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Brctzner Breughel (Familie)
auteaptantnr, anlaaptant. Das durch „Werther's Leiden" damals in Deutschland grassirende Werther-Fieber veranlaßte ihn zu dem drolligen Bänkelsängerliede:„Eine entsetzliche Mordgeschichke von dem jungen Werkher", und gegen das durchGöh von Berlichingen aufgeregte Ritter- und Wpectakelwesen auf der deutschen Bühne spitzte er alle Pfeile seiner Satyre. So entging ihm, seit er in Frankfurt a. M. 1769 mit den satyrischen Papilloten aufgetreten war, bis zum schmählichenFürstenhof in Erfurt, wo Kaiser Napoleon waltete, Nichts, was ihm einer Rügewürdig schien, ungeahndet.
Bretzner (Christoph Friedrich), geb. zu Leipzig d. 10. Dec. 1718, gest. da-selbst d. 31. Aug. 1807, Kaufmann und zuletzt Mitglied einer Handlung in Leipzig ,welcher er mit Pünktlichkeit und Eifer vorstand, sodaß er nur seine Nebeustunden derPoesie widmen konnte. Dieser Ursache muß man es zuschreiben, daß er in seinenWerken uns mehr seine Anlagen als Vollendung gezeigt hat. Sei» komisches Talentwar nicht gering, allein sein Dialog ist öfters unbeholfen und steif, und sein Witz fälltzuweilen ins Gemeine. Was auf dem Theater Wirkung thut, kannte er ziemlich ge-nau, allein er machte sich dabei auch zu sehr vom Urtheil der Schauspieler abhängig,denen das Mittelmäßige oft willkommener ist als das Vollendete. Unter s. Stückensind noch jetzt „Das Räuschchen" (ersch. 1793) und „Der argwöhnische Liebhaber"(ersch. 1783) auf der deutschen Bühne. Sie gefallen durch Lebendigkeit einiger Cha-raktere und Scenen, obgleich Manches auch darin veraltet ist. Unter seinen Lding-spielen ist „Der Irrwisch" bekannt, und „Belmont und Constanze, oder die Entfüh-rung aus dem Serail" durch Mozart'sMusik berühmt geworden. Auch sein Roman:„Leben eines Liederlichen" (zuerst 1787 — 88, n.Aufl. 1790), wozu ihmHogarlh'Sund Chodowiccky'S Zeichnungen als Leitfaden dienten, ist nicht ohne Verdienst.
Breughel , eine berühmte niederländische Malerfamilie, deren Stamm-haupt diesen Namen von einem Dorfe unweit Breda annahm. Dies war PeterBreughel , auch der lustige oder Bauernbreughel genannt, nach dem Charakterund Inhalt seiner meisten Darstellungen. Er war 1510 (nach Mechel 1530) geb.,ein Schüler des Peter Koeck van Aelst, reiste nach Italien und Frankreich undnahm überall Ansichten, und was ihm sonst von Naturgegenständen gefiel, auf,setzte sich nach seiner Rückkehr in Antwerpen fest und wurde in die dortige Malerge-sellschaft aufgenommen. Nachher heirathete er die Tochter seines Lehrers Koeck undzog nach Brüffel, wo er auch 1570 (»ach Andern 1590) gestorben ist. In seinenBauernhochzeiten, ländlichen Festen und Tänzen schilderte er die Lust des kräftigenLandmanns, wie er sie mit frischem Blick, oft verkleidet, beobachtet halte, in kräf-tigen Farben. Auch radirte er. Viel aber ist auch von Andern nach ihm in Kupfergestochen worden. Er hinterließ 2Söhne: Peter den Jüngern und Johann.Der erstere liebte Gegenstände, in denen große Contraste darzustellen waren, undmalte daher vieleTeufel-, Hepen- und Räuberscenen. Dies hat ihm den Namen Höl-'enbreughel zugezogen. Auch hat er einen Orpheus gemalt, welcher die Höllengökterdurch sein Leierspiel bcthört, ein Gemälde, das sich in der Galerie von Florenz befin-det, ferner die Versuchung des heil. AnkoniuS. Der zweite Bruder, Johann, warin Landschaften und in der Malerei kleiner Figuren ausgezeichnet. Don seiner ge-wöhnlichen Tracht nannte man ihn Sammetbreughel. Er malte auch für andreMeister landschaftliche Gründe, für andre kleine Figuren in dieselben, und warein sehr fruchtbarer Künstler. Mit Rubens gemeinschaftlich arbeitete er Adam undEva im Paradiese. Rubens malte Adam und Eva hinein. Dieses und seine 4Elemente, ferner Vertumnus und Bellona, die er auch in Gemeinschaft mit Ru-bens arbeitete, gehören zu seinen Hauptwerken. Er soll 1568 geboren sein, sahauch Italien und kehrte mit reicher Anschauung genährt zurück. Er soll 1640 ge-storben sein. — Später lebende Glieder dieser Familie sind AmbrosiuS, fernerAbraham, der sich in Italien aufhielt und 1690 starb, und dessen Bruder Io-