Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Blumeichandel in Holland

erschien eine engl. Übersetzung, deren 2. Au«g. (1818) auch als erstes durch eineMaschine gedrucktes Buch merkwürdig ist. — Blumenbach ist am 11. Mai1752 zu Gotha geboren, studirte in Jena und in Göttingen , wo er am 19.Sept. 1775 das medicinifche Doctorat, 1776 die Aufsicht über das Natura-liencabinet der Universität und eine außerordentliche, sowie 1778 eine ordentlicheProfessur der Medicin erlangte. 1783 unternahm er eine gelehrte Reise nach derSchweiz , und später eine nach England, wo ihm besonders das Wohlwollen desberühmten Ritters Banks sehr nützlich war. Er besitzt, außer vortrefflichen natur-histvrischen Werken und Kupferstichen, herrliche naturhistorische Sammlungen,unter welchen die Schädelsammlung in ihrer Art einzig ist; auf sie gründet sichdie „Lcilleotio oi.iniorum cliver». gent. illustr.", mit Kpf., wovon sechs Liefe-rungen (Göttingen 1790 —1820) erschienen sind. Am 19. Sept. 1825 feierteB. seinDoctorjubelfest, wobei außer mehren Glückwünschungsschristen auch eineMedaille ihm überreicht und das Capital zur Begründung eines fortdauernden Rei-sestipendiums, das seinen Namen führen soll, niedergelegt wurde. Schrader nannte»nach ihm eine neue Pslanzengattuug öluinenbaclila inri^ni,. Am 26. Febr »1826 wurde das 5V. I. seiner Ernennung zum Pros. der Univ. Göttingen gefeiert,wozu Loos in Berlin die Iubelmedaille verfertigt hatte.

B l u m e n h a n d e l in Holland. Harlem war in ältern Zeiten den»Hauptsitz dieses Handels. 1636 und 1637 herrschte in Holland ein wahrer Tul-penschwindel. Man verkaufte Zwiebeln, die man nicht besaß, für unerhörte Sum-men, niit der Bedingung, selbige dem Käufer in einer festgesetzten Zeit zu liefern.Für eine einzige «emper AugustuS bezahlte man 13,000 Gldn., und für drei dergl.zusammen 30,000 Gldn., für 200 Aße von derselben 4500 Gldn., für 400 AßeAdmiral Liefkcnshoek über 4000 Gldn., für Admiral Enkhuizen über 5000 Gldn.u. s. w. Für einen Viceroi gab man: 2 Last Weizen, 4 Last Roggen, 4 fette Ochsen,8 Ferkel, 12 Schafe, 2 Oyhoft Wein, 4 Tonnen Achtguldenbier, 2 Tonnen But-ter, 1000 Pf. Käse, ein Bündel Kleider und einen silbernen Becher. In Alkmaavverkaufte man in einer Auction für mehr als 90,000 Gldn. Zwiebeln. In derselbenZeit gewann Jemand in Amsterdam in 4 Monaten über 68,000 Gldn. bei diesemHandel. In einer einzigen holländischen Stadt sollen über l O Mill. Tulpenzwiebelnverkauft worden sein. Als aber die Käufer sich weigerten, die vorbedungenen Sum-men zu zahlen, und als die Staaten am 27. April 1637 bestimmten, daß derglei-chen Summen auf dem gewöhnlichen Wege, wie jede andre Schuld, beigetriebenjwerden sollten, stürzten die tollen Preise auf einmal, und man konnte nun eine'Semper AugustuS um 50 Gldn. haben. Dennoch waren auch nachher die Sum-men, die man durch Hervorbringung neuer und seltener Tulpengewächse gewann,nicht unbedeutend, und noch jetzt findet man in den Verzeichnissen der harlemerDlumisien die Preise von 25 —150 Gldn. für einzelne seltene Tulpen. Bis zurfranz. Revolution zogen die harlemer Blumisten ihre Tulpenzwiebeln vornehmlichaus Ryffel und andern Städten Flanderns , wy sich die Geistlichen mit Erziehungterselben beschäftigten, nachher trieben sie das Geschäft selbst; doch ist der ganzeTulpenhandel nicht mehr von sonderlicher Bedeutung. Aber auch nach dem Verfalldes TulpenhandelS verlor Alkmaar den Ruf nicht, die ersten Liebhaber und Kennervon Blumengewächsen zu besitzen. Vermögende Personen trieben die Zucht derBlumen, besonders der Hyacinthen. Theils von diesen, theils von auswärts hc-r,versahen sich die Blumisten nicht nur mit Hyacinthen, sondern auch mit Ranun-keln, Aurikeln, Nelken, Anemonen u. a. m., die allmälig zahlreicher bei ihnenbestellt wurden. Das Geschäft gewann von Jahr zu Jahr an Ausdehnung, undHarlem ist bis jetzt der Stapelplatz Dessen geblieben, was schön in dieser Waaregenannt werden kann. Die Hyacinthen fingen erst 1730 an, recht empor zu kom-men. Man bezahlte in diesem I. für non z-lus uilr^ 1850 Gldn,, und