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Erster Band. A bis Bl.
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854 * Bewegung

überhaupt und im ganzen Organismus eine größere Thätigkeit vorhanden ist. Auck, jist bei ihnen tas Blut röther und sauerstoffreicher, die Respiration schneller, der <ganze Körper dünner, magerer, zarter. — Line größere Beweglichkeit ist oft er-erbt oder auch angeboren, wenn die Altern enlnett't sind. Sie ist besonder? größerindem kindlichen und jugendlichen Alter, in dem weiblichen Geschlechte, bei sangui-nischem oder cholerischem Temperamente, in trockenen und warmen, aber auch insehr kalten Klimaten, bei Bergbewohnern. Außerdem macht der Genuß von spiri-luösen Getränken, von gewürzten oder sonst reizenden Speisen die Menschen be-weglicher. «Leibst die willkürliche Übung hat auf viele Bewegungen einen großen ^Einfluß, wenn sie auch die beweglichere Eonstitution nicht gerade erzeugen möchte, lSolche Individuen haben überhaupt eine größere Krankheitsanlage, denn die äu-ßern Einflüsse werden leichter und in höherm Grade empfünden. Insbesondere -wird das Gefäßsystem leicht von Fiebern ergriffen, die Lunge und a^ndre Organevon Entzündungen. Auch die acuten Hautkrankheiten kommen häufiger vor, undalle diese Krankheiten steigern sich gewöhnlich zu einem hohen Grade. Aber auch zuKrämpfen aller Art disponirt eine größere Beweglichkeit sehr gewöhnlich. Endlich ,werden die Kräfte dieser Individuen leicht erschöpft, und die Lungensucht ist sehrhäufig zu beobachten. Daher ist unter diesen Verhältnissen viel Sorgfalt in derLebensweise nothwendig. Reize jeder Art müssen so viel als möglich vermieden undeingeschränkt werden.

Bewegung eines Körpers ist die Veränderung seines Orts im Raume.Alle Veränderungen in der Körperwelt beruhen in der Bewegung, ohne welche '.Al-les todt und unwirksam wäre. Bewegung ist es, die in den organischen Reichen derSchöpfung Leben hervorbringt und auch die unorganischen Körper in Thätigkeiterhält; die ihr entgegengesetzte Ruhe ist nur relativ. Von der Bewegung derKörper in ihrem Raunie überzeugt uns bloß die Erfahrung. Daher suchte Zenovon Elea , um die Erfahrungserkenntniß als nichtig darzustellen, diesen Grund- 'begriff der Erfahrung als sich widersprechend darzuthun. Sehen wir, daß einKörper seine äußern Verhältnisse in demselben ändert, so schließen wir, daß er sich,bewege; sein Beharren in denselben Verhältnissen nennen wir Ruhe. Bei Wahr-nehmung veränderter Lagen oder Verhältnisse der Körper pflegt man sich oft zu täu-schen und Ruhe und Bewegung zu verwechseln. So scheinen von einem schnellfahrenden Kahne aus die Ufer und die darauf befindlichen Gegenstände in Bewe-gung, der Kahn aber in Ruhe zu sein. So leicht es in diesem Fall ist, den Irr-thum gewahr zu werden, so schwer ist es in andern gewesen, sodaß Jahrtausendedazu gehört haben, die Täuschung zu enthüllen, z. B. in dem Verhältniß der Erdezu der Lonne. — Bei jeder wirklichen Bewegung sind 7 verschiedene Umständezu betrachten, nämlich die Ursache derselben, der bewegte Körper selbst, die Rich-tung seiner Bewegung, sein durch dieselbe zurückgelegter Weg, die Zeit, die dazuerfcdert worden, die Geschwindigkeit und endlich die Größe der Bewegung. Wasdie Ursache derBewegung betrifft, so ist dieselbe in ein vielleicht nie aufzuhellendesDunkel gehüllt. Wir schließen mit Recht, daß eine Kraft vorhanden seyn müsse,dcrenWirkung die Bewegung ist; wir sehen diese Kraft selbst in den Muskeln derThiere und Menschen; wir nehmen ferner wahr, daß ein in Bewegung gesetzterKörper einen andern ebenfalls in Bewegung setzen kann, daß die Planeten sich be-wegen, daß ein Stein aus der Luft sich zur Erde niederbewegt u. s. w. Allein wasdiese Kraft sei, ihr Wesen und ihre Beschaffenheit kennen wir nicht weiter. DasWort Kraft ist also bloß die Bezeichnung einer Ursache, von der wir Nichts weiterwissen, als daß sie vorhanden ist. Der bewegte Körper selbst oder vielmehr dieMasse kommt bei derBewegung darum in Betracht, weil von der Menge der Massedie Giöße derBewegung abhängt. Doppelt so viel Masse zu bewegen, erfoderthoppelt so viel Kraft. Die Richtung derBewegung einesKörpcrs ist die Linie nach