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BovthiuS Bogdanowitsch
gleichen wenige Gelehrten sich zu erfreuen gehabt. Man kam von allen Ge«genden Europas , ihn um Rath zu fragen. Lein Vermögen betrug bei seinemTode 2,000,000 Gulden. Peter der Große unterhielt sich bei feiner Durchreisemit ihm, und ein chinesischer Mandarin schrieb an ihn unter der Adresse: AnHerrn Boerhaave, berühmten Arzt in Europa . 1722 zwang ihn zuerst em 'Anfalldes Podagras, von einem Schlagflusse begleitet, seine Thätigkeit zu unterbrechen.Neue Rückfälle 1727 und 1720 zwangen ihn, das Lehramt der Botanik undChemie, dem er 20 Jahre vorgestanden, aufzugeben. 1730 verwaltete er dasRectorat zum zweiten Male, bei dessen Niederlegung er eine Rede „>)»- In>>x»e,„>c<Iivi »<->n ii»t«-" hielt, vielleicht die beste von allen, worin er den Arzt als Skla-ven der Natur darstellt, deren Bewegungen er zu erwecken und zu leiten habe. Erkehrte darin gewissermaßen zum Hippokreues zurück, von dem er sich überhaupt inder Ausübung nie entfernte. 1738 kam sein Übel verstärkt wieder, und nach eini-gen Monaten erlag er ihm in einem Alter von 70 Zähren. Die Stadt ließ ihm inder Si.--Peterskirche ein Denkmal errichten, auf welchem manB.'öLieblingsdenk-spruch liest: „8iinz>Iov üPilln,» veri".
Boüthius (AnieuiS ManliusTorguatusSeverinus), ein durch feine Tu»genden, Verdienste, Würden und sein trauriges Schicksal berühmter Mann, geb.um 470 in Rom oder Mailand , stammte aus einer alten, reichen und angesehe-nen Familie, erhielt in Rom eine Erziehung, die seine außerordentlichen Anlagentrefflich entwickelte, ging in der Folge nach Athen , das immer noch der Mit-telpunkt deü Geschmacks und der Wissenschaften war, und studirte daselbst un-ter ProkluS und Ändern die Philosophie. Nach Rom zurückgekehrt, überhäufteihn Theodorich, König der Dstgokhen, der damals über Italien herrschte, mitBeweisen seiner Huld und Achtung und erhob ihn in kurzer Zeit zu den eistenStellen des -LtaatS. Auch äußerte er auf die Handlungsweise Theodorichs denschönsten Einfluß, sodaß die Herrschaft der Gothen die Völker beglückte, die ihrunterworfen waren. Lange Zeit war er das Drakel seines Königs und der Abgottder Gorhen, und die größten Beweise der Ehre schienen nicht hinzureichen, seineVerdienste und Tugenden zu belohnen. Aber Tbeodorieh ward in seinem Alterschwcrmüthig, eifersüchtig und mißtrauisch gegen Die, welche ihn umgaben. DieGorhen erlaubten sich nun alle mögliche Bedrückungen gegen das Volk, und um-sonst versuchte B., sie zu mildern und Ungerechtigkeiten zu verhindern. Durch seineRechtschaffenhcit, die jedes Unrecht bestrafte, hatte er sich früher viele Feinde zuge-zogen , denen es jetzt gelang, den König selbst gegen ihn einzunehmen und miß-trauisch zu machen. Sei» Widerstand galt für ein aufrührischeS Betragen, undman beschuldigte ihn eines verrätherischen Einverständnisses mit dem Hofe zu Kon-siantinopel; er wurde in ein Schloß in Pavia eingekerkert und 52! oder 526 hinge-richtet. Als er noch am Staatsruder war, fand er Erholung von seinen Geschäf-ten in den Wissenschaften und wandte einen Theil seiner Muße an, mathematischeund musikalische Instrumente zu verfertigen, von denen er mehre dem Konig Clotarvon Frankreich übersandte. Außerdem lebte und webte er in den alten griechischenPhilosophen und Mathematikern, deren er mehre ins Lateinische übersetzte. Seineberühmteste Schrift ist die während feiner Gefangenschaft verfaßte: „Von demTroste der Philosophie". In dieser wechseln Verse und Prosa ab, und man findetdarin eine Erhebung der Gedanken, einen Adel der Gefühle, eine Leichtigkeit undBestimmtheit des StplS, die dieses, obwol kleine Werkchen, weit über alle Schriftenseines Jahrh, erheben. (Hauptausg. Basel 1570, Fol.; eine neuere von Bedeu-tung. Glasgow 1751, 4.; ubers. von Frevtag, Riga 1794.)
B o g d a n >> w i t f ch (Hippolt t Fedorowitsch), Rußlands Anakreon , geb.1743 zu Pcrewolorschna in Weißrußland , der Sohn eines Arztes, ward dem Stu-dium der Ingenieurwissenschaft bestimmt und kam deßwegen 1754 nach Moskau