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Erster Band. A bis Bl.
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930 Blitzableiter

der Ausbruch eine« leuchtenden Stoffes ist und stillstehend einen Feuer-ball bildenwurde, erscheint bei seiner schnellen Bewegung nicht leicht anders als ein Strahl.Man sieht ibn, wie den elektrischen Funken, bisweilen gerade auf den Gegenstandzugehen, bisweilen aber sich schlangeln und einen Dreizack bilden, nicht selten aberauch von einen, Theile der Wolke zum andern überspringen und oft sich in mehreStrahlen zertheilen. Bekanntlich hört das Gewitter auf, wenn sich die Wolkendurch Blitz, oder durch stillen Abzug im Regen, oder auf andre Art entladen HabensJeder Blitz hat ein Ziel, nach welchem er seine Bahn von der zuerst berührtenStelle an auf dem leichtesten Wege verfolgt. Dieses Ziel ist die feuchte Erde oderdasWaffer. Hat er dieses erreicht, so hören mit einem Mal alle seine gewaltsammen Wirkungen auf, und er theilt sich durch die leitende Feuchtigkeit dem ganzenErdballemir. Bon der Erde aufwärts fahrende Blitze, welche Einige beobachtethaben, machen darin keinen Unterschied. Leitende Körper sucht der Blitz auf undfolgt ihnen willig und ohne Geräusch; dazwischenliegende nichtleitende durchbrichter mit Gewalt, um wieder zu leitenden zu gelangen. Festere Körper sind allemalbeffere Leiter als die Luft, diese sucht er daher auf seiner Bahn zu vermeiden undfährt aus diesem Grunde nie durch Thüren und Fenster herein, sondern streicht anSäulen, Sparren und Pfosten weg. Metalle sind unstreitig die besten Leiter, diesesucht der Blitz am ersten auf und verläßt andre Körper, um diese zu ergreifen. Da-her werden Thurmspitzen und andre metallische Hervorragungen so leicht vom Blitzegetroffen. Nächst den Metallen scheint der Blitz Feuchtigkeiten zu lieben, inson-derheit das Wasser. Bäume und andre mit Feuchtigkeit angefüllte Gegenständeleiten ihn am besten. Bei grünen Bäumen sucht er die saftigsten Stellen aus undfährt z. B. zwischen dem Holze und der Rinde fort. Feuchte Wände, Mauern,Rauch und Dampf locken den Blitz mehr an als trockene. Der Blitz dringt nie inden menschlichen Körper, sondern verletzt nur seine Oberfläche. Was man vonKnochenzersplitterung vom Blitz Erschlagener erzählt, ist gewiß falsch und rührtvon andern Umständen her. Nicht Verbrennung, sondern heftige Erschütterung,besonders des Gehirns und überhaupt des NervensbstemS, verursacht wahrscheinlichden Tod. Zn der Nähe des Blitzes befindliche Personen werden betäubt. Nichtselten sind vom Blitz Getroffene wiederhergestellt worden. Das Barometer zeigtdie Nahe oder Ferne des aufsteigenden Gewitters durch das S.r.gen und Fallen desQuecksilbers. Je näher die Gewitterwolken dem Scheirel des Beobachters kom-met, desto mehr steigt das Quecksilber und desto näher rückt die Gefahr, der man,wenn sich viele Leiter an dem Orte befinden, entfliehen muß. Fällt das Queck-silber, so flieht die Gefahr. Das Läuten der Glocken hält wol kein Vernünftigermehr für einDertreibungSmitkel der Gewitter, man kann aber auch nicht behaup-ten, daß sie dadurch angelockt würden. — Vgl. die classische Schrift des ReimaruS„Dom Blitze" (Hamb . 1778, 2 Bde.); Desselben „Neuere Bemerkungen vomBlitze" (cbend. 1791). Literar. Nachweisung über diesen Gegenstand enthält dieneue Aufl. von Gehler's „Physikal. Lexikon" Leipz. 1825, I.Bd.).

Blitzableiter, Wetterableiter, isteineVorrichtung, durch wel-che entweder die Elektricität der Wolken, als die Ursache desBlitzcs, ohne-Lchlag zurErde geführt, oder der entstehende Blitz aufgefangen und auf einem bestimmtenWege, ohne Schaden der Gebäude, Schiffe u. s. w. in die Erde oder in dasWaffergeleitet wird. Die Erfindung gehört i-ein 11. Franklin. Bei seinen Versuchen überdie Elektricität bemerkte er, daß, wenn ein zugespitzter Metalldraht an einen elek-trisirten Körper gebracht werde, eine solche Spitze diesem seine Elektricität allmäligund ohne daß dabei Funken erscheinen, entziehe. Da nun kieWerterwolken elektrischsind, so glaubte er, daß man ihnen ihre Elektricität (welche dcnBlitz und das Ein-schlagen verursacht) nehmen könne, wenn man eine zugespitzte Stange von Metalla» den höchsten Theil des Gebäudes befestige und von der Stange einen Draht