Band 
Erster Band. A bis Bl.
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912
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S12

staub« Bithynien

hanöverfchen Legion englische Dienste und wohnte 1805 der Expedition in Nord-,deutschland bei. Ein Zweikampf nöthigte ihn 1807 England zu verlassen; erwandte sich nach Würtemberg, wo er bei der Cavalerie angestellt und bald zumRittmeister befördert wurde. Der Krieg von 1809 gab ihm Gelegenheit, sich aus»,zuzeichnen; feine Kühnheit und Tapferkeit im Gefecht bci Rietau wurden von Na»poleon und seinem Könige durch Ertheilung von Ordenszeichen anerkannt. InRußland war er in allen Gefechten und Schlachten gegenwärtig, an welchen das 3.Corps unter Marschall Ney Theil nahm; oft war er bei kritischen Märschen an derSpitze der Vorwochen. Als die würtemb. Division von neuem ins Feld rückte,führte B. das 1. Chevauxlegeröregiment vor und nach dem Waffenstillstände 1813.,In Leipzig wurde er gefangen. Als Würtemberg sich nun für die Alliirten rüsteteund Prinz Adam das Commando der Reiterdivision erhielt, wurde ihm B. als,Chef des Generalstabes beigegeben, in welcher Eigenschaft er ein vorzügliches Ta-lenk, größere Massen Reiterei zu führen, entwickelte. Dieselbe Stellung wurdeihm 1815 zu Theil, und er fand Gelegenheit, sich bei dem Gefechte, welches dieWürtemberger unter den Mauern von Strasburg bestanden, auszuzeichnen, wo-für den Zurückgekehrten der Grasentitel belohnte. Der jetzt regierende König vonWürtemberg beabsichtigte gleich nach seiner Thronbesteigung eine durchaus verän-derte Organisation des Militairs und übertrug dem Grafen B. die der Reiterei.Hier führte er ein neues System ein, dessen erster wesentlicher Punkt darin besteht,,statt mit 3 oder 1, mir halben Zügen zu wenden, der zweite Punkt ist die For-mirung eines 5. Zuges bei jeder Schwadron als Schützen oder Flangueurö. Über-haupt gewann die würtemb. Reiterei durch die von ihm bearbeitete Exercirvorschrifteine große Manoeuvrirfähigkeit. Die dagegen erhobenen Einwendungen widerlegen ^sich durch den praktischen Beweis, welchen B. mit seinem Regiment für sein Systemführte. Er hat seme Ansichten über die Reiterei umständlich entwickelt in seinen„Vorlesungen über die Taktik der Reiterei" (1818), welche als classisch anerkanntund ins Französische übersetzt worden sind. Von seiner „Felddienstinstrucrion fürSchützen und Reiter" wurden binnen 2 Zähren 4 Austagen nöthig. In sei-nem „System der Reiterei" (1822), in seinem „Schutzensystem der Reiterei"(1824) und in seiner „Reirerbibliorhek" (Karlsruhe 1825, 2Thle.) hat Gr. v. B.alle seine Ansichten und Grundsätze über die Reiterei zusammengefaßt.

Bitaubä (Paul Ieremie), geb. zu Königsberg den 24. Nov. 1732 vonrc»form. Ältern, die sich aus Frankreich geflüchtet harken, studiere Theologie. DasLe-sen der Bibel erweckte in ihm Gefühl für die einfache erhabene Poesie. Der Homer zog ihn zur griech. Literatur. Dabei hing er mit ganzer-Läeele an Frankreich . Umden Gelehrten seines ursprünglichen Vaterlandes beigezählt zu werden, übersetzte erden Homer. Durch dieses Werk und von d'Alembert , dessen Gunst er sich aufseiner ersten Reise nach Paris erworben hatte, Friedrich I I. empfohlen, ward B.in die berliner Akademie aufgenommen und erhielt die Erlaubniß zu einer zweitenReise nach Frankreich , wo er sich so lange aushalten durfte, als er nöthig hatte,seine Übersetzung zu verbessern. Außerdem har er 2 Gedichte: ,,K>-.up>>" (1767)und „1-es !ä>i-,>od" (1797), geschrieben und Gcähe'S „Hermann und Dorothea"übersetzt. Während der Revolution kam B. nebst seiner Gattin ins Gefängniß; sieerhielten aber bald ihreFreiheit wieder. Napoleon ernannte ihn zum Mitgkiede derEhrenlegion. Der Tod seiner Gattin harte zu Paris den 22. Nov. 1808 auchden (einige» zurFolge. B.'s Werke erschienen zu Paris 18,04 in 9 Bdn.

Birbvnien, ein Land in Kleinasien , lag am Pontus Euxmus, am thra--cischen Bosporus , am Propontis, und grenzte südlich an Phrvgien. Früher hießes Bcbrvcia, von den hier wohnenden Bebrvccin. — Vor Kregus war Bithynien ein freier Staat unter eignen Regenten. Als PrusiaS I. gegen Krösus das Lebenverloren haue, kam es in die Gewalt der Lydier 560, der Perser 555 und Alexam