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Der Krieg, welcher Preußens trefflichste Jünglinge auf das Schlachtfeld rief,mußte nothwendig eine Stockung herbeiführen. Aber der Friede brachte auchdieser Anstalt neues Gedeihen. Die Lehrer erhielten und gewannen größere Wirk»famkeit. Wir nennen Wachler, Steffens, Büsching, Stenzel, von Cölln . DieZahl der Studirenden betrug 1826 über 850. Da Breslau jedoch mit Berlin nicht wetteifern kann, so wird es ihr immer schwer sein, junge Nichtschlesier ansich»zuziehen. An die Stelle berühmter Lehrer (Dredow starb; Augusti ging nachBonn ; Haindorf nach Halle ; Sprickmann, BehrendS, v. Räumer, Link, v. d.Hagen nach Berlin ; BartelS nach Marburg ; Schilling und Brandes nach Leipzig ;der Obervibliothekar Schneider und Manso starben) sind andre Gelehrte getreten,welche mit Erfolg und Beifall lehren; allein noch ist mehr als eine Lücke auszufül-len. Bedenkt man indeß, daß der preuß. Staat im Laufe eines IahrzehendS 3 Uni»versitäten so gut als neu gegründet hat, so wird e« begreiflich, das, nicht jede offen«Stelle gleich so zu besetzen ist, wie es da« Ministerium für den öffentlichen Unterrichtwünscht, dessen Fürsorge die Universität so viel zu verdanke» hat, besonders die libe-rale Ausstattung ihrer wissenschaftlichen Institute, der Bibliothek, des botan. Gar-tens, der Anstalten und Sammlungen fürPhpsik, Chemie, Mineralogie, Zoologie,Astronomie, der voni Geh. Ober-Med.-Rath Rüst in Breslau eingerichteten, imSept. 1823 eröffneten chirurgischen Schule u. s. w., welche sich sämmtlich der Lei-tung kenntnißreicher Männer erfreuen.
Brest , Frankreichs wichtigster Kriegshafen, im ehemaligen Bretagne , jetztHauptort eines Bezirks im Deport. Finisterre, mit 27,000 E. in 2600 Häuf.Der Card. Richelieu erhob es 1631 zu einer «tadt und zu dein wichtigen Seeplatze,der cS jetzt ist. Auf der Rhede von B. können 500 Kriegsschiffe sicher liegen.Zu bemerken sind die Seearsenäle, die Schifffahrts-, die Schiffbauschule, eineWchule des -LeeingenieurcorpS u. s. w. Hier liegt ein bedeutender Theil derfranzösischen Leemacht. Die Fischereien sind sehr beträchtlich, besonders der Sar-dellenfang. Am 1. Juni 1791 ward bei B. die franz. Flotte von den Eng-länder» unter Howe geschlagen, welcher ihr 6 Linienschiffe abnahm und einsiebentes versenkte.
Breteuil (Louis Auguste LeTonnelier, Baron von), geb. d. 7. März 1730zu Preuilly in Touraine , war anfangs bevollmächtigter Minister bei dem Kurfürstenvon Köln , dann am russischen Hof, hierauf nach und nach Botschafter in Schweden ,Holland , Neapel , zuWicn und auf dem Congresse zu Teschen. Seine Gesandtschaftin Wien erklärt seine Anhänglichkeit an die ea öuigin Marie Antoinette . Als Mini-ster und LtaatSsecretair war er ein eifriger Vertheidiger der Monarchie; er galt da-her für einen der erklärteste» Revolutionsgegner. Nach dem 11. Juli entging er durchschleunige Flucht dem Schicksale Foulon'ö. 1790 übertrug ihm Ludwig XVI .einige geheime Unterhandlungen mit den vorzüglichsten nordischen Höfen. DerConvent erließ einen Anklagebeschluß gegen ihn. Man findet in der Geschichte derRevolution von Bertrand de Moleville schätzbare Belehrungen über seine letztendiplomatischen Arbeiten. 1802 kehrte er mit Genehmigung der Regierung nachFrankreich zurück und starb den 2. Nov. 1807 zu Pari«.
Bretschneider (Heinrich Gottfried von), geb. am 6. M-1rz 1739 inGera , gest. als k. k. östreichischer pensionnirter Hofrath den 1. Nov. 1810 auf demSchlosse seines Freundes, des Grafen von Wrtbo, Krzinitz bei Pilsen . Soldat,Gubernialratb, Bibliothekar in Ofen und i» Lemberg , Rathgeber und Vertrauterdes Kaisers Joseph II. , Reiseabenkeurer, Dichter, Romanenschreiber, Kupfer-stich- und Gemäldesammler, Recensent, Satyriker, ein PeregrinuS-ProieuS inhundert Farben, und doch dabei ein redlicher Freund derWahrheit, wie er sie er-kannte, geschworener Feind aller politischen und pfafsischen Gaukelei, die er scho-nungslos entlarvte, ein Encyklopädist, ohne mit d'Alembert und Diderot je in