Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bonaparte (Napoleon ), Consul 63

13. Febr. öffentlich sagen durfte, er sei, wie ihn das franz. Volk gewünscht habe.Am 28. März folgte der Friede mit dem Könige beider Sicilien; am 15. Juli einConcordat mit dem Papst; am 21. Aug. ein besonderer Vertrag mit Pfalzbaiern;am 29. Aug. ein anderer mit der batavischen Republik; am 29. Sept. der Friedezu Madrid, mit Portugal, und am 1. Oct. selbst ein Präliminarfriede zu Lon-don mit Großbritannien; endlich am 8. Oct. der Friede mit Rußland , dem sich amS. Oct. ein Präliminarfriede mit der Pforte anschloß. Die glänzende Feier desallgemeinen Friedenssesies zu Paris , am 9. Nov. (dem GedächtSnißtage des 18.Brumaire), war ein neuer Triumph des ConsulS. Darüber vergaß man den Un-tergang des französ. Heeres in Ägypten ; darüber vergaß das franz. Volk den Ver-lust seiner Freiheit, die immer mehr zur leeren Form hinabsank. Jetzt wendeteB. die Aufmerksamkeit auf schimmernde Entwürfe für das Innere: für Künüe,Wissenschaften und Unterricht, für Handel und Gewerbe, für die Herstellungder Flotte und fiir die Erbaltung der Colonien. Dabei gefiel den Franzosen ,daß ihr Consul den Fremde» Gesetze, Verfassungen und zu Zeiten auch Ver-weise geben durfte. Nur Wenige erkannten den Herrschsüchtigen wieder, als eram 8. Jan. 1802, begleitet von der Eonsulargarde, prunkend wie nie der Kö-nig, nach Lyon zog, um dort die Angelegenheiten der cisalpinischen Republik zuentscheiden. Er ward daselbst am 26. Jan. zum Präsidenten der in eine italieni-sche umgetauften Republik ernannt. Auch B.'S Thätigkeit erhöhte die Bewun-derung. Der Abschluß des Friedens mit Großbritannien, zu Amiens am 26.März 1802, die Beschäftigung mit den Colonien, die Erhebung des Concor-datS mir dem Papste zu einem Reichsgesetz, die darauf folgende Einrichtung derkirchlichen Verhältnisse in Frankreich , die Wiederherstellung einiger Schulen, dieersten wieder gefeierten kirchlichen Feste, die neuen Verfügungen über die Ausge-wanderten : das Alles lieh den Franzosen reichen Stoff zur Unterhaltung und lei-tete die Verhandlungen über die längere Dauer der Consularwürde ein. Am 8.Mai beschloß der Erhaltungssenat die Verlängerung deö ConsulatS auf neue 10Jahre. Er aber nahm diese nur unter der Bedingung an, daß das Volk sie ge-nehmige. An dieses ward nun die Frage gerichtet: Ob Bonaparte Consul aufLebenszeit sein solle? Während die Register zur Volksabstimmung eröffnet wur-den, machte B. den Entwurf zur Stiftung einer Ehrenlegion bekannt, die, am19. Mai nach lebhaftem Widerspruch genehmigt, neue Gewalt in seine Hand legteund Viele an ihn fesselte. Als darauf am 26. Juni der Definitivfriede mit derPforte abgeschlossen ward, durfte er der Republik sagen: wie er ihr allgemeinenFrieden gegeben und ihr Gebiet um 2000 OM. vergrößert habe. So ergab sicham 29. Juli die weit überwiegende Stimmenmehrheit für das lebenslängliche Con-sulat. Am 2. Aug. erfolgte die feierliche Proclamation durch ein SenatSconsult.Altgleich trat abermals eine Zusatzconsiitntion in Wirksamkeit, die dem Consul mitunbedeutenden Beschränkungen fast völlig monarchische Gewalt sickerte. DerOberconsnl stand als oberste Staatsgewalt über allen Behörden, mit dem Rechte,die UrtheilSsprüche der Gerichtshöfe aufzuheben, den gesetzgebenden Körper nachGutdünken zu berufen und zu vertagen, und einen Justizminisier zu ernennen,durch den alle Jusiizsachen von der obersten Gewalt abhängig wurden. Auch dieCivilliste ward dem Oberconsul über das Sechsfache erhöht. Sofort erschien dieConsularregierung mit allem Pomp der königl. Herrschaft, und es ward ei» Hof-ceremoniel in St.-Cloud und Paris hergestellt, noch förmlicher als am königl.Hofe. Dabei fuhr B. fort, der Nationaleitelkeit auf alle Weise zu schmeicheln.Der Senat schwur ihm am 27. Aug. den Eid der Treue; und eine scheußliche Po-lizei verbreitete sich durch das ganze Reich. Seitdem wirkte B. noch kräftiger nachAußen. Das zögernde, sich selbst verwirrende EntschädigungSgeschäft in Deutsch-land gab ihm Veranlassung, einzugreifen. Selbst deutsche Fürsten flehten des