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Bildhauer der Neuern
des Milon im Park von Versailles und sein sterbender Fechter. Die BruderMarsy, 1624 und 1628 zu Eambray geb., verfertigten die ehernen Statuen desBacchus und der Latona zu Versailles und die berühmte Pferdegruppe bei denBädern des Apollo daselbst. Franeois Girardon, 163Ü zu Troyes geb., warder berühmteste Bildner aus dem Zeitalter Ludwigs XlV. Seine Ritterstatuedieses Königs, die sonst auf dem Platze Vendome stand, 21 Fuß hoch, wardas erste Werk der Neuern, welches in einem einzigen Stücke gegossen wurde.Die meisten von Girardon's Werken sind nach Zeichnungen von Lebrun und zierenden Park von Versailles. Pierre leGros, 1656 zu Paris geb., lebte fast stetsin Roni und gehört zu den besten franz. Künstlern. Seine berühmtesten Arbeitensind eine schöne bekleidete Römerin im Tuileriengarten, der heil. DominicuS in derPeterskirche, die Gruppe des heil. Ignaz und die heil. Theresia in der Carmeliter-kirche zu Turin . Er starb 1719, tief gekränkt durch die Gleichgültigkeit, welchedie pariser Akademiker ihm bewiesen. Nie. Coustou, 1658 zu Lyon geb., hatteviel Geschmack und Leichtigkeit, doch einen ganz franz. Styl. Sein BruderGuillaume übertraf ihn noch, er vollendete das von Jenem angefangene Basrelief,der Rheinübergang. EdmeBouchardon's (s. d.) Styl war mehr sanft als erha-ben, mehr geregelt als kühn. VonLambertAdam, 1700 zu Nancy geb., sind diebeiden 18 Fuß hohen Statuen, die Seine und Marne , zu Vt.-Cloud, sowie dieGruppe Neptun und Amphitrite zu Versailles . Sein Styl ist rauh und wild.Lemoyne zeichnete sich durch Portraits aus; er war feurig, aber incorrect. ReneSlodz, 1705 zu Paris geb., arbeitete im einfach-großen Styl, Wenige verstan-den die Bekleidung besser als er; doch sind seine Formen nicht immer rein. Bapt.Pigalle, 1714 zu Paris geb., bildete sich nur durch unsäglichen Fleiß. SeineStatuen, Mercur und Venus, sind berühmt, beide erhielt der König von Preu-ßen. Das berühmte Grabmal des Marschalls von wachsen zu Skrasburg ist seinWerk. Ein Knabe mit einem Käsig, aus welchem der Vogel entflogen ist, erwarbihm durch die Wahrheit der Formen und des Ausdrucks allgemeinen Beifall. Erstarb 1785. Etienne Falconet ward nach Petersburg berufen, um die metalleneRitterstatue Peters d.Gr. zu machen. Demoiselle Eollot machte das Modell zu demKopfe derselben.
3) Deutsche Bildhauer. Lange schon vor Albrecht Dürer's Zeit blühtenin Süddeutschland gar wackere Bildner, deren Fleiß und Trefflichkeit uns die Kir-chen, Rathhäuser und Brunnen in Nürnberg u. a. O. beweisen, ja der Spurennoch älterer Bildhauerkunst finden wir in den zahllosen Rittergestalten und Heili-genbildern noch viele, die sich in allen Münstern und besonders im Dom zu Köln bis in die zartesten Thurmchen Hinaufranken. Doch die Name» dieser Meister sindunbekannt; wahrscheinlich kamen die ersten von Byzanz herüber. Albrecht Dürer ,der ein allgemeines Kunstgenie war, zeigte sich auch als trefflichen Bildner in gro-ßen und kleinen, ganz und halb erhobenen Gestalten aus Hol; und Stein. Leonh.Kern, 1580 zu Forchtenberg geb., bildete sich in Italien und arbeitete mit vielerKunst in Holz, Stein und Elfenbein. Gottfr. Leygebe, 1630 zu Freistatt inSchlesien geb., 1683 zu Berlin gest., besaß die zuvor unbekannte Kunst, aus einerMasse von Eisen kleine Ritrergestalien zu machen. Von ihm ist der Kaiser Leopold I. zu Kopenhagen, Karl I I. von England als heil. Georg zu Dresden , und KurfürstFriedrich Wilhelm als Bellerophon zu Berlin . Rauchmüller arbeitete an der 1693vollendeten Dreifaltigkeüssäule zu Wien. Andreas v. Schlürer, 1662 zu Ham-burg geboren, studirle in Italien besonders den Buonarotti und ward nach Berlin berufen, wo er das Zeughaus verzierte und das Modell zu der trefflichen Ritter-statue des Kurfürsten Friedrich Wilhelm machte, welche 1700 von Ioh. Iacobigegossen ward. Balthasar Permofer, 1650 im Salzburgischen geb. und 1732zu Dresden gest., hat zu Berlin, Dresden und Leipzig viele treffliche Arbeiten hin-