Band 
Erster Band. A bis Bl.
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910
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S10

. Bisam Bischof

turcb Feste, Schauspiele und Ehrenbezeigungen; die Weiber wandten alle Künsteder Verführung an, und der schwache B. versprach, wen» die Katholiken wiederaufstehen würden, sich mit ihnen zu vereinigen. 1596 schloß er niit dem Herzog'von Lavoye» und dem trafen von Fuenres einen Vertrag, worin er die Waffengegen seinen Wohlthäter zu ergreifen versprach. Indeß war dem Herzog von Sa-voyen 1600 der Krieg erklärt, und B. sab sich genöthigt, ihn zu besiegen. Au«Furcht, sein Einverständniß möchte zu sichtbar werden, bemächtigte er sich fast allerPlätze des Herzogthums, was um so leichter war, da Emanuel aufSchonung gesirechnet hatte. Fuenies und der Herzog wagten, B. die Auslieferung des Königs vor»'zuschlagen, er verweigerte dies; aber ihre Eingebungen machten ihn mit dem Ver-brechen vertraut, und als er bei der Belagerung des Forts Sr.-Katharina beiGenua vermuthen konnte, daß Heinrich die Laufgräben zu besehen kommen würde,'ließ er dem Gouverneur sagen, er solle Büchsenschützen stellen, die auf ein verab-redetes Zeichen Feuer gäben. In dem entscheidenden Augenblicke jedoch hinderte erden König, sich an den gefährlichen Ort zu begeben. 1601 ward mit Savoyen Friede geschloffen. So viel Verhandlungen aber hatten dem Könige ebenso wenigals thr Zweck verborgen bleiben können. Er befragte daher den Mai schall über seKneu Anschlag und versprach ihm Verzeihung. B. machte ein unvollständigesGeständinß und setzte seine geheimen Verständnisse fort. Gleichwol sandte ihnHeinrich in dems. Jahre an die Königin Elisabeth von England , um ihr seine Ver-mählung um Maria v. Medici anzuzeigen. B.'S geheime Verhandlungen dauertennichtsdestoweniger fort; aber sem Vertrauter (Lastn) ward dem Grafen FuenteSverdächtig und entdeckte, da er für sich selbst zu furchten anfing, die ganze Ver-schwörung. Ein freies Gcständniß und Reue würden B. gerettet haben, da Hein-rich geneigt war, ihm zu verzeihen. Er aber beharrle aus seinem stolzen Leugnen,schlug die ihm angebotene Gnade aus und ward endlich aus der Königin dringend«Büken der Ltrenge der Gesetze übergeben. Beim Hinausgehen aus dem Zimmerdes Kön gs ward er verhaftet, in die Bastille gebracht, vor dem Parlamente ge-richtet und am 31.Juli 1602 enthauptet.

Bisam, s. Moschus.

Biscaya, s. Basguen.

Bischof ist nach deni neuen Testamente der Lehrer und geistliche Vorstehereiner christlichen Gemeinde. Die Bischöfe, welche die Apostel selbst eingesetzt oderdie Gemeinten, nach der apostolischen Idee von diesem 'Anne, gewählt haben,waren die Gehülfen und Nachfolger der Apostel in dem Geschäfte der Erhaltungund Verbreitung des Christenthums. Sie führten, wie über die ganze Gemeinde,auch ubrr die andern Beamten derselben, Presbytern und Diakonen, die Aufsicht,ohne jedoch in den ersten Jahrh, schon den Vorrang und dieDiöcesanrcchre zu behaup-ten, die ihnen bei der allmäligen Bildung der Kirchcnversaffung zu Theil wurden.Aber eben dies Lysiem des PriesterregimentS, die fast unumschränkte Herrschaftüber die Geistlichen ihrer Sprengel, die Theilnahme an den Angelegenheiten derStaaten, denen sie sich bald durch ihre vorzügliche Bildung und als die erstenNeichsstände wichtig zu machen wußten, die Verwaltung der Kirchengüter, dieVertheidigung ihrer kirchlichen Gerechtsame und ihre weit um sich greifende geist-liche und crinunelle Gerichtsbarkeit beschäftigten sie zu sehr, als daß ihnen zu denPflichten des Lehramts und derSeelsorge noch Lust und Zeit übrig geblieben wäre.See behielten sich daher nur die wichtigsten Amtshandlungen, z. B. die Weihe derGeistlichen, Consirmatien der Jugend und Verfertigung des heiligen Salböls, vor.Im Miitelalter hielten sie sich aucb für die nothwendig beizubehaltenden Geschäfteund für die Aussicht über tas Kirchenwesen eigne Dicarien, genannt Weihbischöseund Coadjurorcn. Solche Bischöfe, die selbst predigten und sich derSeelsorge an-nahmen, gehören seil dem 1. Jahrh, unter die Seltenheiten. Es bewarben sich