Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
892
JPEG-Download
 

892

.Bildhauer der Neuern

Künstlers zeigte die jungfräulichste Sittlichkeit bei rascher Thatkraft. Homer'sNausikaa begeisterte ihn dazu. Er schuf ferner die gepriesene Saryrstatue, Peri-böetus, und das Ideal des Eros. Dieser wurde von den Alken nie als K nd gebil-det, die wahre Kinderbildung konnte erst im christlichen Kunstkreis stattfinden.Eros wurde stets als ein zum Jüngling reifender Knabe dargestellt. Praxiteleswagte zuerst, die Venus ganz zu entkleiden und schuf so das neuere Ideal derselben.Vor allen berühmt sind seine Venusbilder zu Kos und zu Gmdos. Erstere ist vonunten bis auf die Hüften verhüllt, die gnidische ganz enthüllt, hielt das GewUndmit der Linken über das Badegefäß. Wir besitzen von beiden Nachbildungen. Auch ^die Gruppe der Niobe schreibt man diesem Meister zu. Sein Lohn EephissodoruS 'war berühmt durch sein gymnastisches Symplegma (so nennt man es, wenn die iRinger alle vier Hände in einander verschränken) und seinen Äskulap. Von ihman artete die Kunst durch die üppigsten Darstellungen aus, schon Praxiteles bildetefür Phrynen eine Gruppe in Bronze, worin er eine lachende Hetaire einer weinen-den Matrone gegenüberstellte. Hermaphroditen, Satyr - und Nymphengruppen .wurden mit hoher Kunsivollendung, aber zügellosem Linn gebildet. ViertePeriode. Zeitalter Alexanders des Großen. Nur durch Grazie undimmer zartere Ausführung konnte die Kunst jetzt noch Etwas gewinnen, indem diehohe Idealschönheit sank. LysippuS von Sicyon trat auf und wurde der Meister-zveredelter Portraitbildung. Unter den Göttern war Hercules sein Liebling, und er^vollendete die von Euphranor angegebene Idealfigur des Neptun. Er stellte denAlexander vom Knaben an bis zum Manne dar. Man behauptet, er habe allein1500 Ltatuen gebildet; Andre schränken diese Zahl auf6l0 ein, doch ist bei die-ser Angabe jede Gestalt seiner großen Gruppen einzeln gezählt. Unter diesen Sta-tuenvereinen sind Alexanders Jagd und die 25 Statuen zu Pferde, die macedo-nischdn Freunde vorstellend, die beim ersten Angriff am Granikus an AlexandersSeite fielen, die berühmtesten. Seine Pferde waren sehr schön. Euthvkrates,sein Sohn, ApollodoruS und Lilanion waren große Bildner dieser Zeit. ChareSvon LinduS goß den berühmten Koloß zu RhoduS (s. d.). Agesander, Athenodo-rus und Polydorus, Vater und Söhne aus RhoduS , bildeten die berühmte Gruppedes Lavkoon, Glvkon von Athen den Farnese'schcn Hercules, ApolloniuS und Tauris-kus den Farnese'schcn Stier. — Die Bildhauer der Römer waren Griechen; wirkennen von ihnen nur den ArcesilauS, Freund des Lucius Lucullus , und Praxiteles,den größten Modellirer zu Pompejus's Zeit. Er schrieb 5 Bücher über die be-rühmtesten Kunstwerke. ZenodoruS hatte in Gallien einen ungeheuer großen Mer-kur in Erz gebildet, und ward von Nero nach Rom berufen, um dessen Bild ineinem 110 Fuß hohen Koloß darzustellen; der Guß mißlang. Unter dem KaiserAugust wurde die liegende Ltatue der sterbenden Kleopatra gebildet. Kleomenes,ein Alhenienser, verfertigte unter TiberiuS die Statue des Germaniens. Die vierungemein schönen metallenen Pferde, über dem Haupteingange der Marcuskirchezu Venedig , wurden unter Nero gearbeitet. Der herrliche Äntinous ist eine dervollendetsten Statuen aus Hadrians Zeit.

Die berühmtestenBildner der neuern Zeit. FrüherePeriode. 1)ItalienischeBildhauer. Im 11. Jahrh, wird zuerst wiederein Bildhauer Buono erwähnt, im 12. Bonanno aus Pisa. Nicolo Pisano starb1270 und ward Wiederherstellet- des guten Geschmackes in der Bildhauerkunstgenannt. Don seinem -Lohne, Giovano Pisani,-sieht man noch viele Werke inPisa.Andr. Orgagna, mit dem Beinamen Buffalmaco, starb 1889. Luca dellaRobbia wußte seine aus gebrannter Erde gemachten Werke mit einem guten Firnißzu überziehen. Lor. Ghiberki, der 1455 starb, war ein sehr geschickter Meister;seine in Erz gegossenen Thüren am Battisterio zu Florenz sind berühmt. MichelAngelo erklärte sie für würdig, an dem Eingänge des Paradieses zu stehen. Dona-