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Boisseree'sche Gemäldesammlung
und Ausführung bekannt, deren Ursprung aus dem 14. und zum Theil aus dem15. Jahrh, erweislich wurde, und zu gleicher Zeit fanden sie mehre Gemälde mitZuschriften und IahrSzahlen, welche den unumstößlichen ,Beweis lieferten, daßjene, wegen ihrer geringen Vollkommenheit, aber große» Ähnlichkeit mit Johannvon Eyck's Werken für die ältern gehaltenen, Bilder der schule dieses Meistersangehörten. Es lag klar am Tage: die ältere kölnische Malerei vor Ioh. v. Eyckhatte sich, wie die gleichzeitige italienische, aus den gemeinschaftlichen Grundzü-gen byzantinischer Kunst, jedoch mit großer Eigenthümlichkeit entwickelt. — EineMenge Frescogemälde, die auf den entkleideten Wänden einiger verlassenen Kir-chen und Klöster hier und da sichtbar wurden, oder bei Erschütterung der zum Ab-bruch unterminirlen Gebäude durch Ablösung der Kalkdecke oft von unten bis obenzum Vorschein kamen, bezeugten wiederholt das Alter und die umfassende Thätig-keit der byzantinisch-kölnischen Malerschule. 1808 endlich entdeckten die Samm-ler mehre Tafelgemälde, einige Apostel und andre einzelne Heilige vorstellend, diezu dem Vollendetsten gehören, was aus jener Schule übrig geblieben ist; als siedie Tafeln umwandten,, fanden sie zu ihrer größten Freude historische Compositio-nen, welche durch ihre Ähnlichkeit mit manchem Theile des obenerwäknten Altar-bildes aus der Rathscapelle die beim Anblick der Vorderseite gefaßte Vermuthung,daß diese Gemälde von denselben Meistern herrühren möchten, zur vollkommenstenGewißheit erhoben. So war denn auch jenem bewundernswürdigen Kunstwerke,welches man wegen der ihm eignen Mischung von Ideellem und Individuellem undwegen der höchst sanften, verschmelzenden und zugleich prächtigen malerischen Be-handlung nicht zu clasiisieireu gewußt hatte, seine wahre Stelle angewiesen; manerkannte, daß es der zur vollüen Selbständigkeit gelangten bvzaniiniscb-kölnischenSchule angehöre und deren UbergangSpunkt von der ältern traditionellen zu derneuern ganz naturnachahmende» Kunst bezeichne: wie auch Gökhe später diesesBild sehe treffend die Achse der »iederrheiniseben Kunstgeschichte nannte (,,Kunst u.Alkertb.", 1. St., S. 183). Unter diesen Umständen mußte in unsern Freundender Wunsch erwachen, eine vollständige Reihe von Taselaemäldcn der brzantinisch-kolntsehen Lchule aufzustellen, und überhaupt die Geschichte der deutschen Male-rei, die durch die gemachte Entdeckung um mehr als ein Jahrhundert erweitertwurde, auch in ihren frühern, noch sehr dunkeln Perioden so viel als möglich auf-zuklären. Zudem hatte sich ergeben, daß die anfänglich gefaßte Vermuthung vondein hohen Kunstwerth der von rohen Menschen zerstörten Gemälde größtemheilsmochte übertrieben gewesen sein. Freilich waren hier und da ein Fensterladen,Taubcnschlag, Tisehblart oder Schirindach aus den gemeldeten Tafeln verfertigt,ja größere Gemälde waren bei der öffentlichen Versteigerung als eine lästige Zugabezu Glocken und altem Eisen geschlagen worden, oder es waren schwere, durchStaub und Schmutz unkenntlich gewordene Tafeln i» den weitläufigen Kreuigä»-gen zurückgeblieben, und die neuen Bewohner der Klöster, bloße Hüter der Ge-bäude, meist Leute von der gemeinsten Art, hatten sie als Brennholz verbrannt.Indessen fanden die Freunde unter manchen Uberr> ste» von etliche» Gemäldennicht ein einziges von großer Bedeutung, und ihre Sammlung enthält keinS der-selben. Hingegen wurde bei näherer Bekanntschaft mit den Verhältnissen immerklarer, daß die vorzüglichsten Gemälde durch einen alten Ruf, der an ihnen ge-haftet, vor dem allgemeinen Verderben waren geschützt worden. Die meistenhatten schon vor 100 und 150 I. dem neuen Geschmack in der Kirchenverzierungweichen müssen, und waren in Ncbcncapellen, Tapitelsale, Saensteien undSchatzkammern verseht worden, wo sie zwar wenig betrachtet, aber meistens sehrgut erhalten wurden. Bei der Aufhebung der geistlichen Gemeinden fielen dieseehrwürdigen Alterthümer entweder den auSgetriebencn Mitgliedern anheim, diezum Theil sie Jahre lang in Hoffnung der Wiederkehr der alten Zeit verwahrten,