Band 
Erster Band. A bis Bl.
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914
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814 Black Blackstone

dieser aus bekannten Feilen willkürlich zusanimenwählt und durch unüberlegteWahl die Regeln der Kunst entstellt; der bizarre Geschmack verschmäht diese Re-geln und sucht durch einen Gebrauch außerordentlicher Formen alle Regeln umzu-'stoßen. Der eigensinnige Geschmack, der sich, im Ganzen genommen, nur anstbloße Einzelheiten bezieht, gleicht einem Kinderspiele, dasjedoch ost von gefährlichenFolgen sein kann; der bizarre Geschmack hingegen gebiert ei» System, welches dievon der Natur vorgeschriebenen Formen zerstört und die Grundformen der Kunstangreift. Der bizarre Geschmack findet sich weder in der Antike noch bei den groüßen Meistern der Neuern; der eigenfinnige Geschmack hat sich bisweilen ohne denbizarren, dieser hingegen sich nie ohne den eigensinnigen gezeigt. Gemeiniglich'entsteht der bizarre Geschmack aus Überdruß des Bester», öfters jedoch, sowol beiNationen wie bei Einzelnen, aus dem Überflüsse selbst. Eine andre Ursache deifiBizarrerie in der Kunst ist eine unmäßige Neuheitssucht, welche ein auszeichnendesCharakter der neuern Zeit ist". Überall, wo sich Bizarrerie zeigte, war sie einZeichen des sinkenden Geschmacks. „ ^

Black (Joseph), Chemiker, geb. 1128 zu Bordeaux von schottischen Ältern,siudirte zu Glasgow Medicin. 1),. Cullen, sein Lehrer, flößte ihm Neigung für diechemischen Etudien ein. 1751 ward er zu Edinburg !>,. der Medicin und sprach„lle Iiuinvre sei,!" .1 eiln.? c» lc> ct nn^nesi» ulbu". Dann machte er im 2, Bde.der „Philosophischen und literarischen Echriften der edinburger Gesellschaft" 1758seine Erfahrungen über die weiße Magnesia, den gelöschten Kalk und einige andrealkalische Substanzen bekannt. Er zeigt darin das Dasein.einer luftfermigen Flüs-sigkeit, welche er fixe Luft nennt, deren Gegenwart die Ätzkrast der Alkalien undKalkcrden mildert; man kann diese Entdeckung als die Mutter aller derjenigenbetrachten, welche die Namen Cavendish, Priestley, Lavoisier u. s. w. kmsterblichgemacht und der Chemie eine neue Gestalt gegeben haben. 1757 bereicherte B. die Wissenschaft mit feiner Lehre von der verborgenen (latenten oder fixirten)Wärme, welche so wichtige Ergebnisse hervorgebracht hat. Er ward 1^56, an desDr. Cullen Stelle, zum Pros. der Medicin auf der Universität Glasgow ernannt.Als 1765 Cullen den Lehrstuhl in Edinburg ebenfalls verließ, ersetzte B. ihn auchhier. Nie wußte ein Lehrer seinen Zuhörern gleichen Eifer einzuflößen; auch trugsein Unterricht viel bei, den Geschmack für die Chemie in Großbritannien allgemeinzu machen. Er starb 1799, in einem Alter von 71 Z. Auf Lavoisicr's Antraghatte die Akademie der Wissenschaften zu Paris ihn zu einem der 8 auswärtigenMitglieder ernannt. Seine Euren waren einfach, sein Charakter kalt und zurück-haltend. Als Medicinen hatte er einen geringen Ruf, als Chemiker schadete er sichdurch seine lange Widersetzlichkeit gegen dieEinfuhi-ung der neuen chemischen Theo-rien, wiewol er zuletzt ihnen Gerechtigkeit widerfahren ließ. Zwei Abhandlungenvon ihm befinden sich in den „llluiozojlliiccll tr.insiiclioiis" von 1771 und 1791.Zwei seiner Briefe über chemische Gegenstände haben Crell und Lavoisier , und seinechemischen Vorlesungen har 1803 Robison in 2 Btn. herausgegeben.

Blackfisch, s. Eepia.

Blackstone (William),RechtSgelehrter, geb. zuLondon d. 10. Zuli 1723,Sohn einesSeidenweberS, zeichnete sich in Oxford , wo er 1758 studirre, durch Fleißund Talente aus. Er zeigte selbst Geschmack und Anlage für Poesie und schöneKünste. Frühzeitig jedoch entsagte er ihnen, um sich ganz den Rechtswissenschaftenzu widmen, wodurch man sich in England die glänzendste Laufbahn erössnen kann.Er schrieb damals den „Abschied eines RechtSgelehrt.n an die Musen", ein kleinesgeschmackvolles Gedicht. 1716 erschienet- zuerst vor denEchranken; allein da ihmdas Talent der mündlichen Beredrsamkeü fehlte, gelang es ihm nicht, sich einenbedeutenden Ruf zu erwerben. Dies bewog ihn, in Oxford eine Stelle bei der Uni-versität anzunehmen. Er war der Erste, welcher hier sei: 1753 über die Verfassung