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. Bildhauer der Alten
das Wiederaufleben einer schönern Zeit. Die Künstler wurden geehrt und unter»stützt, die Schätze des Alterthums gesammelt und Museen angelegt. Die benach-barten Fürsten wetteiferen, es den Mediceern gleich zu thun. Doch erreichte dieneuere Kunst nie die Hoheit und stille Größe der alten. Objective Reinheit in denDarstellungen zeichnet die alte Kunst so besonders aus, nichts Subjektives warihr beigemischt; unter allen neuern Künstlern hat nur Rafael diese Objectivität;jeder neuere Künstler sprach sich selbst in seinen Werken aus, der alte Künstler ver-schwand hinter den sinnigen. Durch Buonarotii's stolze Kraft artete die Kunst baldin Unnatur aus und durch Bernini'S gesuchte Anmuth in Manier und Geziert-'heit; der echte Schönheitssinn war verschwunden, man wollte eitel die Alten über-treffen, nicht fühlend, daß man zu tief stand, um sie zu verstehen und zu ehren;durch das überwiegende Beispiel von Frankreich sank der gute Geschmack in allenKünsten immer mehr, die Natur der Menschen selbst wurde verschroben. Mode-thorheit herrschte tyrannisch. Im 18. Jahrh, zündete zuerst Winckelmann dieFackel der neuen Kunst wieder an und öffnete seinen Zeitgenossen die Augen für diehohe Schönheit der Antike. Der Cardinal Albani und Mengs boten ihm die Hand;so ward die neue Morgenröthe des Kunst- und Schönheitssinnes wieder herbeige-führt. Die jetzige Zeit ist stolz auf mehre wackere Bildner. Es mußte erst einscheinbarer Stillstand in der Kunst eintreten, das Schlechte mußte ganz sinken, ehedas Schöne wieder erblühen konnte. Canova wurde der Gründer einer neuenKunstperiode, Thorwaldsen steht ihm kräftig zur Seite, und nach den Fortschrittenzu urtheilen, die seit 30 I. die neuere Bildhauerkunst machte, und dem Herrlichen,was in so kurzer Zeit darin geleistet wurde, darf man hoffen, daß sie auf sichrererBahn ist als im 16. Jahrh.
Die berühmtesten Bildner der Alten. Früheste Periode. Daßwir nicht mit Vulkan (Tubalkain) und Prometheus anfangen dürfen, lehrt un«die Kunstgeschichte. Jenes sind nur symbolische Gestalten, und die sinnigen Grie-chen deuten uns durch diesen gebrechlichen Gott und göttergleichen Menschen nurdie alle irdische Stoffe besiegende technische Kraft und Geschicklichkeit, und im Ge-gensatz, die Kühnheit, welche durch den himmlischen Geistesfunken irdische Ge-bilde unsterblich macht, an. In Dädalus aus Athen sehen wir den ersten großenBildner; man kann sein Dasein ungefähr 14 Jahrh. v. Chr. annehmen. Zu-gleich lebte SmiliS, der Ahnherr der bildenden Kunst, in Ägina . Epeus soll dastrojanische Pferd verfertigt haben. RhökuS aus EamoS erfand 700 I. v. Chr.die Kunst, zu modelliren und Statuen aus Erz zu gießen. Theodorus und Telekles,seine Söhne, reisten der Kunst wegen nach Ägypten . Jener machte, wie dieSage erzählt, in Ephesus die Hälfte der Statue des pythischen Apollo für denTempel zu Samos, und dieser die andre Hälfte zu SamoS : eine Art zu arbeiten,welche bei dem Zustande der ägyptischen Kunst vielleicht möglich war. DibutadeSerfand die Kunst, Portraits in gebrannter Erde zumachen; seine TochterKallirrhoeerweckte diese Idee in ihm, indem sie den Schatten ihres Geliebten mit einer Kohleauf der Wand umriß. Euchir von Korinth begleitete 663 I. v. Chr. den Dema-ratuS, Vetter des ältern Targuin, nach Italien und brachte die Modellirkunst nachHetrurien. DipönuS und SkylleS wurden die Meister einer großen Schule. Malasund seine Nachkommen gehörten zu den berühmtesten Bildnern jener Zeit. Kano-chos war der größte Meister der sicyonischen Werkstätte. Perillus arbeitete fürPhalaris, welcher 564 I. v. Chr. in Sicilien herrschte, den berühmten ehernenStier, ein herrliches Kunstwerk, worin aber der Künstler selbst verbrannt wurde.Unter die vorzüglichsten Kunstwerke in Stein gehörten die Arbeiten des BathykleSaus Amyklä. Kallon aus Ägina lebte 540 I. v. Chr. Demeas von Krotonaverfertigte die Statue des Milon. IphikrateS bildete die eherne Löwin der Leäna,welche um die Verschwörung des HarmodiuS und Aristogiton gegen HipparchuS