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Bildhauerkunst bei den Jtaljenern
als krieg - und kunstübende ewige Jungfrau. Zu den männlichen Gestaltungen ge«hört nun noch der gymnastische und der athletische Kreis. Polyklet schufden ersten,indem er zweierlei Iünglingsidcale bildete, in seinem Diadumenos, dem Jüng-ling, der sich selbst die Siegerbinde um das Haupt schlingt, den sanftmüthigen,und in seinem Doryphoros, der kühn die Lanze vor sich hinstellt, den kampflusti-gen Jüngling. Polyklet bildete auch den berühmten Kanon, das Musterbild allerProportionen. Den athletischen Kreis bildete zuerst Myron; seine Ringergestal-ten sind hoch berühmt, besonders sein Diskobulus, welcher den linsen Ärm aussKnie stützt und sich umbiegend den Diskus mit der Rechten rückwärts wirft. Erschuf ferner das diesen Kreis beschließende Ideal des Hercules und formte dieIdeale des ganzen Thierreichs. Nun erst, 100 I. nach Phidias , 364 v. Chr.,ging der hohe oder Idealstyl in den schönen über. Jetzt fingen die eigentlichenMarmorbildner an, Skopas und Praxiteles waren die ersten; sie arbeiteten denKreis der bacchischen Tänze oder Thyasen, hier wurden die zartesten Formen derSchönheit mit schwärmerischem Wahnsinn verschmolzen. Die Gruppe wurde vonSkopas erfunden, von Praxiteles die Ideale der Diana, der Venus und desBacchus. Er war der Vater einer zahlreichen Künsilerfamilie; nach ihm ging derschöne Styl in den graziösen über, der an Ausdruck und Weihe gewann, waser an Größe verlor. Auf Verhältniß und Ebenmaß hielt man jetzt am meisten.Es war das Zeitalter Alexanders, wo LysippuS einen neuen Weg in der Kunstwählte, indem er viele Porrraitstatuen bildete. Er war der Einzige, dem es er-laubt ward, de» 'Alexander darzustellen, sowie nur Apelles ihn malen durfte. Dieseletzte blühende Periode griechischer Kunst fing 336 I. v. Chr. an. Sie umfaßteden letzten möglichen Kunstkreis, den der idealisirten Königs - und Kriegerfiguren.Lysipp behieltPolvklet's Regeln der Verhältnisse im Auge, aber er machte die Kör-per schlanker, die Köpfe kleiner, er verwandte auch besondere Sorgfalt aufdieAus-arbeitung der Haare. Man rühmt sehr seine geistathmenden Bilder. Die plastischeKunst erhielt durch die Einwirkung der Malerei etwas Empfindsames, dessen höchsteVollendung im Pathetischen die Laokoonsgruppe ist. DerKclossalgeschmack ver-breitete sich und trug viel zum Verfall der Kunst bei; das Überladene hängt genaudamit zusammen. Seit den macedonischen und syrischen Kriegen, 200 I. v.Chr., fingen die Kunstplünderungen der Römer an. Paulus Ämilius schmückteseinen dreitägigen Triumphzug mit ungeheuern Schätzen von griech. Kunstwerken.Das Forum Romanum ward oft mit kostbaren Teppichen umspannt und zumTheater umgeschaffen, welches dann wol 3000 Statuen zierten. 12,000 standenaufdem Capital allein. Mit den Kunstwerken wendeten sich auch die griech. Künst-ler nach Rom , doch die Kunst ward hier nie heimisch. Seit den Zeiten desSyllawuchs die Kunstliebhabern bis zur Raserei, die letzte Spätblüthe der Kunst bemer-ken wir in Hadrian's Zeitalter. Höchste Zierlichkeit, Glatte und Vollendung warihr Charakter. Dieser Geschmack erhielt sich unter den Antoninen mir leiser Ausar-tung, sank aber ganz unter Severus und dessen Nachfolgern; vor Konstantin d.Gr.war die Kunst der Alten völlig untergegangen. Die altchristlichen Darstellungenschließen sich an einen bestimmten Typus an. — S.die von Inghirami herauSgeg.„diotirie clelia seultura cle^Ii anticbi e clel vari suol still. üel^b-ile laicht1,aiiri" (2. itül. AuSg., m. Anm. u. Kpf., in der „polchiritia biesc>l!»u>" , 1824).
Erst im 13. Jahrh, entstand die Bildhauerkunst wieder in Italien ; dieneuern Künstler waren auch wieder geschickte Erzbildner. Der größte Meister jenerersten Periode neuer Kunst war Michel Angeio Buonarotti ; durch ihn und seineSchüler erhob sich die Bildhauerkunst im Abendlande. Was rohe Barbarei, Reli-gionsschwärmerei und zerstörende Naturbegebenheiten nicht ganz vernichtet hatten,das rettete man aus den Trümmern der alren Größe und Herrlichkeit. Vorzüglichdankt die Kunst und die Menschheit dem eheln CosmuS und Lorenzo v. Meticr