Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Birmingham Biryn 809

Birmingham, wichtigste Fabrikstadt Englands, in der Grafschaft War-wick, mir 18,400 H. und 101,000 Einw., hat eine bergige Lage, in einer anSteinkohlen und Eisen reichen Gegend. Die Einsarbigkeit der Häuser, welcheaus dunkelrothen Mauersteinen erbaut sind, die man nicht übertüncht, gibt derStadt etwas Trauriges, wozu noch der auf der Stadt liegende dicke Rauch, deraus den zahlreichen Metallwerkstätten sich verbreitet, kommt. B., zu Ende des11. Zahrh. ein unbedeutender Ort von 900 H. und 5000 Einw., ist jetzt derHauptort für gröbere und feinere Arten von Stahl- und plattirren Waaren, fürGewehre, Knöpfe, Schnallen und Messingwaaren aller Art, für Bijouterie undQuincalllerie und lackirte Arbeiten. 1184 betrug derWerth der daselbst und inder Umgegend verfertigten Waaren 84^ Mill. Gldn. Die u. d. N. der birmingha-mer bekannten Waaren sind außerordentlich mannigfach, und bewundernswürdig dieneuen Erfindungen, welche Einfachheit und Zweckmäßigkeit verbinden und sämmt-lich aus Nutzen, Genuß und Bequemlichkeit berechnet sind. Man verfertigt z.B.tragbare Stühle, die man in ein Rohr zusammenlegen kann, Taschensonnen-schirme, Kutschentritte mit einer Feder, die heraus- und hineinspringen, sobaldman die Kutschthur öffnet oder schließt, Pei.scheu, aus deren leiten bei dem Druckeeiner Feder kleine Stacheln hervorspringen, sodaß man sich derselben als Sporenbedienen kann, Krücken, die man durch eine Feder länger und kürzer machen kann,Messer für Leute, die nur eine Hand haben w. Sehcnswürdig ist tie Veiffertigungder Flinrenläufe. Ungeheure Hämmer, von einer Dampfmaschine in Bewegunggesetzt, welche die Kraft von 120 Pferden hat, zerschmettern die Eisenstäbe, wennsie aus den Ofen kommen. Zn einem Augenblicke sind sie in eiserne Bänder ver-wandelt, um einen metallenen Stab gewickelt, welcher dasFlnuenmaß bestimmt,die Enden zusammenschweißt, und so ist der Flinrenlauf fast fertig. Stäbe,sen,dicker als ein Zoll, wird in ungeheure Scheeren gehalten, die es wie Papier zer-schneiden. Eisendrahc, 1 bis Zoll stark, kommt aus dem Aieheisen ebensoleicht, als ein baumwollener Faden sich um die Spindel windet. Das Kupferdehnt sich unter der Walze der Dampfmaschine, wie der Teig umer dem Rollholzedes Pastetenbäckers; man macht daraus jene dünnen Platten, womit die Schiffebeschlagen werden. —Zn der Nähe von B., aber schon in der Grafschaft ^Lraf-ford, liegt derFabrikortS oh o, 1188 noch bloßes Heideland, wo man jetzt engli-sche Kupfermünzen und ausländische für die osiindische Gesellschaft prägt. Ver-mittelst der Dampfmaschinen schlagen 8 Knaben in einer Stunde 33,800 Stück.Ferner ist daselbst eine große Fabrik von plaitirten Waare» und eine Fabrik vonDampfmaschinen, dieBoulton auf den Gipfel der Vollkommenheit gebracht hat.Vier Läsen verschaffen flüssiges Eisen genug, um Gusse bis aus die Schwere von200 Etrn. in einem Stücke auszuführen.

Biron (Eharles deGomaur, Herzog von), Sohn desMarschallsArmandde Gontaut, Baron von Biron, geb. um 1582. Als Ealvimst erzogen, harre erbis zum 16. Z. 2 Mal seine Religion gewechselt. Seine herrschende Neigung warfür die Waffen. Zm 14 Z. ward B. Oberst der Schweizer . Dem König Hein-rich I V. diente er nur eben so viel Ergebenheit als Unerschrockenheit. Die Gunstund Freundschaft des Königs erhob ihn 1592 zum Admiral von Frankreich . Aberdieser am Hofe und aus dem Schlachrfelde so ausgevichnere Mann, sters gefürch-tet und stets gepriesen, war jähzornig, eigensinnig, anmaßend. Bei der Wieder-einnähme von AmienS 1598 diente B. unter Heun ich N.unt ward in demselbenI. Herzog und Pair. Dennoch glaubte B. sich Nicht hinlänglich belohnt. Diespanische Partei, die nach dem Frieden von Vervins Heinrich N. Mir durch ge-heime Ränke schaden konnte, benutzte B.'s Mißvergnügen. Heinrich haue dielenzu seinem Botschafter am Hose zu Brüssel ernannt, um den Erchenog den Frie-den von Vervmö beschwören zu lassen. Der spanische Hof berauschte ihn absichtlich