Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bombelles

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(2k7M., 177,000 E.) ist die Station der britischen Marine gegen die arabischenSeeräuber; sie bildet nebst den kleinen Inseln Salsette, Elephant« (beide mitberühmten in Felsen gehauenen Pagoden, Grotten rc., einst Wohnungen der Prie-sterkaste) u. a. m. einen der sichersten und geräumigsten Häfen von Ostindien; dennnur hier und in Goa finden Linienschiffe den erfoderlichen Schutz. Die InselnSalsette und Bombay sind durch einen fahrbaren iLteindamm mit einander ver-bunden. Die Stadt Bombay, 90° 18'Ö. L., 18° 56'40" N. Dr. (160,000Einw.), ist vorzüglich gegen die Meeresfläche stark befestigt. Das Tastest ist einrechtwinkliges Viereck, in dessen einer Bastion sich eine Cisterne befindet, um dieBesatzung im Nothfall mit Trinkwasser zu versehen, da die Insel fast keine Brun-nen hat. Der Marktplatz (>>>u ist von prachtvollen Gebäuden umgeben.

Hier ist die englische Kirche von schöner Architektur, und das im gefälligsten Stylerbaute GouveriiemenkShauS. Unweit dieses Platzes befindet sich der Dazar, woeingeborne Kaufleute die mannigfaltigsten Erzeugnisse des Orients in zahllosenKramläden feil bieten. Auf den Schiffswerften von Bombay werden durch einge-borene Arbeiter, größternheils Parsen, Schiffe jeder Art, vom Linienschiff bis zurBarke, so gut gebaut, daß sie die europäischen im Segeln oft übertreffen. Dieneuerbaute trockne Docke kann 3 Linienschiffe zu gleicher Zeit aufnehmen. DasLandhaus deü britischen Statthalters ist ein jesuitisches MissionSgebüude, die kühleund hohe ehemalige Capelle ist des Statthalters Speiscsaal und das Refectoriumvon großer Ausdehnung ist sein Tanzsaal geworden. Der Garten, reich an accli-matisirten Pflanzen der weiten Zone von Japan bis Australien , bietet dem Bota-niker viele Merkwürdigkeiten dar; denn die ostindische Regierung sucht in Verschö-nerung und Mannigfaltigkeit desselben einen Lupus, den die Jesuiten nur in derAcclimatisirung nützlich geglaubter Pflanzen suchten. Von hieraus versahen siedieMissionen derPhilippincn und von Süd - und Nordamerika mit nützlichen Sä-mereien und Apothekerpflanzen. Die Bevölkerung der Insel wird aus 220,000geschätzt, worunter drei Viertel Hindus, 13,000 Parsen, 28,000Mohammedanerund 3 — 4000 Juden, nebst vielen Portugiesen. Die Parsen, welche durch Han-del und Gewerbfleiß zum Theil beträchtliches Vermögen erworben haben, sollen vonden durch Schach-Abbas vertriebenen Feueranbetern herstammen. Sie verehrennächst dem heiligen Feuer, das sie in eignen Tempeln unterhalten, dieSonne, undkommen jeden Morgen und Abend scharenweise auf den Platz zwischen der Citadelleund der Stadt, um sich vor ihrem Gott zu beugen. Bombay gehörte vormals denPortugiesen, welchen es 1530 von einem auf Salsette herrschenden indischen Für-sten überlassen wurde. 1661 traten es die Portugiesen als einen Theil der Mit-gäbe Katharinas von Portugal an Karl II. ab. Die >5i><-in>n>i" der läte-,.,rv -a^-ietv ol'llunibu) (1823, 3 Bde., 4., m. Kpf.) sind für die Geschichte,Sprachen, Erd - und Naturbeschreibung des Orients sehr wichtig.

Bombell e s (Ludwig, Marquis von), geb. d.l.Iuli 1780 zu Regcnsburg,wo sein Vater, Marc-Marie, Marq. de B. (geb. 1744), franz. Abgesandter beimReichstage war. Seine Mutter, eine geb. Baronin von Medvn, war zweite Gou-vernante der königl. Familie -le« eula»« >Ir I'ranco) gewesen und seitdem vertrauteFreundin der tugendhaften Elisabeth, Schwester Ludwigs X V I. Als die Revolu-tion ausbrach, war sein Vater franz.Ambassadeur bei terRepublikVencdig, undwurde, da er sich weigerte, den von der Nationalversammlung vorgeschriebenen Eidzu leisten, in die Emigrantenliste gesetzt. Er diente hierauf unter dem Corps desPrinzen Conde, nach dessen Auflösung er Domherr in Breslau , bei der Rückkehrder Bourbons aber erster Almosenier der Herzogin von Berry und 1819 Bischofvon Amiens wurde. Ludw. v. Bombelles, der älteste Sohn dieser denBourbons ganz ergebenen Familie, erbte die Gesinnungen des alten Hofs. Seineerste Erziehung erhielt er unter den dstreich. Tadelten; später kam er nach Neapel ,Eonversalions-Lexicon. Bd. II. l