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Bildhauer der Neuern
seinen Werken hervor. Er war der Stifter einer großen Schule. Domenico Guido, jAnt. Raggi, Ercole Ferrata und Gabr. Brunelli zeichnen sich unter den vielen ^Nachfolgern jener beiden Letztem aus. Gonnelli, der Blinde von Cambassi ge- inannt, verlor schon im 20. I. die Sehkraft und machte sich einzig durch dastastende Gefühl zum Bildner. So formte er in gebrannter Erde Cosinus l., Groß- .herzog von Toscana. Tubi, 1630 in Rom geb., arbeitete viel für Frankreich .Die berühmte Gruppe auf Turenne's Grabmal ist von ihm. Camillo Rusconi ,1658 zu Mailand geb., liebte die antiken Vorbilder und bildete sie meisterhaftnach. Sein Hauptstück ist das Grabmal Gregors X III. in der Peterskirche. Die fStellung seiner Figuren ist majestätisch und schön, seinStyl ist rein, voll Aus- ldruck, Feuer und Leben. AngeloRossi, 1671 in Genua geb., zeichnete sich be- !sonders durch seine trefflichen Reliefs aus. Er folgte mehr dem Geschmacke der §Alten als Algardi'S Styl, und arbeitete sie nicht so tief, sondern mehr als Demi- jrelief. Seine Arbeit in dieser Gattung, für das Grabmal Alexanders VIII., ist das !schönste Basrelief in der Peterskirche. Gactano Zumbo, 1656 zu SyrakuS geb., 'halte keinen andern Lehrer als sein Genie. Er brachte das Arbeiten in far- ,bigem Wachs zu großer Vollendung; den bekannten Cyklus der Verwesung,wo alle Grade derselben in fünf nach der Natur colorirten Leichnamen niitschaudererweckender Wahrheit dargestellt sind, arbeitete er für den Großherzog von ^Toscana . Eine Geburt des Heilandes und eine Kreuzabnahme gehören zu seinenMeisterwerken.
2) Französische Bildhauer. Jean Goujon, aus Paris , ist der ersteberühmte Bildner in Frankreich , und sein berühmtestes Werk der Nymphenbrun- 'nen aufdem Markte «le.-, innocens in Paris, welchen er unter Franz I. anfing und1550 unter Heinrich II. endigte. Er war auch Baukünstler und «Ltempelschneider.Seinen Tod fand er 1572 bei dem Blutbade der Bartholomäusnacht. GermainPilon, aus Paris , harte viel Grazie, aber sein Styl war oft unrein. Er zuerst un-terschied genau die verschiedenen Stoffe der Gewänder. Ein schönes Werk war dieGruppe der drei christlichen Tugenden, aus einem weißen Marmcrblock gebildet, fürdie Cölestinerkirche. Jean von Boulogne (Joh. v. Bologna ), geb. 1524 zuDouai, kam früh nach Rom und ward Buonarotki's Schüler. Seiner Armuthwegen wollte er wieder heimkehren, als ihm ein Kunstfreund in Florenz ein StückMarmor gab, woraus er eine Venus bildete, durch die er berühmt wurde.Seine vorzüglichsten Werke sind Simson und ein Philister zu Florenz , sein kolossa-ler Neptun und sein Raub der Sabinerinnen daselbst, sein fliegender Mercur inErz und sein Jupiter PluviuS, der größte Koloß der neuer» Kunst. Von seinemSchüler Taca war das Pferd der Statue Heinrichs IV. aufdem Pontneufund dieStatue Philipps I V., Königs von Spanien , zu Pferde, im vollen Galopp dar-gestellt, inBuen-Retiro. Jacg.-Larassin, 1590 zu Noyon geb., bildete sichin Rom und verband Genie mit Geschmack und Grazie. Die Karyatiden, welcheden großen Pavillon des alten Louvre zieren, und die Gruppe Romulus und Re-mus in Versailles gehören zu seinen Meisterwerken. Er stiftete eine fruchtbareSchule und starb 1660. Von Francois Anguier war das schöne Grabmal desHerzogs v. Montmorency in der Marienkirche zu Mvulins, und von dessen Bru-der Michel die Statuen und Reliefs des Thores St. - Denis. Von Theodon wardie schöne Statue des heil. Johannes im Lateran und die beiden Gruppen »nTuileriengarten: Atlas, der sich in einen Felsen, und Phaetusa, die sich in einePappel verwandelt. Er starb 1680. Lerambert verfertigte viele Gruppen für Ver-sailles. Puget, 1622 zu Marseille geb., war Maler, Architekt und Bildhauer.Hätte er die reinen Formen der Antike mehr studirt, so würde er alle neuere Bildnerhaben übertreffen können. Seine Werke sind kühn und kräftig. Besonders be-rühmt sind seine zwei kolossalen Termen am Rarhhause zu Toulon , seine Statue