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Erster Band. A bis Bl.
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040 Blumenerden Bluinensprache

für sx Ophir, wovon die ganze Zwiebel jetzt ein paar Stüber kostet, 275 Gldn.1776 stand der harlemer Dlumenhandel in einem hohen Flor, und noch 1785 gabman für den Marquis telaCoste 750Gldn. Seitdem sind die Preise der Hyacinthenebenfalls sehr gesunken, wiewol man in den Verzeichnissen auch noch gewisse dop-'pelteHvacinthen mit Preisen von 25—100 Gldn. angeführt findet. Die sehr ver-öbreitete Liebhaberei, allerlei Blumen, und besonders Hyacinthen, im Winter ausGlasern und in Töpfen zu ziehen, hält diesen Handel noch aufrecht. ZwischenAlkmaar und Leyden find über 20 Morgen Landes (ä 600 Ruthen) allein denHvacinthen gewidmet, die in dem sandigen und lockern Boden ganz vorzüglich ge^keihen. Noch zahlt man in und um Harlem , außer vielen kleinen, nvölfoder drei-'zehn große Blumisten. Sie hatten Versendungen nach Deutschland, Rußland ,England ic., selbst bis nach der Türkei und dem Vorgebirge der guten Hoffnung. ^Jetzt ist theils durch die Zeitumsiände, theils aber auch dadurch dieser Handel sehwverdorben worden, daß einzelne harlemer Blumisten übermäßig große Partien'Zwiebeln allenthalben in Commission geben und in Auctionen und sonst verschleußkern lassen. Außer den angeführten versenden die Harlemer noch Tazetten, Ion?quillen, weiße Lilien, Mortagons, Zris, Fritillarien, Krokus und andre Blu-mengewächse, auch allerlei Sämereien, Obstbäume und Trcibhausgcwächse. '

Blumenorden , s. Pegnitzorden.

D l u m e n sp i e l e, s. ,le»x slor-iux. ^

Blumensprache. Es ist bekannt, daß die Morgenländer, als Freundesder Allegorie, gern in Bildern reden und schreiben. Sie besitzen darum auch cine^Kunst, ihren entfernten Freunden die geheimsten Gedanken ihrer Seele und dirverborgensten Wünsche ihres Herzens, ohne alle Charaktere mitzutheilen. Diesemgeheime Sprache scheint von den eingekerkerten morgenländischen Frauenzimmernerfunden worden zu sein. Denn diese haben bei ihren wenigen Beschäftigungenund Zerstreuungen Muße genug, ganz ihren Phantasien freien Lauf zu lasten.Darum ist diese Sprache zwar schön, von Gefühl und Sinn, aber auch sehr einge-schränkt und willkürlich. Nur Herzensangelegenheiten können durch sie abgehan-delt werden. Diese geheime Sprache der Orientalen besteht in der Kunst, einBouguet von natürlichen Blumen, die alle nach einer geheimen Bedeutung gewähltund geordnet sind, zubinden. Dieser Bouquet nennen sie Selam. Da jedes Landseine eigenthümlichen Blumen und Krauter, sowie seine besondern Begriffe vomSchicklichen und Unschicklichen, von «chwächen und Stärken der Leidenschaftenhat, je nachdem sein Klima kälter oder wärmer, seine Sitten verfeinerter oder rohersind: so wird man nicht nur in jedem Lande andre Bouquets binden und bindenmüssen, sondern auch in einem und demselben Lande wird jede Blume anders spre-chen, wenn sie von einer andern Person gebraucht wird. Denn in der Bezeich-nung der Bedeutung jeder Blume findet ja die größte Willkür statt. Bei den Chi-nesen findet man ein Alphabet, das ganz aus Pflanzen und Wurzeln besteht, undauf den Felsen in Ägypten sind die Eroberungen, welche seine frühern Bewohnergemacht, durch unbekannte Pflanzen eingegraben. übrigens bedarf es bei der Blu-mensprache keines tiefen ForschenS, die .Natur selbst wird die beste Lehrerin. Richtetman sich nach einer bestimmten aufgezeichneten Blumensprache, so darf man nurdas beigefügte Derzeichniß der Bedeutung jeder Blume nachsehen, und man wirddiese Blumensprache verstehen. Die Hauprregel hierbei ist: wohl zu beachten, daßdie erste Blume rechter Hand einen (^danken ausdrückt, und daß sie umgekehrt,d. h. den Wtiel dieser Blume nach oben gerichtet, das Gegentheil andeutet, z. B.eine Rosenknospe mit ihren Dornen undBlättern heißt: Ich fürchte, aber ich hoffe.Wenn man diese Knospe umkehrt, so will man damit sagen: Man muß wederfürchten noch hoffen. Doch muß man auch die verschiedenen Modificationen eineslAedankens nicht unbeachtet lassen; man kann sie durch die nämliche Blume an