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teres der römischen Curie. Seit 3 Jahrhunderten versuchte die Kammer desPapstes in Bologna wie in Rom die Kornaccise dieAnnona) einzuführen, und ver-mochte cS nicht. In B. lebt der reiche Adel des Kirchenstaats, der mehr undweniger mit dem Kirchenhaupt und der Curie gespannt ist, und die alten bologne-sischen Patrizierfamilien, deren Reichthümer in Grundeigenthum der fruchtbarenMarsch bis aus Meer, hart an der Grenze zwischen den Borbergen der Apenninenund den Anschwemmungen des Meeres und der Iltisse, bestehen. Jene geben inihren Nachgcborenen der Kirche manche» Papst. Hier leben auch aus dem Gelehr-ienstande die freisinnigsten Männer im Kirchenstaate, woselbst Adel, Gelebrte undBürget stand 1816 eine Soldatische Gesellschaft zur Beförderung des gesellschaft-lichen Glücks stifteten, die schon einmal in Verdacht des CarbonariSmuS gerieth.Ein wichtiger Nahl'uiigszweig der Stadt war lange ihre angeblich von TkeodosiuSdem Jüngern (125) gestiftete, berübnne Universität, welche in den Jahrhunder-ten der Barbarei die Fackel der Aufklärung leuchten ließ, aber in unsern Tagenvon den sie einst besuchenden 2000 Studirendcn auf 300 herabsank. Hier lehrteder berühmte Rechtslehrer JrneriuS im 11. Jahrhundert das römische Recht, undein Bulgerus, MartinuS, JacobuS und Hugo zogen die Jünglinge in ihre schule.Die Universität war der Stadt vormals so Werth, das; sie auf ihren Münzen dieLosung der Universität: Iftumui.-, «lueet. verkündete. Am berühmtesten war aufderselben die RechkSschule. Ihre Lehrer hakten meist den Ruf, den jungen Studi-reuden viel Empfänglichkeit für Autokratie beizubringen, und genossen dafür derGunst der Kaiser und der italienischen Regenten. Gewiß ist, daß seit 1100 Jah-ren jede neue Entdeckung in den Wissenschaften und in der Kunst in diesem ältestenMusensitze Beförderer fand und, wie die Jahrbücher der Wissenschaften beweisen,noch jehiPsteger und Kritikerfindet. Ihr Mitbürger, General GrafFern. Mar-sigli, stiftete und dotirte hier 1109 das I-tUulu stell,- W',eu?,e mit einer Biblio-thek von säst 200,000 B„ bei welcher 1825 Abbate Mezzofanti , Pros. der mor-genländ. Sprachen, als Bibliothekar angestellt war, der nach des Baron v. ZachVersicherung eine Menge lebender Sprachen richtig und geläufig spricht (z. B.Deutsch in mehren Mundarten, Russisch, Magvarisch, Walacbisch, die Zigeuner-sprache tc.), ohne jemals Bologna verlassen zu haben. Die fremden Truppen inItalien verschafften ihm Gelegenheit, sie;u lernen. GrafMarsigli stiftete und do-tirte auch eine Sternwarte, ein anatomisches Theater, einen botanischen Gartenund kostbare Sammlungen für alle Fächer menschlicher Wissenschaft und Künste;jetzt sind sie vereinigt mit der lee-uleini-, »e„li„„ Papst Clemens XI. — Eineeigne Schule stifteten in Bologna im 16. Jahrh, die berühmten Maler und Bild-hauer Caracci, Guido Reni , Domcnichino und Albano, und verherrlichten solchedurch ihre Werke. (^d.Malerei.) Auch gab es schon seitdem 12.und 13. Jahr-hundert große Maler in Bologna ; Francesco, genannt il krauen,, zeichnet das 15.Jahrhundert aus. Den Hauptplatz der Stadt bezeichnen ehrwürdige Gebäude,namentlich der Rathspalast mit trefflichen Gemälden und Bildsäulen, auch denfast 200 Folianten, die der berühmte Naturforscher Ulrsses Aldrovandus mit eig-ner Hand als Notizen für künftige Werke schrieb; der Justizpalast des Podesta unddie Domkirche S.-Petronio mit ihrer unvollendeten Vorderseite und dem vonCassini auf einer Kupscrplatte des Fußbodens gezogenen Meridian. Unter den 13andern Kirchen glänzen S.-Pietro, S.-Salvakore, S.-Domenicho, S.-Gio-vanni in Monte, S.-Giacomo maggiore, alle im Besitz reicher Kunstschätze. Be-trächtlich ist die Zahl der Kunstsammlungen, die Bestandtheile reicher Fideicom-misse sind, welche die Wohlhabenheit der Enkel noch immer vergrößert. Die Ga-lerien Sampieri und Zambeccari glänzten einst vor allen; jetzt übertreffen solche Ma-rescalchi und Ercolani. Reich und geschichtlich interessant ist die Gemäldesamm-lung der Malerakademie, besonders aus aufgehobenen Kirchen und Klöstern von