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Bodmcrei
Bodoni
der hingen Schweizer aus, trat aber bald, als auch er ihren Tadel erfuhr, an dirSpitze ihrer Gegner. <Lo bildeten sich 2 Parteien, die Gvttsched'sche und die schwei-zerische, die sich mehre Jahre lang mit großer Erbitterung bekämpften. Wiewol esbei dieser Fehde nicht an Kleinigkeiten aufbeiden Seiten fehlte, so hatte sie doch nütz-liche Folgen und half eine glänzende Periode unserer Literatur vorbereiten. Nament-lich wirkten die schweizer günstig und kräftig aufregend durch ihre Hinneigung zudem britischen Dichkergeschmack, ihr Zurückweisen auf Opih, Flemming, GrvphiuSu. A. durch die Lohenstcin'sclw Lchule und durch chre Bekämpfung des Gotftched'-schen Götzen der gallischen Kunsttheorie. 1725 erhielt B. den Lehrstuhl der helve-tischen Geschichte in seinem Vaterland?. 1737 ward er Mitglied des großenRathsin Zü>ich, i» welchem er gemeinnützig wirkte. Nach dem Tode seiner Gattin undKinder zog er sich aufein Landgut zurück und legte 1775 seine Stelle alsProfeffornieder. Er starb in Zürich den 2. Jan. 1783. Seine schriftstellerische Thätigkeitwar vielseitig und unermüdlich; er trat nicht nur als ästhetischer Kunstlichter undLiterator, sondern auch als Geschichtschreiber und Dichter auf. In letzterer Eigen-schaft leistete er am wenigsten, wie seine „Noachide", seine dramatischen Arbeiten,seine Übersetzungen des Homer, des ApolloniuS und Milro» u. s. w. zur Genügebeweisen. Größere Verdienste erwarb er sich durch die Herausgabe alter vaterlän-discher Dichter, namentlich der Manessischen Minnesänger, des Boner, des Opitz(nur ein Band), des Wernicke u. s. w., und durch seine „Kritische Dichtkunst"(3 Thle., 1710), welche er Gottsched '-? ähnlichem Werke entgegensetzte. Von Sit-ten war B. streng und patriarchalisch, aber man wirft ihm vor, das er fremdesVerdienst nicht ohne Neid und Eifersucht ansehen konnte. Seine überwiegendenVerdienste sichern ihm indeß ein ehrenvolles Andenken bei der Nachwelt, und diegrößten Namen der deutschen Literatur, Klopstock und Wieland, reihen sich alsPfleglinge seinem zu sehr vergessenen Namen an.
B o d IN e r e i (liottoinrv, uonüäi ä b, grosse, oder prs'I ä lu grosseoventure. I'inriiiio „mrlilmo) ist ein Darlehen, welches aufein Schiff oder deffenLadung mit der Bedingung aufgenommen wird, daß der Darleiher (Bodmerei-gcber, Bodmerist) die Seegefahr mitträgt, also bei gänzlichem Untergänge seineganze Federung verliert, bei partiellem Seeschaden einen Theil derselben einbüßt,dagegen bei glücklicher Fahrt eine Prämie (höhere Zinsen, oder in der That einenTheil des Gewinnes) bekommt. Die Eigenthümer des Schiffes können ihreSchiffSantbeile. die Befrachter ihre Antheile an der Ladung, der Schiffer abernur im Notbfall Schiff und Ladung verbodmen. Genaue und zweckmäßiae ge-setzliche Vorschriften stellen mehre Gesetzgebungen auf, das „Hamburger Stadt-buch", Th. II. Tit. 18, der französ. „tA»le <lv co»>»><>>uu" von 1807, Tb. 2,Tic. A und vonuglicb das „Preuß. Allgem. Landrecht" (1794), Tb. II. Tit. 8,§. 2359 — 2 > 51. Eine gründliche theoretische Darstellung enthalt Benecke'S„System des Affecuranz- und Bodmereiwefens" (Hamb . 1810 —1821, >. 86,und IV, 404). 37.
Bodoni (Giambatista), Vorsteher der königl. Druckerei zu Parma , Sr. ka-thol. Mas Hofbuchdrucker, Mitgl. mehrer Akademien Italiens , Ritter des Ordensbeider Licilien und des Ordens der Reumon, wurde d. 16. Febr. 1740 zu cLaluzzoin Piemont , wo sein Vater eine Buchdruckerei besaß, geboren. Er beschäftigte sichschon als Knabe mit dem Holzschneiden. Da seine Arbeiten Beifall fanden, ginger 1758 nach Rom , um sich zu vervollkommnen, und ward in der Druckerei derPropaganda als Setzer angestellt. Seine Geschicklichkeit, sein Geschmack undsein Betragen erwarben ihm die Liebe der Vorsteher, auf deren Rath er sich mit denorientalischen Sprachen bekanntmachte, »m vornehmlich in diesen arbeiten zu kön-nen. Ei» großes Verdienst erwarb er sich dadurch um diese Druckerei, daß er diein Unordnung gerathenen Ponzen vieler orientalischen Alphabete reinigte und wie-