Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Boccage 3

ein Jahr und starb zu Certaldo den 21. Dec. 1375. Aufsein Grabmal setzteman folgende, von ihm selbst verfaßte Inschrift:

ll»c sub mole jsaent cineres sc oss» losnni»,älens seilet ante ,Ieum lueeitis ornsts lelioelii»blortaiis vliee. Oeniloe llciccbaccias illi,

?str,a Oeetalilum, stuclium kuit sl,ns pc>esi».

B. erscheint in allen seinen Werken als ein Dichter von der reichsten Erfindung,lebendigsten Einbildungskraft und dem zartesten und glühendsten Gefühl. SeinDecanuiono", der eine Sammlung von 100, zum Theil auS provenzalischenDichtern entlehnten Novellen enthält, hat seinen Ruhm vor allen übrige» begrün-det. Er malte in demselben, wie auf einer ungeheuern Leinwand, Menschen vonallen Ständen, allen Charakteren, allen Altern, und Ereignisse aller Art, die aus-gelassensten und heitersten wie die rührendsten und tragischsten, und bildete dabeidie italienische Sprache zu einem bis dahin noch nicht erreichten Grade aus. Viel-fältig ist der Decameron (deutsch von Soltau ) übersetzt, und von unzählige» Schrift-stellern aus ihm geschöpft worden. Von seinen übrigen Werke» führen wir nurfolgende an:Da Tesciile", der erste Versuch einer italie». Epopeie und in Okta-ven geschrieben, für deren Erfinder B. gilt ;X>>>,,rc>sa - i.-ücox.-", ein großes Ge-dicht in Terzinen (die Anfangsbuchstaben der Terzinen bilden 2 Sonette und eineCanzone zum Lobe der Prinzessin Maria, seiner Gebieterin, die er hier mit ihremNamen zu nennen wagt);II IGoslealo", ein romantisches Gedicht in Oktaven ;,,>»läla iivrol.ino", ebenfalls in Oktaven ;Iliine" (die meisten seiner Sonette,Canzonen u. a. Liebesgedichte hatte B., nachdem er die ikalien. Poesien Petrarca'S gelesen, verbrannt, und die vorhandenen scheinen sich wider seinen Willen erhaltenzu haben);II l'ilnro;«'. owe.ro an>,»»sa laliaa", ein Iogdroman;1,'aiixi-rosa b'iao>>»oiia", ein lieblicher Roman, der auch den deutschen Lesern durch dieÜbersetzung der >Lwph. Brentano bekannt ist;I.'Drbaoo" (wird von Einigen füruntergeschoben gehalten);lODneto ossia diiixl'alc <I'4,xelo", ein aus Prosaund Versen gemischtes Gedicht, aus dem Schlegel ins.Blumensträußen" Eini-ges gegeben hat;II (äo, bauen, ossia I.ulü, inUxl'Xniore", eine beißende Schmä-hung gegen eine Frau, die ihn zum Unwillen gereizt hatte; endlichOrigi»«.-. viiav eoslumi >1, Dante .Uigbiori", durch manche Einzelnheiten anziehend, und sein6on>,nenio so>,ra la ooi,»e<Iia <1! Dante ", der aber nur bis zum 17. Gesängeder Hölle reicht. Seine latein. Werke sind:De <>cnealugia Deur»>n liln i XV";De inonliinn. svlvaruin, laenuni, llnviornin, stsAnoruin et marinm I,c>-niinibuz !il>e>";De oasibxs virornin et leiriina, nnr illnst, in,» libi i I V";DeClaris nnilie, !>)»," lindDelopiae". Eine Übersicht der Ausgaben s. Werke gibtEbert'sDibliogr. Lepikon". Kürzlich hat Graf Baldelli sein Leben beschrieben.Auch findet sich eine Biographie des B.in Wismayer'sPantheon Italiens" (lll.Heft). Eine neue krit. Llusg. desDeean,c,one", mit einem histor. liter. Com-mentar und dem Leben desB., gab Biagoli (Paris 1823 fg.) in 5 Bdn. heraus.Kürzlich hat Pros. Ciampi in der Magliabech. Bibliothek zu Florenz das Memo-randum-Buch des B. aufgefunden, darüber sein Leben und andre Gegenständeneue Aufschlüsse gibt.

Boccage (Marie Anne du), französ. Dichterin, Mitglied der Akademienzu Rom, Bologna, Padua, Lvon und Rouen, geb. Lepage, zu Rouen den 22. Oct.1710, gest. den 8. Aug. 1802. Sie war die Gattin eines Steuereinnehmers inDieppe und blieb nach dessen Tode Witwe. Ihre Erziehung erhielt sie in Paris in einem Kloster, wo schon ihre Neigung sie zur Dichtkunst hinzog. Allein sieverbarg diese Talente, so lange die Reize der Jugend noch blühten, und machteihre Geisteserzeugnisse erst 1746 bekannt. Zuerst ein Gedicht über den wechsel-seitigen Werth der schönen Künste und Wissenschaften; dieses erhielt bei der Akad.

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