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Brandenburg (Geschichte) vor 1417
der Herrschaft der Wenden in diesen Gegenden ein Ende und nannte sich zuerstMarkgraf von Brandenburg. Er bemächtigte sich der Mittelmark, Prieg,nih und Ukermark , versetzte deutsche adelige Familien in die Marken, zog vieleRhein - und Niederländer als Ansiedler dahin, und legte Berlin cmweter selbst anoder machte es zur Stadt, sowie ihm auch Etendal und andre Orte ihren Ursprungverdanken. Sein Sohn, Otto I.', folgte in der Markgrafschaft Brandenburgund war der erste bekannte Erzkämmerer des h. römischen Reichs. Seine Enkel,Johann I. und Otto II I. , eroberten die vorher verlorene Ukermark, einen Theil derNeumark , Lebn« und das Land Sternberg, legten neue Städte an, z. B. Frank-furt, und regierten mit Ruhm. Die Markgrafen Hermann und Otto I V. (Kur-fürst, genannt: mit dem Pfeile) erwarben durch Kauf 1303 fg. die Niedcrlausitz.Der kriegerische Waldemar aus dem Haufe Anhalt (1308), der während der Min-derjährigkeit Johanns des Erlauchten regierte und nach dessen Tode die Mark erbte,war unter allen ältern Markgrafen von Brandenburg der mächtigste. Mit demTode seines Nachfolgers, d?s Markgrafen Heinrich (1320), erlosch der askanischeoder anhaltische Stamm. Das kaum an bürgerliche Ordnung gewöhnte branden-burgische Volk verwilderte in dem nun folgenden stürmischen Zeiträume des Pseudo-Waldemar'S (Müller Rehbock) und andrer Fehden.
Kaiser Ludwig IV. von Baiern ertheilte 1322 seinem ältesten Sohne Lud-wig die Mark Brandenburg. Dieser mußte lange um den Besitz des Landes mitden benachbarten Fürsten und mit übermüthigen Vasallen kämpfen. Seine Hei-rath mit Margaretha Maultasch , die ihm Tirol zubrachte, entfremdete ihn dem In-teresse Brandenburgs , welches er 1319 seinem Bruder, Ludwig dem Römer, alsMitregenlen und später ganz überließ. Dieser nahm wieder feinen Bruder Ottozum Mirregenteu an, welcher nach Ludwigs Tode alleiniger Kurfürst wurde undmit Kaiser Karl l V. und dem luxemburgischen Hause eine Erbverbrüderuna schloß,wodurch Letzterer das Recht der Nachfolge in der Kurmark erhielt und hernach, daOtto selbst ein träger und verschwenderischer Regent war, Antheil an der Regie-rung bekam. Nun verkaufte Otto dem Kaiser 1368 auch die Niederlausitz , wel-che dieser mit Böhmen vereinigte und endlich Otto 1373 nöthigte, die Kurmarkvöllig abzutreten, wofür ihm Karl l V. 200,000 Goldgulden zu bezahlen versprachund einen Iahrgehalt nebst einigen Schlössern in der Oberpfalz zusicherte. Der Kai-ser belehnte seinen Lohn Wenzel, König von Böhmen, mit der Kur Branden-burg . So bekam diese 1373 Kurfürsten aus dem luxemburgischen Hause.Als Wenzel römischer König geworden war, gab Karl IV. die Kurmark seinemzweiten Sohne Siegmund. Unter der Regierung dieses 11jährigen Fürsten ge-rietst die Mark in große Verwirrung. Der Adel, der ihn verachtete, bekriegte sichunter einander, besonders war es die Familie von Quitzow, welche die größten Uu-^ ordnungen sich erlaubte; die angrenzenden Fürsten thaten ungescheut Einfälle, unddie öffentliche Sicherheit wurde gänzlich zerstört. Siegmund häufte ani Ende eineso große Schuldenlast zusammen, daß er 15s8 die Kurmark seinem Vetter, demMarkgrafen IodocuS (Iobzl) von Mähren , zum Unterpfand überlassen mußte.Iobst konnte der innern Zerrüttung des Landes so wenig wie sei» Statthalter Ein-halt thun. Nach seinem Tode 1111) fiel die Kurmark an den König Siegmund,der eben zum Kaiser erwählt worden war, zurück. Siegmund sehte nunmehr denBurggrafen von Nürnberg, Friedrich VI. , aus dem Hause Hoben-zollern, zu seinem Statthalter in der Kurmark ein. Dieser Fürst, der zehnteBurgras v. Nürnberg , hatte nämlich dem Kaiser nach und nach nahe an 100,000Goldgulden (ungefähr 1,200,000 Thlr.) geborgt und andre wichtige Dienste ge-leistet, wofür er endlicb 1115 die Mark Brandenburg, die Kurwürde und dasErz-, käminercramt, 1117 aber die Belchnung darüber zu Konstanz erhielt,i So begann die Reihe der hohenzollerschen Regenten in Brandenburg ,