Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Blaustrumpf Blei

welches jedoch eine sehr große Vorsicht erfodert. Vorher wendete man vorzüglichdas Kirschlorberwasser (agua inurvcer^i), seines Gehaltes an Blausäure wegen,gegen diese und andre Krankheiten an; der Gehalt desselben an Blausäure bleibtsich jedoch nicht ganz gleich. Freilich aber verliert eine jede Auslosung derselben nachund nach, indem sich die Blausäure bei der Einwirkung der Lust und des Lichteszersetzt. 34.

Blaustrumpf, ein Spott - und Schimpfname, mit welchem man einenDerräther, Verleumder und niederträchtigen Liebkoscr andeutet. Er soll daherrühren, daß einige Herren ihren Liebesdienern ehemals blaue Strümpfe zur Livreegegeben haben.

Blech nennt man die dünnen Platten von Gold, Silber, Kupfer, Mes-sing, Eisen, Zr.k u. s. w., welche von den Gold - und Silberarbeitern oder aufden Kupferhammern, Mejsingwerken und Eisenhütten fabricirt werden. Kupfer-und Messingbleche werden entweder unter Hämmern oder durch Walzwerke (unddies ist auf den bessern Fabriken jetzt immer der Fall), Zinkbleche immer unterWalzwerken angefertigt; das Verfahren dabei wird bei den Art. Kupfer, Mes-sing und Zink erwähnt. Die Eifenblechfabricakion hat die meisten Schwierigkei-ten. Wie man zu dem Bleche stets das reinste und geschmeidigste Metall nimmt, sonimmt man auch zu dem Eisenbleche das weichste und zäheste, durchaus vom Kalt-bruche freie Eisen. Das Material, die sogen. L kürze, besteht in mehr oderminder langen und mehr oder minder breiten und starken Eifenstäben, je nachdemes die größer» oder klcmern Blechtafeln crfodern. Diese Stürze werden untergroßen Wasserhämmern oder zwischen großen, aus Gußeisen bestehenden, abge-drehten und polirten Walzen, die durch Wasser- oder Dampfkräfte bewegt werden,zu den Blechen ausgebreitet. Da, wo die Blechfabrication mit Hämmern stattfin-det, hat man deren zwei, unter dem einen werden die Sturzen zu Blech ausgedehnt,und unter dem andern wird das Blech geebnet. Die Blechfabrication mittelst derWalzwerke ist da, wo man ein gutes Blech und große O.uantitäten erhalten will,der mir Hämmern vorzuziehen, sie erfodert aber kostbare Anlagen. Das Glühender Wtürzen und des Blechs geschieht in Flammöfen, die mit Holz, Steinkohlenoder Torf erheizt werden. Behält das Blech seine natürliche Eisenfarbe, so heißtes Schwarzblech; Weißblech hingegen, wenn es mit Zinn überzogen oderverzinnt ist. Um dies Verzinnen zu bewerkstelligen, muß das dazu angewendeteSchwarzblech (Dünneisen genannt) von dem Glühspan befreit werden und einereine metallische Oberfläche erhalten, welches mittelst einer Beitzung in Essigsäure(durch Gährung des Roggens in erheizten Räumen entstanden) oder in verdünnterSchwefelsäure geschieht. Die Bleche werden darauf gescheuert, mehre Maledurch geschmolzenes Zinn geführt und dann mit Ltägespänen und Lumpen abge-wischt, besonders um das Talg, welches zur Verhütung der Oxydation das Zinndeckte, zu entfernen. Soll das Blech schon werden, so muß zuvörderst das Dunn-eisen eine reine und glatte Oberflache haben, welche man ihm nur durch Walzen,die besonders hart und glatt sind, ertheilen kann; unter dem Hammer angefertig-tes Dünneisen gibt nur schlechtes Weißblech, daher auf den bessern Fabriken dieseMethode gänzlich verlassen ist, und die Hammer mir Walzwerken vertauscht worden, sind. Ein sorgfältiges Verfahren beim Verzinnen ist ein zweites Erfoderniß zur- Darstellung schöner Bleche. Das scheuste Weißblech liefert England; jedoch hatmau sich in den neuern Zeiten auch in Preußen, Frankreich w. bestrebt, vorzüglicheFabrieate dieser Al t darzustellen.

Blei (s->, Saturn , ein Metall von bläulich-weißer, an der Luft jedoch bald, ins Graue übergehender Farbe, welches 11,3 Mal schwerer als das Wasser unddas weichste von allen ist, daher auch keinenKlang hat; es nimmt durch den Nageldes Fingers und mit den Zähnen Eindrücke an. Seine Geschmeidigkeit ist bedeu;