Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bolivar

„Versuch über den Menschen", bei dessen Abfassung er dem Vers. nichr allein ge-holfen, sondern ihm auch selbst die wichtigste» Materialien an die Hand gegebenhat. Sehnsucht führte ihn endlich nach seinem Vaterlande zurück, woselbst er 1138s. „Vorstellung eines patriotischen Königs", und zwar unter den Augen des jungenThronfolgers, schrieb. Er starb 1151 nn 80. (). unter denMartern einer langenund schrecklichen Krankheit, während welcher er Betrachtungen über den Austandder Nation aufsetzte. Die Handschrift seiner sanunkl. Werke hatte er dem schon.Dichter David Mallet übet geben, welcher sie 1153 zum Druck beförderte. Kaumaber war dieses Werk erschienen, als sich von allen Seiten Stimmen dagegen erho-ben; denn der Vers. harte darin das Christenthum aufeine empörende Weise ange-griffen. Dasselbe wurde daher öffentlich von der großen Iurr von Westminster, alsder Religion, den Sitten, dem Staate und der öffentlichen Ruhe gleich gefährlich,cmstimmig verworfen. Was B.'s Charakter anbetrifft, so wissen wir vo» ihm, das,er die innigste Freu»dschaft und die erklärteste Feindschaft zu erregen im Standewar, und das; man ihn eines unmäßige» Ehrgeizes, eines ungezügelten Zorns,einer gehässigen Nacheiferung und unversöhnlichen Erbitterung beschuldigte. SeineMemoiren sind brauchbar für die Geschichte Englands im ersten Viertel des18. Jahrh. ^

Boliva r (Simon), Präsident der Republik Colombia, mit dem Beinamen<0 I iiuutu»!«, . stammt aus einer edel» Familie und ist zu Caracas 1180 geb.Er studirke zu Madrid und begab sich dann nach Frankreich . Seine persönlichenEigenschaften — ein spanisches Gesicht, ausdrucksvoll, mit feurigen, schwarzen Au-gen lind regelmäßigen Zügen, eine edle Gestalt von mittler Große und d>e Au»iuihseines Betragens —> verschaffte» dem jungen Creolen Zutritt in den erste» geselli-gen Kreisen vo» Paris . In dem Besitz eines Vermögens von 200,000 Fr. jährt.Eint., faßte er, mitten unter den Vergnügungen jener Hauptstadt, in euuin Al-ter von 23 I., den Vorsah, sein Vaterland einst unabhängig zu mache», fest insAuge. Von kühnem Charakter, mit einer glänzenden Einbildungskraft begabt, da-bei sebr beredt, thätig, lernbegierig und durch den Umgang gebildet, machte er sichmit Allem vertraut, was dem Staatsmann und dem Krieger wichtig sein kann. AlsFreund von Humboldt und Bonpland , hat er mit Lehrerin viele Reisen gemacht.Auch lebte er mit Palacio, einem Manne von erhabener Gesinnung und HellemGeiste (nachmal. Münster der ausmärt. Angcleg. von Venezuela ) in freundschaft-liche» Verhältnissen. Außer Frankreich sah er England, (Italien, die Schweiz undDeutschland. Nach seiner Rückkehr vermählte er sich in Madrid mit der Tochterdes Marquis von Ustariz. Darauf ging er 1810 nach Amerika zurück, das eben dieFahne der Unabhängigkeit aufgepflanzt hatte. Hier gab der Gen.Miranda in seineHand das Schwert, welches er so gut geführt hat. Er wurde die Seele des Be-frei,inge-krieges und wandte auf dieses Unternehmen einen großen Theil seines Ver-mögens. ävein Unglückssall konnte das Vertrauen erschüttern, welches s. Mitbürgerin ihn setzten. Als Venezuela 1812 verloren zu seilt schien, bot er dem Varerlandeaufs neue s. Dienste an, sammelte ein Heer, schlug die Spanier bei Cucuta underoberte Caracas den 1. Aug. 1813. Nach s. Siege über den königl. GeneralMonteverde bei Agua Calieme 1814 wollte er s. Dictatorstelle niederlegen, wurdeaber aufs neue in derselben bestätigt. Nun riefen die Spanier die S klaven zur Frei-heit und unter die Waffe». B. wurde geschlagen und wandte sieb nach Cartagena zVenezuela siel in die Gewalt des konigl. Heeres, und der tapfere D. Pablo Morillo landete mir neue» Truppen aus Spanien . Sofort organisirte B. einen Guerilla-krieg und sammelte in Iamaica ein kleinesHecr vo» Abenteurern, mit welchem erm> Febr. 1811 neue Vortheile über Morillo erkämpfte. Venezuela ernannre ihnam Ende dieses ZahreS zum sähe,-Haupte der Republik , die er eine Zeitlang ausl. Hauptquartiere zu Angostura verwaltete. Seitdem wurde der Krieg von ihm und