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wählen, allen übrigen Seevvlkern überlegen. B. G. Camberlvn hak ihn durch einzu Gent 1827 gedrucktes lateinisches Gedicht: „Nurl-clinch -;eui»", gefeiert.
Bolingbrocke (Henry-Saint-John, Lord, Niscount), geb. 1672 zuDattersea bei London , aus einer alten Familie, deren Mitglieder sich theils imKriege, theils im Staate ausgezeichnet hatten, erhielt eine seinem Stande gemäßeErziehung und vollendete zu Oxford seine Studien. Schon damals wurden dieLebhaftigkeit seines Geistes, die Fruchtbarkeit seiner Einbildungskraft, sei» ein-nehmendes und doch kräftiges Wesen und die Gewandtheit seines StylS allgemeinbewundert. Er trat in die Welt und zeigte bei den seltenste» Geistesanlagen eineverführerische Gestalt, eine Feinheit der Sitten, ein Gemisch von Adel und Leut-seligkeit, einen Reiz der Rede, denen, nach dem einstimmigen Zeugnisse seiner Zeit-genossen, Niemand zu widerstehen im Stande war. Unglücklicher Weise hemmtendie Leidenschaften seiner Jugend den Ausflug seiner Talente; schon war er in das23. Jahr getreten, und noch hatten seine glänzenden Anlagen nichts weiter alseinen vollendeten Weiberverführer (,i oomssole ,!>>-,) aus ihm gemacht. SeineÄltern glaubten, daß cine Heirath heilsam auf ihn wirken würde, und schlugen ihmeine Dame vor, welche als Erbin einer Million mit einer reizenden Gestalt einensehr gebildeten Verstand und die edelste Geburt verband. Aber kaum hatten diejungen Eheleute einige Zeit mit einander gelebt, als sich unvertilgbare Zwietrachtzwischen ihnen erhob, in deren Folge sie sich auf immer trennten. Ein andresZwangsmittel sollte diesen heftigen, regellosen Charakter zu einem bessern Ziele füh-ren : er trat durch Vermittelung seines Vaters ins Unterhaus. Hier erregte» seineungewöhnliche Beredtsamkeir, sein tiefer Blick und dieGründlichkeit seiner Urtheileallgemeine Aufmerksamkeit. Seine bisherige Arbeitsscheu ward plötzlich in dierastloseste Thätigkeit verwandelt. 1704 zum Kriegssecretair ernannt, kam er inunmittelbare Verbindung mit dem Herzoge von Marlborough, der die Talente die-ses Mannes erkannte und dessen Unternehmungen aus allen Kräften unterstützte.Als aber die Whigs die Obergewalt erhielten, »ahm Bolingbrocke seinen Abschied.Nun folgten, wie er sich selbst ausdrückte, die zwei thätigsten Jahre feines Lebens,in welchen er sich ganz den «rudien widmete, bei denen er jedoch den öffentlichenAngelegenheiten keineswegs fremd wurde. Er stand nämlich in fortwährender Ver-bindung mit der Königin, die seinem Rathe vor allen übrigen Gehör gab. DasMinisterium der Whigs ward zum Erstaunen von ganz Europa gestürzt, und B.erhielt als Staatsseeretair das Departement der auswärtigen Angelegenheiten,in welchem Posten der Friede von Utrecht den Stolz seines Lebens ausmachte, so-wie er die Bewunderung seiner Talente erregte. Bei diesem Friedensschlüsse hatteer Alles gegen sich: die Whigs, die PairS, die Bank, die ostindische Gesellschaft,Marlborough, Eugen, den Kaiser, Holland, die Eifersucht aller europäischen Mächte,die Schwäche seiner eignen Königin, die Unentschlossenheit, die Unklugheit, ja so-gar den Neid seiner Eollegen. Späterhin finden wir B. dem Ungestüm sei-ner Leidenschaften, einem Wechsel der Gesinnung und einer so sonderbaren Art,sich zu dieser oder jener Partei zu schlagen, preisgegeben, daß dadurch die Redlich-keit seiner Gesinnungen, seine Vaterlandsliebe, überhaupt sein ganzer Charakternicht wenig verdächtig werden. Es entstand nämlich aus den Reibungen der To-nes und Whigs ein solchcrZwielpalt in der öffentlichen Meinung, daß die Ministerhart getadelt, der Friede für ein Unglück auSgeschrien und die protestantische Thron-folge für gefährdet erklärt wurden. In diesem Augenblicke brach wischen demGroßschatzmeister, Grafen Oxford, und B., gleich nach dem Abschlüsse desFriedens, ein verderblicher Streit aus. Swift, der Freund Beider, besonders abermit dem Großschatzmeister sehr vertraut, beschuldigte B., an dem Untergängeihrer Partei die größte Schuld gehabt zu haben. Andre urtheilen von diesen bei-den Männern, daß zwei Minister, welche bei einet' so gefährlichen Lage der Dinge