substanzen desMineralreichs, sowiedies am vorkheilhaftesten durch mechanische und chemische Kräfte geschehen kann. ken-nen lehrt. Sie zerfallt in die Berg bau kunst und in die Hüttenkunde (f. d.).
B e r g b a u k u n st, derjenige Theil der BergwerkSwissen fch aften(s. d.), welcher denBergbau (s.d.) zweckmäßig betreiben lehrt. NachWerner(s. d.) zerfällt die Bei gbaukunst: I. in den mechanischen Theil: 1 Geogno-siische Vorkenntnisse; 2) beim Bergbau anwendbare mathematische Kenntnisse;8) bergmännische Untersuchung der Gebirge in Hinsicht auf die darin vorkommen-den Lagerstätten nutzbarer Mineralien; 4. nähere Untersuchung eines GebirgSoder der in selbigem vorkommenden Lagerstätten durch Schorfen, Überraschen undBohren mit dem Erdbohrer; 5 Arbeit auf dem Gestein; 6) Grubenbauveranstal-tungen und Betrieb; ".Grubenausbau durch Zimmerung oder Mauerung; II. inden technischen Theil: 8) Wetterlehre; 9) WafferwirrhschafcSlehre; 10 Berg-maschinenlehre; 11,, Förderungslehre; 12) Wasserhaltungslehre; 13 Aufberei-tungslehre.
Berge, beträchtliche Erhebungen der Oberfläche unserer Erde, sowie auchandrer Planeten. Die Hügel unterscheiden sich von ihnen durch geringere Größe.Mehre Berge zusammen, die eine ffläche bedecken, heißen Gebirge; Berge, diein meilenlangen Reihen fortlaufen, Bergketten oder Bergrücken. Selten werdeneinzelne Berge in ebene» Gegenden angetroffen. Die Vertiefungen zwischen denBergen werden Thäler genannt. Die Seeküsten sind insgemein die niedrigstenStellen des festen Landes, das von ihnen her sich allmälig erhebt, sodaß gemei-niglich der mittlere Theil eines ganzen Testlandes der höchste und mit ansehnli-chen Gebirgen bedeckt ist. Die Hauptgebirge hängen mittelst großer Bergkettenüber der ganzen Oberfläche zusammen. Das Uralgebirge, das Asien und Europa scheidet und einen Arm gegen das weiße Meer nach Novaja Semlja sendet, hängtmit dem Sewobergrücken zusammen, der die Grenze zwischen Norwegen undSchweden und einem Theile von Rußland macht. Ein andres Gebirge erstreckt sichaus dem nördlichen Indien b:S nach Tibet und Kaschemir, woselbst es die höchsteGegend nickt allein von Mittelasien , sondern auch von der ganzen bekannten Erdebildet, nack M. durch Persien und nach O. durch Ehina hinläuft. Von der höch-sten Landh-'he Nordasiens, beim Gebirge Berghdo, welches die Wohnsitze derKalmücke» von denen der Mongolen scheidet, geht eine Bergkette unter dem Na-men Mussart südlich nach Tibet , eine andre zieht sich westlich u. d. N. Alak durchdie Steppen der freien Tatarei und der Bucharei und kommt mit dem Uralgebirgezusammen; eine dritte läuft ostwärts ». d.N. Khanghai, in der Mongolei , wen-det sieb dann und bildet Korea und die Klippen und Inseln gegen Japan hin: einevierte Hauptkerte macht das alkäische Gebirge, welches Sibirien vom Irtisch biszum Amur begrenzt. Die Nebenzweige dieser hoben asiatischen Gebirge sind unzähl-bar. Zwischen dem kaspische» und schwarzen Meere liegt der KaukasuS (s. d.).Er sendet Zweige durch Kleinasien bis nach Arabien, die den Taurus, Libanon undSinai bilden, andre um das schwarze Meer nach Europa . Dom schwarzen Meere